Sicherheit & Sichtbarkeit – Den Hund in der Nacht richtig sichern

Der Sommer neigt sich seinem Ende und die dunklen Jahreszeiten stehen vor der Tür. In den letzten Tagen finden unsere Abendrunden des Öfteren in der Dunkelheit statt und nicht mehr lang, bis auch die ersten Runden ohne Tageslicht sind. Ein Thema, das man dabei nicht unterschätzen sollte, ist die richtige Sicherung seines Hundes auf nächtlichen Spaziergängen. Immer wieder begegnen uns auf unseren Spaziergängen Hunde und ihre Halter, die man erst in der letzten Sekunde im Dunklen erahnen kann. Das kann gefährlich werden. Weswegen das richtige Sichern so wichtig ist und welche Möglichkeiten es gibt erfährst du in diesem Beitrag. Dabei gibt es eine Vielzahl an Produkten und Möglichkeiten, die ich euch heute vorstellen möchte.

Sicherheit durch Sichtbarkeit

Sehen und gesehen werden ist ein wichtiger Aspekt im Straßenverkehr. Sieht man etwas, kann man darauf reagieren. Wird man gesehen, kann wer anders auf einen rechtzeitig reagieren. Wer sich nicht von seiner Umgebung abhebt, wird oft übersehen & das kann schnell schmerzhaft werden.

Außerdem sollte man seinen Hund nachts an der Leine führen. So hat man ihn immer ausreichend im Blick und muss sich keine Sorgen machen, dass er auf Umweltreiße reagieret & z.B. einem Hasen hinter hetzt, den man im Dunklen nicht gesehen hat. Zudem kann man seinen Hund auch besser vor der Umwelt schützen. Der Fahrradfahrer, der ohne Beleuchtung fährt, der Hund, der ohne entsprechende Beleuchtung in der Dunkelheit unterwegs ist… Hast du deinen Hund an der Leine, kannst du besser auf solche Faktoren reagieren.

Welche praktischen Produkte gibt es?

Taschenlampen

Es kann so einfach sein und eine Taschenlampe ist immer praktisch. Zum Einen wird man durch sie besser gesehen, zum anderen findet man selber sich besser zurecht oder kann auch die Hundehaufen einfach in der Dunkelheit aufsammeln. Praktischerweise hat fast jeder von uns sowieso eine dabei, denn in unseren Smartphones ist meistens eine integriert.

Leuchthalsbänder

Je nach Hund sorgen leuchtende Halsbänder für eine sehr gute Sichtbarkeit. Diese gibt es meist mit unterschiedlichen Einstellungen und können Blinken oder bringen Dauerlicht.

Für wuschelige Hunde gibt es auch eine Art Halsband, die man am Rückensteg des Geschirres befestigen kann. So verschwindet es nicht im Fell.

Blinki

Blinkis funktionieren ähnlich wie die Halsbänder. Der Unterschied ist, dass es meistens eher kleine Anhänger sind. Während das Leuchthalsband nur um den Hals getragen werden kann, kann man das Blinki befestigen, wo man möchte. Wenn der Hund nicht dabei ist, kann man es auch selber tragen, damit man besser gesehen wird.

Warnwesten

Das mag jetzt tatsächlich den ein oder anderen überraschen, aber Warnwesten gibt es auch für Tiere. Diese praktischen Dinger werden an Hals und Brust mit einem Gurt befestigt.

Es gibt auch Halstücher, diese habe ich jedoch als etwas unpraktisch empfunden, da sie leicht verrutschen.

Reflektierende Halsbänder & Leinen

Durch praktische reflektierende Halsbänder&Leinen ist das Riskio geringer, dass jemand über letztere stolpert

Was braucht man nicht (unbedingt)?

Bei der Vielzahl an leuchtenden Produkte, die auf dem Markt zu finden sind, gibt es natürlich einige, die nicht für jeden wichtig sind. Dennoch würde ich sie gerne vorstellen, um Bewusstsein für deren Existenz zu schaffen. Vielleicht brauche ich es nicht, aber das gilt nicht für jeden anderen.

Leuchtspielzeug

Ich persönlich reduziere unsere Spaziergänge in der Dunkelheit auf das Wesentliche. Pipi & Kacka, bisschen Schnüffeln und kurze Übungen. Ich möchte so wenig Zeit wie möglich und so viel wie nötig im Dunklen draußen verbringen. Ich fühle mich nicht sicher und mag es einfach nicht. Ich habe jedoch den Luxus, dank meines Studiums, den Tag über meine Spaziergänge flexibel zu gestalten. Ich kann Morty am hellen Tag auslasten und habe keinen Druck auf der Arbeit zu sein. Doch ncht jeder hat diesen Luxus und für genau solche Mneschen kann ein leuchtendes Spielzeug durchaus sinnvoll sein.

Natürlich sollte man das Spiel an einem gesicherten Ort stattfinden lassen. Ein leuchtendes Sielzeug hilft allerdings gegen dessen Verlust.

Wie finde ich den passenden Tierarzt?

Der Gang zum Tierarzt bleibt keinem Hundebesitzer erspart. Ob Impfung, Routineuntersuchung oder Notfall, man kommt nicht drum herum. Als Hundebesitzer möchte man seinen liebsten Vierbeiner medizinisch gut aufgehoben wissen. Dabei gibt es einige Punkte, die einen guten Tierarzt ausmachen. Einige Punkte sind jedoch super individuell und vom Halter & Hund abhängig. Wir waren mit Morty bisher bei drei Tierärzten und haben uns bei manchen mehr und bei manchen weniger gut aufgehoben gefühlt. Worauf du achten kannst, wenn du den passenden Tierarzt sucht, möchte ich dir in diesem Beitrag verraten.

Das Personal

Einer der wichtigsten Punkte, denn egal wie voll oder auch stressig es ist: Als Halter möchte man freundlich behandelt werden. Läuft es nicht so gut und man wird gestresst, überträgt sie die schlechte Stimmung schnell auf das Tier. Aber that road goes both ways! Auch die Tierarzthelfer*in und der Tierarzt/-ärztin verdienen einen anständigen und respektvollen Umgang! Gerade, wenn man gestresst ist, darf man das nicht vergessen.

Wichtig ist auch, dass man sich ernst genommen fühlt und die Mediziner*innen einfühlsam mit einem umgehen. Es sollte sich die Zeit genommen werden Fragen verständlich zu beantworten, auch wenn diese manchmal vielleicht „doof“ sind.

Das Ambiente

Wie die Praxis aussieht ist natürlich sehr oberflächlich und sagt rein gar nichts über die fachliche Kompetenz des Tierarztes aus. Dennoch ist dies ein wichtiger Punkt, denn man sollte sich in der Praxis wohl fühlen. Bist du entspannter ist es auch dein Tier.

Die Ausstattung

Wenn der Tierarzt rundum gut ausgestattet ist, sind die Untersuchungsmöglichkeiten viel Vielseitiger. Auch ein praxiseigenes Labor kann sehr hilfreich sein.

Die Methode

Es gibt eine Vielzahl an unterschiedlichen Methoden und Behandlungsmöglichkeiten. Jeder Tierarzt wendet diese auch unterschiedlich an. Der eine greift lieber zur Schulmedizin, während der andere auch für Alternativen offen ist. Wichtig ist, dass man mit diesen Methoden zusammen passt.

Die Erfahrung

Erfahrung ist immer gut! Erfahrung mit speziellen Eingriffen, mit gewissen Rassen oder bestimmten Krankheiten.

Das Extra-Wissen

Ich finde es toll, wenn mein Tierarzt mich auf Möglichkeiten hin weist, auch wenn ich nicht frage. Z.B. ob eine HD/ED-Untersuchung sinnvoll ist oder wann welche Impfung fällig ist. Müssen tut man wegen einem Hinweis nichts, doch ich mag es zum Nachdenken angeregt zu werden.

Außerdem sollten auch die Mediziner*innen nichts gegen etwas Extra-Wissen habe. Regelmäßige Fort- und Weiterbildungen sind vor allem in einem Bereich mit stetigen Wandeln, wie die Medizin es ist, wichtig.

Medical Training – Mit Hund beim Tierarzt

Tierarztbesuche sind für die meisten Hunde nicht besonders angenehm und bedeuten eine Menge Stress. Neben der ungewohnten Umgebung, den Gerüchen und fremden Menschen sorgt auch die Behandlung für das Unwohl sein der Hunde. Fremde Menschen halten ihn fest, er wird angefasst und manchmal wird er einfach gepiekst. Wir haben die Möglichkeit die Behandlung für den Hund angenehmer zu machen, in dem wir es mit unserem Vierbeiner üben. Ich möchte dir heute das Medical Training vorstellen. Was ist das? Was gehört dazu? Wie hilft es unseren Hunden?

Medical Training – Was ist das?

Ursprünglich stammt das Medical Training aus den Zoos dieser Welt und sollte dabei helfen die Wildtiere zu untersuchen und zu behandeln. Reagieren diese ängstlich kann es schnell gefährlich werde und so sollen sie an solche Situationen gewöhnt werden. Im Grunde genommen sind es zahlreiche kleine Tricks, die so lang geübt werden, bis sie in jeder Umgebung sitzen und bestimmte Berührungen werden geübt.

Wofür ist das gut?

Zum einen ist es natürlich praktisch, wenn der Hund kooperiert und bei Behandlungen brav ist, anstatt sich zu wehren. So kann der Tierarzt den Hund entspannt untersuchen, ohne dass er fixiert werden muss. Dadurch erlebt er weniger Stress und verknüpft den Tierarzt nicht mit solchen Situationen.

Was sollte der Hund lernen?

  • Man sollte den Hund am ganzen Körper anfassen und kontrollieren können.
  • Man sollte ihm ins Maul schauen und die Zähne kontrollieren können
  • Ruhiges stehen oder auch liegen auf einem Tisch
  • Ohren anschauen, abtasten und reinigen
  • Pfoten kontrollieren
  • Geräusche

Wie kann ich das meinem Hund beibringen?

Die meisten Punkte, die beim Medical Training wichtig sind, kann man ganz einfach im Alltag einbauen und in gewissen Routinen bereits nutzen. Beispielsweise bauen wir all diese Punkte in unsere regelmäßige Pflegeroutine ein. Ich bürste Morty regelmäßig am ganzen Körper durch. Dabei taste ich ihn einmal ab, putze seine Ohren, schaue mir seine Zähne und Pfoten an.

Hilfreiche Tricks

Es gibt einige Tricks, die einem und dem Tierarzt bei der Untersuchung helfen können & die man zuvor mit seinem Hund üben kann.

Platz & Peng

Dem Hund das freiwillige liegen im Platz und auf der Seite beizubringen, ist natürlich eine große Erleichterung. So kann er entspannt und ohne Zwang liegen, während er untersucht wird. Eine Anleitung für Peng findet ihr auf Instagram in meinen Story-Highlights.

Kopf ablegen

Einerseits hilf dem Hund das Ablegen des Kopfes entspannend, andererseits ist es auch praktisch um ein Blick auf die Augen zu werfen. Eine Anleitung für das Kopf ablegen findet ihr auf Instagram in meinen Story-Highlights.

Buchvorstellung: Angst bei Hunden mit Martin Rütter

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Das Erkennen und der richtige Umgang mit Angst bei Hunden will erstmal gelernt sein. Grundsätzlich hat meiner Meinung nach jeder Hund manchmal vor seltsamen Situationen oder Dingen Angst. Vor allem mit dem Plan Pflegestelle werden zu wollen ist das Thema Angst nochmal sehr stark in meinen Fokus gekommen, denn man weiß nie was ein Hund aus dem Ausland so erlebt hat. Die passende Lektüre zum Thema Angst bietet der Kosmos-Verlag. Das Buch mit Martin Rütter verspricht die Entstehung und die Anzeichen von Angst zu beleuchten und mögliche Therapien darzustellen. Wir schauen uns das Ganze heute mal an.

Inhalt

Natürlich ist das Thema Angst sehr komplex und lässt sich nicht auf wenigen Seiten abspeisen. Zunächst wird erstmal der Begriff Angst an sich definiert und in unterschiedliche Aspekte aufgeteilt. Wie entsteht Angst? Können Hunde unter Phobien leiden? Wie entstehen Traumata? Einem wird erklärt, weswegen Angst ein natürliches und sogar notwendiges Gefühl ist, aber wie es auch zu übermäßig werden kann. Dabei werden auch gängige Erziehungsmethoden wie die anonyme Korrektur beleuchtet, die mitunter zu einer erlernten Hilflosigkeit durch Angst ohne Ursache führt. Aber Angst ist nicht nur ein Problem, dass durch schlechte Erfahrungen kommen kann. Es wird auch betrachtet durch welche physiologischen Ursachen Angstverhalten entstehen kann. Dem Hundehalter wird erklärt wie er Angstauslöser und Meideverhalten bei seinem Hund erkennen kann.

In weiteren Kapiteln des Buches wird betrachtet wie es zu Angst kommen kann. Gab es Probleme bei der Sozialisierung durch schlechte Erfahrungen? Erlebt der Hund aus dem Ausland hier einen Kulturschock und ist daher ängstlich? Auch das Problem der Überforderung mit Angst als Folge wird erläutert. Dabei wird auch auf das Thema Stress beim Hund eingegangen und wie man damit am besten umgeht.

Es wird auf auf Kommunikation bei Hunden eingegangen. Welche Signale können Hunde aussenden, um ihren gegenüber zu beeinflussen. Interessant sind die im Buch angesprochenen Übersprunghandlungen, wenn ein Hund nicht so richtig mit einer Situation umzugehen weiß.

Zum Ende des Buches werden gängige Ängste betrachtet. Welche Ursachen gibt es? Welche Lösungsstrategien sind möglich. Wie arbeitet man z.B. an der Angst vor Männern.

Bewertung

Der Titel des Buches ist „Angst bei Hunden“ und hierum dreht es sich tatsächlich im Großen und Ganzen. Auf zu viele Abschweifungen, die mit dem Thema nicht viel zu tun haben wird verzichtet. Die thematischen Ausflüge, die es gibt sind kurz aber dennoch sehr hilfreich, um Hunde besser verstehen zu können.

Das Buch ist einfach und verständlich geschrieben, sodass man den Text sehr gut Lesen kann. Praktisch sind die vielen Praxisbezüge und bildlichen Verdeutlichenden des Geschriebenen. Insgesamt bekommt man viel Wissen zum versprochenen Thema vermittelt. Gut finde ich, dass so viel Wissen in ein vergleichsweise dünnes Buch (ca. 170 Seiten) gepackt wurde. So bietet es viel Inhalt ohne ein anstrengender und angsteinflößender Klopper zu sein.

Schön finde ich die letzten Kapitel, in denen auf Alltagsängste und deren Lösungen eingegangen wird. Vor allem die Lösungstrategien können sehr hilfreich sein.

Für wen ist dieses Buch was?

Am Anfang hatte ich die Angst, dass das Buch nur für Leute geeignet ist, deren Hunde große Probleme mit Angst und Traumata haben. Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich auf den ersten Seiten mit einem „normalen“ Hund nicht wiederfinden konnte. Allerdings wird das Buch etwas später auch für Halter von mutigen Hunden super interessant, da man viel „allgemeines“ Wissen findet, dass man in einfachen Welpenerziehungs-Ratgebern nicht findet. Vor allem die körpersprachlichen Bezüge wie Meideverhalten und Übersprunghandlungen sind interessant für jeden Hundehalter.

Das Buch kann ich definitiv empfehlen. Sollte ich dein Interesse geweckt haben findest du hier zum Buch:

Und dann kam Peter…

Fast einen Monat lang war unser Pflegehund Peter aus Spanien bei uns zu Besuch. Wir haben ihm ermöglicht her zu kommen, das erste Mal Familienleben mitzuerleben, Grundsätzliches zu lernen und haben hoffentlich ein schönes Zuhause für ihn gefunden. Ich möchte euch erzählen wie meine persönliche Erfahrung mit der Pflegestelle waren. Wie bin ich überhaupt darauf gekommen Pflegestelle zu werden? Wie lief das ab? Wie war das so mit Peter&Morty? Wie war der Abschied?

Wie ich darauf gekommen bin…

Erstmal muss ich sagen, dass was Hunde betrifft ich schon immer die treibende Kraft war. Ich will Hunde und ich wollte auch Pflegestelle werden. Ich kann froh sein, dass ich einen Partner habe, der meine Wünsche mitmacht. Grundsätzlich ist das aber eher mein Ding 😀

Die Überlegung dazu ist tatsächlich schon länger da. Ich kann gar nicht genau sagen, wie ich das erste Mal darauf gekommen bin, dass ich Pflegestelle werden möchte. Fest steht es jedenfalls schon länger, dass ich das mal machen möchte und Hunden helfen will hier ein schönes Zuhause zu finden. Doch ganz lang waren die Umstände noch nicht passend. Erst hatten wir einen eigenen Welpen, der noch viel Lernen muss. Dann hatten wir einen pubertierenden Junghund, der unsere volle Aufmerksamkeit benötigte. Außerdem bot unsere Wohnung nicht ausreichend Platz für zwei Hunde. Doch nach und nach haben wir Hindernisse beseitigt. Morty wuchs heran und hat unserer Meinung nach einen relativ souveränen Erziehungsstatus, dann unser Umzug in eine tolle neue Wohnung und ergänzend der Beginn meiner Semesterferien. Wir wussten: Jetzt passt es!

Und dann?

Ich habe mich bei einer Bekannten gemeldet, von der ich wusste, dass sie selbst im Auslandstierschutz aktiv ist und mit der ich vor einiger Zeit bereits darüber gesprochen habe, dass ich es mal machen möchte. Ich wusste bereits wie es dort ungefähr abläuft. Sie hat mir auch relativ schnell einen Notfall geschickt. Aber bei diesem Hund waren wir uns nicht sicher, ob wir das schaffen. Dieser war nämlich größer, hatte Probleme mit Unsicherheit und wir konnten noch nicht so richtig einschätzen was auf uns zukommt und ob wir zwei große Hunde für den Anfang schaffen würden. Deswegen haben wir für diesen Hund erstmal abgesagt und wollten erstmal mit einem kleineren Hund. Ein kleiner Hund macht zwar nicht weniger Arbeit, aber er ist für mich natürlich händelbarer. Keine Stunde später wurde mir Peter vorgestellt und wir wussten, das passt.

Wie wir offiziell Pflegestelle wurden:

Die Bekannte leitete meine Daten an Peters Vermittlerin weiter, die sich bei mir meldete. Erstmal musste ich eine Selbstauskunft ausfüllen und hatte ein Telefonat. Anschließend wurde jemand für eine Vorkontrolle zu uns geschickt. Das ging alles sehr schnell und unkompliziert. Dann wurde noch geschaut, ob wir auf einer schwarzen Liste stehen, was wir natürlich nicht tun. Am Ende mussten wir nur noch den Pflegevertrag unterschreiben und zurück schicken. Ca. eine Woche später saß Peter in einem Transporter aus Spanien zu uns in den hohen Norden.

Welche Sorgen hatten wir?

Wenn ein zweiter Hund ins Haus kommt macht man sich einige Gedanken. Vor allem, da man nicht weiß was für ein Hund zu einem kommt denkt man über viele Situationen nach. Was ist, wenn der Hund große Defizite hat mit denen ich nicht umzugehen weiß? Was ist, wenn er große Angst hat, die ich ihm nicht nehmen kann? Und dann kommt ein fremder Hund in das Zuhause eines anderen… Was ist wenn sich die Hunde nicht verstehen? Was ist wenn Morty seine Erziehung vergisst und ich nicht mit zwei Hunden umgehen kann? Außerdem weiß ich noch ganz genau wie schnell Morty sich in mein Herz geschlichen hat… Was ist, wenn ich diesen Hund nicht mehr gehen lassen kann?

Bedenken gehören dazu und sind auch wichtig. Was mir persönlich sehr geholfen hat ist der Austausch mit anderen Pflegestellen. Man ist nicht alleine mit diesen Sorgen und darüber zu sprechen und zu wissen, dass mir Leute den Rücken stärken tat gut.

Man ist zum Glück nie allein. Wenn man mit einem Problem alleine nicht weiter kommt gibt es immer tolle Trainer, die einem helfen können. Außerdem steht hinter einer Pflegestelle, der Verein voller erfahrener Menschen, die bereits eine Menge Erfahrung mit Hunden aus dem Ausland hat.

Tag der Ankunft

Ca. 2 Wochen nach dem ersten Kontakt konnte Peter einreisen. Die Hunde wurden an einem Freitag Vormittag in einen Transporter geladen und machten sich dann auf ihre lange Fahrt. Wir hatten eine WhatsApp-Gruppe in der wir über den Transporter informiert wurden. Ist er pünktlich? Hat er Verspätung? Zum Glück sind die Hunde trotz Unwetter und Straßensperrungen gut durchgekommen und pünktlich Samstagabend in der Nähe von Hamburg angekommen.

Ein Hund nach dem anderen wurde aus dem Transporter geholt und an seine neuen Menschen oder Pflegestellen übergeben. Da ich mit einer Mitarbeiterin des Vereins Morty und Peter zusammen führen wollte kamen wir als letztes dran. Wir haben den Hunden beim Aussteigen zugeschaut, die so süß waren! Ich hätte einen nach dem anderen mitnehmen können! Und dann kam Peter.

Ihm wurde fix das von mir mitgebrachte Sicherheitsgeschirr angezogen und die Hunde konnten sich kurz beschnüffeln. Eigentlich hatte ich das alles ganz anders geplant, aber es kommt ja gerne mal anders als man denkt. Eigentlich wollte ich mit Hilfe meines Freundes oder einer Freundin die Zusammenführung ganz in Ruhe zuhause machen… doch manchmal klappen Pläne halt nicht. Ich war froh, dass die Hunde sich nicht gleich von Anfang an total blöd fanden.

Dann sind wir nach Hause gefahren und Peter durfte sich einmal in Ruhe umschauen. Wo kann er liegen? Wo findet er Wasser und Futter?

Wie haben sich die beiden Hunde verstanden?

Ich bin richtig stolz auf Morty. Er hat die ihm neue Situation so toll gehändelt und ist so gut mit Peter umgegangen. Morty ist ein wirklich lieber Kerl und hatte gar kein Problem mit dem fremden Hund, der in seiner Wohnung herum läuft und seine Couch angepinkelt hat. Er hat auch nicht versucht drüber zu markieren. Er fand Peter auf Anhieb toll und hat die Nähe zu ihm gesucht. Das mochte Peter am Anfang noch nicht. Wenn Morty ihm zu Nahe kam wurde dieser direkt weg gebellt. Morty hat diese Grenze sehr gut respektiert und Peter in Ruhe gelassen.

Nach und nach ist aber auch Peter Morty gegenüber aufgetaut. Es gab erste Spiele, Morty konnte sich in seiner Nähe aufhalten und irgendwann haben sie sogar gekuschelt. Morty gab Peter auch Sicherheit. Vor allem wenn ihm was nicht ganz geheuer vorkam hat er geschaut wie Morty sich verhält.

Was konnte Peter?

Grundsätzlich konnte er nichts. Woher auch? Er kommt von der Straße und dort lernt man kein Sitz und Platz. Er hat mich ein wenig an einen übergroßen Welpen erinnert. Sehr hibbelig und mit viel Lernbedarf. Wir haben also fleißig an der Stubenreinheit gearbeitet, haben Sitz und Platz geübt, begonnen einen Rückruf zu festigen und eine Bindung aufgebaut.

Aber Peter ist definitiv kein Nichtskönner. Er hat schnell verstanden was man von ihm möchte. Und was hündische Kommunikation betraf hat er Morty hoffentlich einigs beigebracht.

Dafür, dass man beim Tierschutz nicht weiß was man für einen Hund bekommt hatten wir echtes Glück. Wir hatten einen aufgeschlossenen, mutigen Hund bekommen, der keine großen Baustellen oder Ängste hatte. Die wirklich einzige „Macke“, die Peter hat sind Hundebegegnungen, in denen er aufgrund von Unsicherheit bellt. Aber das ist bei ihm ein Problem, welches man denke ich gut und schnell in den Griff bekommt.

Pflegestellenversager?

Ihr könnt euch nicht vorstellen wie oft wir gefragt wurden, ob wir Peter nicht behalten möchten. Vor allem nach süßen Kuschelsequenzen ist mein Postfach geplatzt. Die Überlegung ist auch naheliegend, denn es gibt einige, die den Hund nach der Zeit nicht mehr her geben konnten. Doch uns war von Anfang an bewusst, dass es noch nicht unser Zeitpunkt für einen festen zweiten Hund gekommen ist. Das ganze wurde durch Peter nur bestätigt. Noch sind wir dafür einfach nicht bereit.

Wie lief die Vermittlung ab?

Eigentlich kümmert sich der Verein um die Vermittlung. Die Hunde werden inseriert, potenzielle Familien können den Hund besuchen. Dadurch, dass ich auf Instagram sehr aktiv bin sind auch Menschen von dort auf uns zu gekommen. Wo Peter jetzt ist, wie er dort hingekommen ist und ob er dort bleiben darf werden wir noch sehen. Ich finde es ist aber auch nicht meine Entscheidung Details dazu heraus zu geben. Vielleicht bekommt ihr dazu noch Informationen, vielleicht aber auch nicht 🙂

In Hamburg sagt man Tschüss…

So hieß es für uns gestern Abend, denn Peter ist vorerst ausgezogen. Einerseits spüre ich Erleichterung, denn er ist dort sehr gut aufgehoben und ich habe wieder mehr Zeit für mich und Morty. Zwei Hunde ist auch nochmal ganz anders als ein Hund und manchmal auch sehr anstrengend. Doch ich habe ihn mit gemischten Gefühl weg gegeben. Natürlich ist er mir in dieser Zeit auch ziemlich ans Herz gewachsen und ich bin ein bisschen traurig, dass wer weg ist. Und ja… das ein oder andere Tränchen ist auch geflossen.

Würdest du es wieder machen?

JA! Denn es war eine tolle Erfahrung, die mir und Morty auch eine Menge gebracht hat. Außerdem kann ich so Hunden ganz einfach helfen und meine Semesterferien sinnvoll nutzen. Wann der nächste Pflegehund einzieht kann ich allerdings nicht sagen. Auf jeden Fall wollen wir jetzt erstmal wieder unsere Dreisamkeit genießen, bevor der nächste Hund kommt. Und noch ist Peter ja auch nicht fest vermittelt, sondern nur zur Probe ausgezogen. Ich bin zwar optimistisch, dass er das rockt, aber wenn es nicht passt findet er bei uns immer ein warmes Körbchen.

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Nur mal kurz „Hallo“ sagen

Das ist einer der Klassiker unter den Aussagen fremder Hundehalter. Neben „Die regeln das unter sich“ und „der tut nix“ hört man diese Aussage meiner Meinung nach am häufigsten. Auch Morty wurde schon öfter von fremden Hunden begrüßt, oftmals auch ohne Rücksichtnahme auf uns, da er angeleint war. Zum Glück geht er damit inzwischen entspannter um, interessiert sich an der Leine weniger für Fremdhunde und ist generell ein guter Kerl. Aber das war nicht immer so. Fremde Hunde müssen sich nicht begrüßen und heute möchte ich euch verraten, wieso das der Fall ist!

Eine Geschichte aus unserem Leben

Ich habe am Anfang Hundekontakt, wann immer es ging und auch an der Leine zugelassen. Heute sehe ich das anders und würde es auch anders handhaben, aber ich habe seit Mortys Welpenzeit auch eine Menge dazu gelernt. Rückblickend glaube ich, dass einige Probleme, die wir hatten, erst dadurch entstehen konnten. Vor allem bei Unsicherheit und Frust fing Morty oft an fremde Hunde anzubellen. Irgendwann fing ich an keinen Hundekontakt an der Leine zuzulassen und da kam es zu folgender Situation:

Ich bin mit Morty an der Leine unterwegs gewesen. Zu dieser Zeit war er in einer sehr pubertären Phase. Er war aufgeregt, hatte nur Pudding im Kopf und hat gezogen wie ein Ochse. Der Spaziergang begann bereits sehr anstrengend. Zu dieser Zeit brauchte Morty Ruhe und bei Hundebegegnungen generell etwas mehr Abstand. Stichwort: Individualdistanz

Ich habe mir den kompletten Anfang des Spaziergangs die Zeit genommen Ruhe rein zu bekommen, die Aufregung zu beseitigen und an der Leinenführigkeit zu arbeiten. Das hat natürlich gedauert und wir sind nur langsam voran gekommen. Irgendwann haben wir aber sichtlich Fortschritte gemacht und der Spaziergang wurde entspannter. Wir sind dann auf eine Strecke gekommen, an der uns ein Hund entgegen kam. Der Weg war nicht sehr breit also bin ich extra 2 Meter in den Knick gegangen, damit es weiter entspannt bleit.

Leider sah der andere Halter unsere Flucht wohl als Einladung. Ist zu uns in den Knick gekommen, hat besagten Satz gesagt und seinen Hund zu uns gelassen. Ich weiß nicht wie deutlich man „Ich will keinen Hundekontakt“ ausdrücken muss, aber das Ausweichen und mehrfache Wiederholen dieser Aussage meinerseits wurden nicht respektiert!

Das Ende vom Lied war, dass Morty in die Leine gesprungen ist, gebellt hat wie ein irrer und unsere ganze Arbeit in wenigen Sekunden zu Nichte gemacht worden ist. Danach war die ganze Ruhe, die wir mühsam rein gebracht hab weg und wir mussten wieder bei Null starten.

Ich finde es absolut daneben nicht zu fragen, ob Kontakt gewünscht ist, meine Aussagen zu ignorieren und vor allem so fahrlässig seinem Hund gegenüber zu handeln. Spätestens wenn der andere Hund bellend in die Leine springt, denke ich nicht mehr dass der freundlich ist?!

Warum nicht „Hallo“ gesagt werden muss

Was der Mensch als Begrüßung sieht ist für den Hund keine freundschaftliche Interaktion und ein netter Plausch unter Nachbarn. Wir beobachten Hunde, die eine Gegend als ihr Territorium ansehen und den anderen als mögliche Konkurrenz und Eindringling wahrnehmen. Je nach Hunden wird diese Situation mal mehr und mal weniger freundlich gelöst. Manche Hunde zeigen sich selbstsicher, manche beschwichtigend und manche sehen Angriff als beste Verteidigung. Und der Mensch steht dabei daneben und interpretiert die Hunde völlig falsch.

Qualität statt Quantität

Bis Hunde wirklich entspannt miteinander umgehen können dauert das seine Zeit, deswegen sind ausgewählte Hundekontakte sinnvoller als jeden Hund mal „Hallo“ sagen zu lassen. Nur sehr selten spielen fremde Hunde miteinander, auch wenn der Mensch es gerne mal anders deutet.

Gründe warum man keinen Kontakt möchte

So genau kann ich die Gründe gar nicht festlegen, denn es gibt so viele unterschiedliche Gründe je nach Situation. Hier will ich einfach mal ein paar Beispiele nennen:

  • Läufigkeit
  • Unverträglichkeit
  • Krankheit
  • Training
  • Man will es einfach nicht

Es gibt noch viel mehr Gründe. Letzten Endes hat es den anderen aber auch nicht zu interessieren. Wenn ich nicht möchte, dass einer mal „Hallo“ sagt, dann lass ihn das auch nicht tun. Das ganze Thema ist übrigens super umfangreich und von mir hier nur kurz zusammen gefasst. Ich kann nur empfehlen sich noch etwas damit auseinander zu setzen. Das hilft einem auch Verhalten des eigenen Hundes in manchen Situationen zu verstehen.

Aber wenn man es dennoch möchte?

Letzten Endes muss jeder Hundehalter für sich selber entscheiden, wie er mit bestimmten Situationen umgeht. Das finde ich völlig okay und respektiere da auch unterschiedliche Meinungen. In die Erziehung andere mische ich mich nicht einfach ein. ABER, wenn man den Kontakt möchte, dann bitte mit Rücksichtnahme!

Das bedeutet, dass man sich beim andern Halter erkundigen sollte, ob er den Kontakt wünscht, das man ein NEIN respektiert, seinen Hund rechtzeitig anleint und vor allem, dass es keine Ausrede ist. Ich habe oft das Gefühl, dass es als Ausrede für den fehlenden Rückruf gilt und das darf es nicht sein.

Ich habe gerne mal Kontakt ohne Leine mit anderen Hunden, wenn der andere Halter es auch möchte. Viele der Hunde trifft man sowieso immer wieder und irgendwann lernen sie sich kennen. Wenn ich jemanden zum ersten Mal treffe achte ich dennoch auf respektvollen Umgang mit dem Halter und zwischen den Hunden.

Wir sind Pflegestelle

* Anzeige wegen Verlinkung

Ich hatte schon längere Zeit vor Pflegestelle zu werden. Das einzige was mich davon abgehalten hat ist eine Wohnung mit einer ansprechenden Größe für zwei Hunde & meine eigene pubertäre Fellnase. Mit unserem Umzug hat sich der eine Faktor komplett erledigt und Mortys Erziehung ist vielleicht noch nicht fertig, aber immerhin recht souverän. Er hat eigentlich ganz gut gehört und sein Kopf war nicht voller Flausen. Wieso sollte ich meine langen Semesterferien also nicht sinnvoll nutzen & einem Notfellchen eine Unterkunft geben?

Seit einer Woche ist Peter, unser Pflegehund aus Spanien, nun bei uns und ich möchte euch etwas zum Thema Pflegestelle erzählen. Vielen ist vielleicht gar nicht bewusst was das ist, wie man das werden kann und weshalb Pflegestellen für den Tierschutz so eine wichtige Rollen spielen. Und vielleicht helfe ich so dein Interesse, Pflegestelle zu werden, zu wecken. Aber ich möchte euch auch verraten welche Herausforderungen es hat und dass nicht immer alles einfach und schön ist.

Pflegestelle – Was ist das?

Eine Pflegestelle ist eine Familie, die einen Hund vorübergehend für einen gewissen Zeitraum bei sich aufnimmt, bis dieser an seine feste Familie vermittelt wird. Eine Pflegestelle ist ein Zuhause auf Zeit. Dabei ist sie die Möglichkeit für einen Hund (oder auch andere Tiere) aus dem Auslandstierschutz nach Deutschland zu reisen. Das Tier wohnt bei diesen Menschen, lernt unsere Gesellschaft & Umgebung kennen und kann von dort aus an seine hoffentlich Endstelle vermittelt werden. Auch für deutsche Tierheime gibt es Pflegestellen, die man allerdings nochmal etwas unterscheiden muss. In diesem Beitrag wird es um Auslandstierschutz gehen.

Warum sind Pflegestellen so wichtig?

Die Tierheime im Ausland sind völlig überfüllt. Meistens beherbergen diese Einrichtungen mehrere hundert Hunde unter nicht so schönen Bedingungen. Individuell betreut werden kann dort kaum ein Hund. Dennoch ist diese Situation besser als die Straße oder die Haltung unter den schlimmsten Bedingungen.

Pflegestellen bilden den Knotenhund zwischen den Tieren und möglichen Endstellen. Das Problem an Hunden aus dem Ausland ist, dass es schwierig ist einzuschätzen, wie die Hunde sind. Man bekommt ein Überraschungspaket auf vier Pfoten und kann nur schwer einschätzen wie es sein wird. Wie sind deren Charaktere? Welche Baustellen haben sie? Bestehen Probleme gegenüber anderen Hunden, Tieren, Menschen oder Kindern? Welche Baustellen gibt es so?

Die meisten Fragen können Pflegestellen für die Menschen, die einen Hund adoptieren wollen, heraus finden. Sie lernen die Hunde kennen und bereiten sie etwas für ihre Endstelle vor. Den Hund nicht richtig einschätzen zu können, ist ein Punkt, der viele Menschen von einer Adoption abhält. Ein Hund auf einer Pflegestelle kann besser eingeschätzt werden. Und das Wichtigste: Pflegestellen machen es möglich, dass Interessenten die Hunde vorher auch kennen lernen und schauen können, ob es wirklich passt!

Wie kann man Pflegestelle werden?

Die Kriterien für eine Pflegestelle können von Verein zu Verein variieren. Man meldet sich bei einem Verein, der mit Pflegestellen arbeitet. Ein paar Vereine füge ich euch am Ende des Beitrages an!

Man kann Wünsche äußern, welcher der potenzielle Pflegehund werden kann. Geschlecht, Größe und Alter sind z.B. Punkte, die man gut beeinflussen kann. Man kann auch charakterliche Präferenzen äußern, doch da würde ich Aussagen etwas mit Vorsicht genießen. Die Hunde können sich hier doch anders benehmen, als man vielleicht erwartet, auch wenn sich Tendenzen natürlich erkennen lassen. Als Pflegestelle ist man aber auch dafür da genauere Aussagen über den Charakter zu treffen und evtl. Aussagen des Vereins zu korrigieren.

Wir haben z.B. gesagt, dass wir erstmal eher kleinere Hunde aufnehmen wollen, da wir uns erstmal an die Aufgabe heran tasten wollten. Mir wurde dann Peter geschickt und ich hab gleich „Ja“ zu ihm gesagt.

Bei unserem Verein mussten wir zunächst eine Selbstauskunft ausfüllen, hatten ein Telefonat mit einer Mitarbeiterin und hatten auch eine Vorkontrolle. Hört sich schlimmer an als es sich anhört. Das ganze ging recht fix und unkompliziert. Das kann aber sicherlich von Verein zu Verein variieren.

Was macht man dann als Pflegestelle?

Sobald der Hund eingereist ist lebt er bei einem, als wäre er der eigene Hund. Man füttert ihn, geht Gassi, beginnt mit der Erziehung. Manchmal gibt es Baustellen, die man angehen muss. Stubenreinheit, Alleine bleiben oder auch Probleme, die mit einer traurigen Vergangenheit des Hundes zusammen hängen, müssen in Angriff genommen werden. Währenddessen wird der Hund vermittelt und man muss sich mit möglichen Interessenten treffen, damit diese den Hund kennen lernen können.

Dabei bleibt der Hund Eigentum des Vereins und dieser kommt somit auch für alle Kosten auf, kümmert sich um Vermittlung etc. Natürlich kann man den Verein unterstützen, indem man beispielsweise Futterkosten übernimmt. Aber der Verein hat auch Mitspracherecht bei Themen, die den Pflegehund betreffen. Er darf z.B. nicht einfach vermittelt werden und bei Tierarztbesuchen muss man sich mit dem Verein absprechen.

Eine Aufgabe mit Höhen und Tiefen

Es ist natürlich wundervoll ein Tier bei sich aufzunehmen und ihm neue Chancen zu bieten, doch mit der Aufnahme eines Pflegehundes kommen auch gewissen Probleme und Verantwortung mit.

Man weiß nicht was für ein Tier man bei sich aufnimmt und wie es ist, wenn es erstmal aufgetaut ist. Welche Baustellen hat der Hund? Man sollte sich drauf einstellen, dass der Hund mit Baustellen zu einem kommt. In unserem Fall konnte Peter nichts und wir haben mit allem bei 0 gestartet. Er ist ein bisschen wie ein einjähriger Welpe. Er musste alles noch lernen und dennoch hatten wir Glück. Bis auf Unsicherheit gegenüber fremder Hunde, die er mit Bellen zeigt, ist Peter ein toller Hund. Aber nicht jeder hat so viel Glück. Entweder der Hund ist so einfach oder noch einfacher als Peter oder man hat Pech und er hat vielleicht schlimme Erfahrungen gemacht und ist super ängstlich oder so. Man kann es vorher nie genau wissen.

Außerdem geht mit jedem Hund, der einzieht, eine menge Arbeit einher. Gassi, Pflege, Erziehung… jeder Hund macht Arbeit und diese darf man nicht unterschätzen. Auch ein Pflegi als Zweithund handelt man nicht mal so nebenbei ab. Manche Aufgaben lassen sich einfach nicht parallel abarbeiten. So ist es bei uns. Wir haben jetzt ein Pubertier und einen großen Welpen zuhause. Peter ist nicht stubenrein und man muss immer ein Auge auf ihn haben. Sitz, Platz und Grundkommandos müssen wir ihm alles beibringen. Das kann er nicht plötzlich von selber und hat es nie gelernt.

Welche Vereine suchen Pflegestellen?

Es gibt eine menge Vereine mit Hunden von den unterschiedlichsten Stellen. Ich nenne euch jetzt ein paar Adressen, die ich von mir oder aus meinem Umfeld her kenne & evtl. ist für euch das Passende dabei.

SALVA-Hundehilfe e.V.

Ist der Verein, über den Peter zu uns gekommen ist. Der Kontakt stammt von einer Followerin, der ich schon länger folge und mit der ich bereits vor einiger Zeit mich zum Thema Pflegestelle ausgetauscht habe. SALVA holt Hunde aus Parnter-Tierhiemen, Tötungsstationen oder privaten Tierschützern im europäischen Ausland. SALVA arbeitet in ganz Deutschland.

Tierschutzgruppe Herzensmenschen e.V.

Das ist ein Verein, den ich durch Profile kennen gelernt habe, denen ich folge und die Pflegestelle für diese Verein sein durften. Hauptsächlich konzentriert sich dieser Verein auf Hunde aus Rumänien.

Ihr dürft mich natürlich bei Fragen jederzeit per Mail oder per Instagram DM kontaktieren ♥

Sommer, Sonne, Sonnenschein – Lass nicht den Hund im Auto allein

Jedes Jahr lassen Besitzer ihre Hunde bei hohen Temperaturen im Auto. Jedes Jahr erleiden viele Hunde einen Hitzschlag und jedes Jahr sterben Hunde daran. Bei hohen Temperaturen sollten Hunde nicht im Auto gelassen werden, denn „nur mal kurz“ ist für viele Hunde ein Todesurteil. In diesem Beitrag möchte ich dir verraten weshalb das so schlecht ist, was du tun kannst, wenn du dennoch einen eingesperrten Hund siehst. Aber am aller wichtigsten ist die Frage, was kannst du tun, um dem Hund zu helfen?

Wie komme ich überhaupt auf das Thema? Es ist zwar noch kein Hochsommer in Norddeutschland ausgebrochen, doch auch bei vergleichsweise milden Temperaturen ist Vorsicht geboten. Auch im Frühling und im Herbst kann es zu einer starken Erwärmung der Fahrzeuge kommen. Nicht selten steige ich auch im März mit einem „Uff“ ins Auto ein, weil dieses sich beim Stehen erwärmt hat und zum Backofen mutiert ist. In den Fahrzeugen ist es nicht selten auch für den Menschen unaushaltbar und dem Hund geht es nicht anders.

Ganz im Gegenteil: Hunde verkraften die Hitze sogar schlechter als wir Menschen. Hunde können kaum schwitzen, da sie nur wenige Schweißdrüsen besitzen. Sie können fast nur über Hecheln und Flüssigkeitsaufnahme ihre Temperatur regulieren. Ab 22°C bis 25°C werden Hunde bereits zu faulen Socken und reduzieren ihre Aktivität. Sie werden träge und liegen lieber an schattigen Plätzchen herum.

Autos können sich innerhalb kürzester Zeit auf unaushaltbare Temperaturen erhitzen. Bereits ab 25°C kann der Hund allerdings seine Temperatur nicht mehr rein über das Hecheln regulieren. Diese Temperaturen erreichen Fahrzeuge sehr schnell. Auch das Fenster einen Spalt breit auf lassen oder im Schatten parken bieten bei Hitze keine gute Lösung. Zur Verdeutlichung wie schnell das Auto sich erwärmt habe ich einmal diese Grafik für euch heraus gesucht.

Quelle: PETA

Es gibt übrigens Hunderassen, die aufgrund ihrer Behaarung oder ihres Körperbaus deutlich sensibler auf hohe Temperaturen reagieren. Hunde mit dichtem oder langem Fell und brachycephale Hunderassen können Hitze noch schwerer vertragen.

Wie erkenne ich, dass es einem Hund schlecht geht?

Wenn du einen eingesperrten Hund siehst solltest du erstmal schauen wie es ihm geht. Folgende Anzeichen sind Indikatoren für das Wohlbefinden des Hundes:

  • Hecheln
  • Apathie
  • Nervosität

Was ist ein Hitzschlag?

Ein Hitzeschlag bedeutet Lebensgefahr. Der Körper überhitzt. „Schwitzen“ und Wasseraufnahme können diesen Zustand nicht mehr ausgleichen. Die Organe und der Kreislauf des Hundes kann versagen.

Zu diesem Zustand kann es nicht nur in zu heißen Autos kommen, denn auch extreme körperliche Überanstrengung kann zu diesem Zustand führen.

Einen Hitzschlag erkennst du beim Hund unter den voran gegangenen Merkmalen und zusätzlich starkem Taumeln, Erbrechen, einer dunklen Zunge und einem glasigen Blick.

Du siehst einen Hund bei hohen Temperaturen im Auto? Was kannst du tun?

  • Such den Besitzer, lass ihn ausrufen! Wenn du ihn ausfindig machen kannst kläre den Besitzer auf.
  • Mache Menschen um dich herum auf die Situation aufmerksam.
  • Wenn du ihn nicht findest oder es dem Hund bereits schlecht geht kannst du die Polizei rufen, die den Hund aus der Hitzefalle befreit
  • Nach StGB §34 darfst du im Notfall auch selber handeln

Es kann hilfreich sein die Situation in der sich der Hund befindet zu dokumentieren.

Erste Hilfe beim Hitzeschlag

Schritt 1: Bringe den Hund in eine kühlere Umgebung. Das bedeutet, dass du ihn vom Auto direkt in den Schatten bringen solltest.

Schritt 2: Kühle den Hund ab. Wichtig ist, dass die Abkühlung behutsam erfolgt. Dafür kannst du beispielsweise ein feuchtes Tuch, T-shirt oder sonstigen Stoff nutzen.

Schritt 3: Da Hunde ihre Körpertemperatur auch über Flüssigkeit regulieren, solltest du ihm Wasser anbieten. Dieses sollte nicht kalt sein.

Schritt 4: Feuchte Umschlage an den Beinen und Pfoten anbringen, da das verdunstende Wasser bei Senkung der Körpertemperatur helfen kann.

In jeden Fall, sollte im Anschluss ein Tierarzt aufgesucht werden. Reagiert der Hund bereits nicht mehr und kann auch nicht selber trinken, sollte er sofort zum Tierarzt gebracht werden.

Was kannst du tun um einen Hitzschlag zu vermeiden?

Zunächst einmal das offensichtlichste: Den Hund im Sommer auf jeden Fall nicht im Auto lassen, auch wenn es „nur al kurz“ ist. Lass ihn lieber Zuhause.

Auch anstrengende körperliche Aktivitäten sollte bei höheren Temperaturen vermieden werden. Verlege solche Aktivitäten lieber auf früh morgens oder spät abends, wenn die Temperaturen gesunken sind.

Ich gehe an heißen Tagen generell eher morgens oder abends die große Runde mit Morty. Wenn es sich mittags doch nicht verhindern lässt sind wir allerdings immer dort zu finden, wo Wasser ist, damit er sich zwischendurch immer mal abkühlen kann.

Mein Hund – Mein Therapeut

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Foto von @bernsteinmonster

Haben Hunde eine Auswirkung auf die menschliche Psyche und wie können Hunde psychisch erkrankten Menschen helfen. Darum soll es heute hier gehen. Ich werde von meinen eigenen Erfahrungen berichten und euch aber auch einige Fakten nennen, damit ihr seht, dass es Hand und Fuß hat und nicht nur leeres Geschwätz von mir ist 😊

Es gibt bereits viele Studien, die belegen, dass Hunde eine sehr positive Wirkung auf die Stimmung von Menschen haben. Es wurde nachgewiesen, dass bereits ein einmaliger Kontakt mit einem Hund einen messbaren Effekt auf die Psyche hat.

So gibt es beispielsweise in den USA immer mehr Therapiehunde an den Unis, da diese eine positive Auswirkung auf gestresste Studenten haben. Laut einer Studie haben bereits 10 Minuten Kontakt mit einem Hund einen Einfluss auf den Oxytocin-Spiegel. Dieser wird durch Hunde erhöht. Es ist ein Hormon, welches soziale Bindungen stärkt und Gefühle der Geborgenheit hervorruft. Außerdem reduziert es Stress und hebt die Stimmung. Außerdem wurde in einer Studie festgestellt, dass ein Hund die Lebensdauer eines Menschen verlängern kann. Das lässt sich unter anderem darauf schließen, dass Hundemenschen aktiver sind und sich viel in der Natur aufhalten. Ebenfalls spielt es eine große Rolle, dass Hunde eine so positive Wirkung auf die Psyche und Stimmung des Menschen haben. Doch bei welchen Erkrankungen kann ein Hund eine Hilfe sein?!

Hunde können sowohl bei physischen als auch bei psychischen Erkrankungen eine Hilfe sein. Ich werde hier jedoch nur darauf eingehen, dass ein Hund auch ein guter Therapeut sein kann. Hunde können beispielsweise bei den folgenden psychischen Erkrankungen helfen:

  • Schizophrenie
  • Essstörung
  • Depressionen
  • bipolare Störung
  • Borderline
  • Angstzustände/Panikattacken

Speziell für diese Erkrankung ausgebildete Hunde sind dann in der Lage seinen Halter auf ein bestimmtes Verhalten oder Verhaltenswechsel aufmerksam machen. Außerdem sind die Halter durch ihren Hund gezwungen sich um ein Lebewesen zu kümmern. Ebenso sind sie gezwungen ihr Haus / Wohnung z.B. für Gassierunden verlassen zu müssen. Die Hunde sind immer da und nehmen dem Halter ein wenig das Gefühl der Einsamkeit und sie fühlen sich durch ihren Hund geliebt. In Fällen psychischer Erkrankungen sollen die Hunde das Selbstvertrauen des Halters fördern. Sie helfen dabei Ängste abzubauen und können in stressigen Situationen beruhigend auf den Halter einwirken.

Viele Assistenzhundehalter bilden ihre Hunde selbst aus und suchen sich ab und an Hilfe vom Hundetrainer. Eine staatliche Prüfung gibt es in Deutschland allerdings nicht. Alle in Deutschland angebotenen Prüfungen sind nichts rechtsrelevant und wertlos.

Du fragst dich wie ein Hund seinem Menschen konkret helfen kann, hier einige Beispiele:

  • Licht an- und ausschalten (z.B. nach Alpträumen)
  • aus Alpträumen wecken
  • Unterbrechen von Panikattacken, Selbstschädigung, Flashbacks etc.
  • Distanzen schaffen und nachvorne/hinten absichern
  • nach Hause oder zum Ausgang (in Geschäften) führen
  • an einen ruhigen/sicheren Ort odereiner Sitzgelegenheit führen
  • an den Rand einer Menschenmenge führen
  • auf Kommando bellen (zur Abschreckung)
  • an Medikamente erinnern
  • Räume nach Menschen absuchen und ggf. anzeigen
  • aus unangenehmen Situationen/Gesprächen herausziehen
  • sich über ängstliche Personen legen, um körperlichen Komfort bei Angstattacken zu bieten
  • stark depressive Personen werden daran erinnert ihr Bett zu verlassen
  • sie können ein Telefon bringen, um Hilfe zur rufen

Auch wenn nachweislich erkennbar ist, dass Hunde die Psyche und den Körper ihres Halters positiv stärken, wird eine Hundetherapie oder eine Ausbildung zu einem Assistenzhund nicht von der gesetzlichen Krankenkasse gezahlt. Doch wo sollte man einen Hund antreffen, der den Erkrankten helfen kann?!

Foto von @bernsteinmonster

Meiner Meinung nach gibt es viele Einrichtungen, in denen Hunde erlaubt sein sollten. Entweder die Hunde der Patienten oder auch ein Besuchshund, der dann beispielsweise einmal die Woche die Erkrankten besucht.

Ich finde Hunde sind in psychiatrischen Einrichtungen sehr sinnvoll, ob nun ambulant in einer Tagesklinik oder auch stationär. Auch in Alten- und Pflegeheimen sind Hunde eine großartige Aufmunterung und Abwechslung für die Bewohner. Ebenso in einem Hospiz oder in Krankenhäusern, auch wenn es da aufgrund der Hygienevorschriften bestimmt nicht ganz einfach ist. Auch in Rehakliniken sollten Hunde erlaubt sein. Denn in all diesen Bereichen geht es um Menschen, denen etwas fehlt oder Schlimmes widerfahren ist oder sie schlimm erkrankt sind.

Hunde können die Menschen dort beruhigen, etwas von Stress und Anspannung befreien und die Menschen einige Zeit abschalten lassen. Sie bekommen positive Gefühle und nehmen diese dann mit in ihren Alltag.

Auch in Schulen können Hunde sinnvoll sein, da sie beruhigend auf die Kinder einwirken können. Es gibt die Möglichkeit eine Ausbildung mit seinem Hund zum „Schulhund“ zu machen.

Ihr fragt euch sicherlich, warum ich mich so viel mit diesem Thema beschäftige. Das hat eine ganz einfache Erklärung, ich bin selbst psychisch erkrankt und möchte anderen helfen und von meinen eigenen Erfahrungen sprechen. Ich selbst bin seit vielen Jahren depressiv und hatte Anfang 2019 eine so schlimme Phase, dass ich nicht mehr arbeiten konnte und auch Panikattacken und Angstzustände dazu kamen. So war ich dann 2019 für sechs Wochen in einer Tagesklinik und auch danach noch nicht wieder in der Lage arbeiten gehen zu können. Somit entschied ich mich, dann diese Zeit zu nutzen und schaute mich nach einem Hund um. Ich wollte einen aus dem Tierschutz und habe dann im September 2019 Lizzy gefunden.

Seit Ende September 2019 lebt Lizzy nun bei mir und sie hat vieles in meinem Leben verbessert. Zum einen bin ich wirklich gezwungen wieder regelmäßig das Haus zu verlassen, damit Lizzy ausreichend Auslauf und Beschäftigung bekommt. Zudem traue ich mich auch wieder mehr unter Leute und größere Menschenmengen. Somit kann ich in Begleitung von Lizzy z.B. wieder einen Wildpark besuchen oder auch mal zu Fuß in die Stadt gehen. Dies alles war vorher kaum möglich, da ich weder das Haus verlassen habe noch den Mut hatte mich der „Gefahr“ von großen Menschenmengen auszusetzen.

Zudem hat Lizzy sehr schnell realisiert was mit mir los ist und sie merkt vor mir, dass eine Panikattacke im Anmarsch ist. Sie kommt dann zu mir und legt ihren Kopf auf meine Beine oder wenn wir spazieren sind, dann zieht sie mich an ruhigere Orte. Somit konzentriere ich mich dann auf sie und streichle sie, das verhindert teilweise die Panikattacke oder sie wird nicht so schlimm. Allein die Anwesenheit von Lizzy kann mich jederzeit beruhigen und mich aus einer Panikattacke zurückholen. Ich merke wie ich entspannen kann und runterfahren kann sobald Lizzy bei mir ist und ich sie streicheln kann.

Ebenso bin ich für sie auch eine große Hilfe, da auch Lizzy unter Ängsten leidet. Wir ergänzen uns total gut und stärken und stützen uns gegenseitig. Im Jahr 2020 war ich auch noch bei einer Reha und habe Lizzy nach 4 Wochen Aufenthalt noch zu mir in die Klinik geholt. Da es mir dort immer schlechter ging war es schließlich die Anordnung meiner Therapeutin, dass ich Lizzy für die letzten 2 Wochen der Reha zu mir holen soll. Und was soll ich sagen, es war eine riesen Hilfe. Ich konnte mich sofort besser auf alles einlassen und war viel entspannter und ausgeglichener. Natürlich ist ein Hund kein Allheilmittel und ersetzt auch keine ärztliche Behandlung oder Therapie. Aber ein Hund kann eine super Unterstützung und Ergänzung zur Behandlung darstellen.

Ich hoffe euch hat dieser Beitrag gefallen und wenn ihr Fragen habt oder ähnliche Probleme, dann dürft ihr mir gerne schreiben. Ihr findet mich bei Instagram unter dem Namen „bernsteinmonster“.

Foto von @bernsteinmonster

Vielen Dank für diesen tollen und ehrlichen Beitrag liebe Marit ♥

Zeckenzeit & Zeckenkrankheiten

Die Temperaturen werden wieder wärmer und mit den erhöhten Temperaturen kommen auch die Zecken. Sie lauern in Büschen und auf Grashalmen bis eine Fellnase vorbei läuft. Mit ihren Hinterbeinen halten sie sich an der Pflanze fest und die Vorderbeine greifen nach dem Hund, wenn er vorbei läuft. Doch nicht alle Zecken lauern in den Büschen und warten auf ihre Beute. Es gibt Zecken, die richtig auf die Jagd gehen.

Haben sie ihr Opfer gefunden klettern sie auf ihm herum, auf der Suche nach dem idealen Ort. Sie sind wählerisch und krabbeln bis zu mehreren Stunden auf ihm herum bis sie eine feuchte, warme, gut durchblutete und dünne Haut gefunden haben. Dann beginnt das Festmahl. Sie ritzen die Haut auf und führen ihren Saugrüssel in die Wunde und saugen sich voll.

Nach dieser Beschreibung kribbelt mir der ganze Körper. Zecken finde ich persönlich super eklig. Ich möchte sie weder an mir, noch an meinem Hund haben. Denn sie können schlimme Krankheiten auf Hund und Mensch übertragen. Welche genau möchte ich euch vorstellen.

Babesiose

Die Krankheiserreger Babesien werden von der Auwaldzecke übertragen. Während sie früher noch als Krankheit galt, welche aus dem Urlaub im Mittelmeerraum mitgebracht wurde, ist sie inzwischen auch in unseren Breitengraden immer häufiger anzutreffen und „heimisch“. Sie ist mittlerweile in ganz Deutschland verbreitet.

Ca. 12 bis 72 Stunden nach dem Stich beginnen die Babesien die roten Blutkörperchen zu zerstören. Verläuft diese Krankheit akut treten zwischen 10 und 21 Tagen nach dem Stich die ersten deutlichen Symptome auf.

Symptome:

  • Fieber
  • Schlappheit
  • Futterverweigerung
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • bräunlich/roter Urin
  • Husten

Die Nieren können versagen, es kann nicht mehr genug Sauerstoff transportiert werden, der Hund wird bewusstlos.

Borreliose

Die Borreliose ist eine bakterielle Infektion, welche durch Borrelien verursacht wird. Diese Bakterien leben eigentlich im Darm der Zecke, vorzugsweise in dem des Gemeinen Holzbocks, doch können bei einem Stich aktiviert werden. Die Übertragung von Zecke auf den Hund muss nicht sofort erfolgen. Da sie erst mit Blutaufnahme aktiv werden kann die Übertragung bis zu 24 Stunden dauern.

Symptome:

  • Fieber
  • Müdigkeit
  • Leistungsverlust/-unlust
  • Gewichtsverlust
  • neurologische Ausfälle

Anaplasmose

Anaplasmen sind Blutparasiten, welche einen Teil der weißen Blutkörperchen befallen können. Diese Krankheit wird auch durch den Gemeinen Holzbock übertragen und ist vor allem in Nordeuropa verbreitet.

Diese Krankheit kann phasenweise und über mehrere Jahre andauern. Scheint der Hund genesen, kann diese Krankheit erneut ausbrechen, wenn das Immunsystem des Hundes anderweitig geschwächt wird.

Symptome:

  • Hohes Fieber
  • Schwäche
  • Appetitlosigkeit
  • Lahmheit
  • Blutung aus Körperöffnnungen

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Auch diese Krankheit wird vom Gemeinen Holzbock übertragen. Sie ist vor allem kritisch, wenn bereits eine Schwächung des Immunsystems vorliegt, da sie dann das zentrale Nervensystem schädigen kann, indem sie eine Hirnhaut und/oder eine Gehirnentzündung auslöst.

Diese Krankheit ist nicht in ganz Deutschland verbreitet. Vor allem in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen ist sie zu finden.

Ehelichiose

Diese Krankheit kommt zwar eher im Mittelmeerraum vor, doch konnte auch bereits im Saarland nachgewiesen werden und wird von der braunen Hundezecke übertragen. Ausgelöst wird sie durch den Erreger Ehrlichia canis, welcher nach ca. 3 Stunden Blutsaugen übertragen wird.

Je nachdem wie rechtzeitig gehandelt wird sind die Heilungschancen gut oder schlecht.

Symptome:

  • Müdikgkeit
  • Gewichtsverlust
  • Wassereinlagerungen
  • Erbrechen
  • Blutungen aus Körperöffnungen