Mein Leben mit einem Hund aus der Arbeitslinie

*Werbung wegen Accountnennung

In meinem Beitrag über die Show- und Arbeitslinie beim Australian Shepherd habe ich euch beide Linien vorgestellt und etwas allgemeiner die Eigenschaften und Unterschiede erläutert. Morty ist, wie ich bereits sagte, eine Mischung aus beiden Linien und ich kann definitiv Züge beider Linien erkennen, sowohl in Aussehen als auch Charakter. Natürlich interessiert mich aber auch, wie es mit einem Hund der einen oder der anderen Linie wäre und wie ausgeprägt sich manches Verhalten zeigen würde.

Die liebe Lena, die ihr auf Instagram unter @falbenpfoetchen findet hat einen Aussie aus der Arbeitslinie und hat sich angeboten einen Gastbeitrag darüber zu schreiben. Darf ich vorstellen: Cooper

Bild von @falbenpfoetchen

Cooper ist ein reinrassiger Aussie aus der Arbeitslinie und stellt uns damit so manchmal vor ganz große Herausforderungen im Alltag. Fast jeder Mensch, der das erste Mal auf uns trifft fragt unweigerlich, aus welcher Rasse unser Aussie-Mix denn stammt. Die Verwunderung ist jedes Mal groß, denn Cooper ist ja kein Mix. Dass die Menschen ihn aber irrtümlich für einen Mix halten hat aber auch einen ganz einfachen Grund. Als Arbeitslinie ist Cooper zwar an einige Rassestandards gebunden, jedoch beziehen diese nicht so sehr auf die Optik des Hundes, sondern eher auf die Arbeitseigenschaften. Denn genau hierfür wurde er gezüchtet, zum Arbeiten. Cooper hat weder dicke Unterwolle, eine kräftige Figur noch die typischen Ohren. Cooper ist zwar ein Blue Merle, aber bei weitem nicht so kontraststark wie in den Rassestandards vorgesehen. Die meisten halten ihn für einen Aussie-Border-Mix. 

Bild von @falbenpfoetchen

Neben der Optik wird die Arbeitslinie aber auch besonders deutlich in den Charaktereigenschaften von Cooper. Er hat einen extrem stark ausgeprägten Hüte- und Schutztrieb, ist dominant, sehr schlau und vertritt seine eigenen Ideen zunächst sehr standhaft. 

Der Hütetrieb wird so ziemlich in jeder Situation sichtbar. Bei schnellen Bewegungen von anderen Tieren oder Menschen werden diese versucht einzufangen und in den vorgesehenen Radius zurückgedrängt. Dieses Verhalten muss von uns stets im Auge behalten werden und früh unterbunden werden, wenn nicht erwünscht. Zum Hütetrieb gehört auch ganz klar das Zwicken des zu hütenden Objekts. Auch hier muss man aufpassen, einen Blick auf den Hund haben und das Verhalten unterbinden, wenn nicht gewünscht. Im Spiel mit anderen Hunden handelt es sich in 90% der Fälle nicht um ein richtiges Spiel, eher um den Hütetrieb. Cooper jagt anderen Hunden hinterher, umkreist diese und zwickt in die Hinterbeine. Er ist dabei sehr körperlich unterwegs und nimmt keine Rücksicht auf die Befindlichkeiten des anderen Hundes. Auch hier sind wir als Halter gefragt dieses im Blick zu haben. 

Seinen Hütetrieb darf Cooper bei uns im Stall bei den Pferden ausleben und das genießt er total. Die Arbeit am Pferd bereitet ihm viel Freude und gibt ihm eine sinnvolle Aufgabe. 

Cooper wendet seinen Schutztrieb nur in Bezug auf seine “Herde” an. Diese besteht aus uns Menschen und unserem Pferd. Deutlich wird der Schutztrieb, wenn in Cooper’s Augen ungewöhnliche Dinge passieren. In Wäldern, besonders bei Ausritten mit dem Pferd, zeigt er Wild und Menschen konsequent mit einer stillen Anzeige an. Das Wild ergreift meistens die Flucht. Andere Menschen werden toleriert, wenn sie sich nicht “komisch” verhalten. Verhalten sich Menschen aber ungewöhnlich, dann ändert sich Cooper’s Verhalten sehr schnell. Der einst freudige Hund beäugt und beobachtet den Menschen ganz genau. Kommt dieser uns zu nah und verhält sich weiterhin komisch, kommt meist keine Androhung mehr von Cooper, sondern er geht direkt nach vorne. Auch hier ist man als Halter gefragt genau zu beobachten und entsprechend zu reagieren. 

Ich korrigiere nicht immer jeden Trieb von Cooper, da an manchen Stellen genau dieser Trieb von mir gewünscht ist. Sowohl der Hüte- als auch der Schutztrieb. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass gerade die Arbeitslinie dazu gezüchtet wurde selbstständig Entscheidungen treffen zu können und genau dieses passiert sehr häufig bei einem Aussie aus der Arbeitslinie. Da werden dann auch mal Entscheidungen des Halters hinterfragt, umgangen oder ausgepöbelt. 

Einen zeitlichen Mehraufwand hat die Arbeitslinie gegenüber einer Showlinie meiner Meinung nach nicht. Cooper hat sein tägliches Programm. Mal besteht dieses aus geistiger und mal aus körperlicher Auslastung. Die Arbeitslinie fordert viel Verantwortung durch den Hundehalter ab, aber ansonsten ist die Arbeitslinie eben auch einfach nur ein Aussie. 

Bild von @falbenpfoetchen

Fazit von Joana

Ich liebe es die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Aussehen, Charakter und Verhalten zu sehen. Das ist einfach total interessant. Vergleiche ich Morty und Cooper kann ich ganz eindeutig Unterschiede und Gemeinsamkeiten erkennen.

Beispielsweise finde ich Morty und Cooper von der Schnauze her sehr ähnlich. Beide haben keine so hohe Stirn und eine etwas längere Schnauze. Auch Morty ist nicht so kompakt und kräftig gebaut, wie es bei der Showlinie vorgesehen ist. Einen deutlichen optischen Unterschied gibt es jedoch: Morty hat eindeutig flauschigeres Fell und mehr Unterwolle. Da kommt wohl der Papa durch.

Auch charakterlich kann ich einige Gemeinsamkeiten erkennen, nur dass diese Verhaltensweisen bei Morty weniger stark ausgeprägt sind. Beispielsweise hat mein Hund zwar einen Hütetrieb, der ist jedoch weniger ausgeprägt. Er kann gut mit anderen Hunden spielen, nur manchmal muss ich ihn etwas zügeln, da er hütet. Menschen lässt er eigentlich immer ihren Weg gehen.

Nochmal vielen Dank für deinen Beitrag Lena ♥

Arbeits- und Showlinie beim Australian Shepherd

*Werbung wegen Accountnennung Wie bei vielen anderen Hunderassen gibt es auch beim Aussie die Unterteilung in Showlinie und Arbeitslinie. Doch welche Merkmale haben die jeweiligen Linien und worin unterscheiden sich beide? Welche Gemeinsamkeiten gibt es? Welchen Einfluss hat die Linie auf den Charakter und Verhalten? Übrigens: Nur weil ein Hund aus einer Linie stammt, bedeutet… Weiterlesen Arbeits- und Showlinie beim Australian Shepherd

Rasseportrait: Labradoodle

*Werbung wegen Accountnennung

Ich habe in meiner Instagram-Story gefragt, ob es vielleicht den ein oder anderen gibt, der Lust hätte einen Gastbeitrag für meinen Bog zu schreiben. Die liebe Katharina, die ihr bei Instagram unter @cooperofdoodleroodle findet hat sich gemeldet und möchte euch heute einmal den Labradoodle vorstellen.

Bild von @cooperofdoodleroodle


Heute würde ich euch sehr gerne meine Rasse vorstellen! Vorher möchte ich mich aber erst bei euch vorstellen:

Ich bin der Cooper und wohne in Rheinland-Pfalz. Geboren bin ich am 13.09.2020 bei DoodleRoodle in Römild und lebe seit dem 14.11.2020 bei meiner Familie wo ich mich auch sehr wohl fühle! Jetzt erzähle ich euch mal etwas von meiner Rasse. Nämlich dem Labradoodle!

Geschichte vom Labradoodle

Der Labradoodle wurde 1989 von einem Mann Namens „Wally Conron“ gezüchtet! Wally Conron wollte einen Blindenhund erschaffen, der aber auch gleichzeitig für Menschen mit einer Hundehaar-Allergie geeignet ist.
Daher kreuzte er einen bekannten Blindenhund nämlich den „Labrador Retriever“ mit dem Großpudel, der kein Unterfell hat. Die dabei entstandenen Hunde wurden „Labradoodle“ genannt.

Was für ein Fell haben Labradoodle?

Labradoodles können das Fell vom Labrador oder auch das Fell vom Pudel erben. Aber meistens ist es ziemlich sicher das ein ausgewachsener Labradoodle ein etwas lockigeres Fell hat!

Charakter

Labradoodles sehen nicht nur freundlich aus, sie sind es auch! Meistens lässt sich das Verhalten aber nicht so genau sagen, da zwei verschiedene Rassen im Spiel sind! Oft sind die Doodles verschmust, sozial und sind super als Familien und Blindenhund geeignet!

Versteht sich ein Labradoodle mit anderen Hunderassen?

Eigentlich verträgt sich ein Labradoodle mit jeder Hunderasse. Je früher der Hundebesitzer mit der Sozialisierung seines Hundes anfängt, desto früher wird der Hund mit anderen Hunden besser klar kommen. Aber das gilt ja sowieso für alle Hunderassen und nicht nur für den Labradoodle!

Ernährung eines Labradoodles


Da der Labrador ziemlich Verfressen ist und leicht zum Übergewicht neigen kann, sollte man sich bewusst sein, dass einen Labradoodle das meistens dann auch ist.

Das war meine kurze Vorstellung von meiner Rasse, dem Labradoodle!
C O O P E R

Bild von @cooperofdoodleroodle

Rückwärtsniesen

*Werbung wegen Acountnennung

Ich hatte auf Instagram gefragt, ob der ein oder andere Lust hätte einen Blogbeitrag für mich zu schreiben und die liebe Lena, die ihr dort unter @_shorty.elli_ findet, hat sich bei mir gemeldet. Sie wollte gerne einen Beitrag über das Rückwärtsniesen schreiben. Ein Verhalten, dass die meisten sicherlich bereits bei ihren Hunden beobachten konnten:

Bild von @_shorty.elli_

Mein Name ist Lena (28) und zu uns gehört die Liebe Elli. Elli ist seit Ende Dezember nun ein Jahr alt, ist aus Rumänien und unser erster Hund.

Vor einiger Zeit als der erste richtige Frost kam, hat Elli das erste Mal so röchelnde Geräusche gemacht. Ich schob es auf den Frost von der Wiese, wo sie mit der Nase klebte. Ich hatte Angst keine Frage und keiner aus der Community konnte mir etwas zu ihrem Verhalten sagen. Es kam nicht wieder vor…

Bis plötzlich nach dem Spielen auf dem Sofa das Geräusch wieder kam. Ich googelte gefühlt um mein Leben, bevor ich den Tierarzt anrufen wollte. Elli sah aus, als ob sie erstickte. Ich fand die Lösung und Elli beruhigte sich wieder. Nun möchten wir euch aufklären.

Deine Fellnase macht röchelnde oder schnarchähnliche Geräusche? Keine Panik! Das Rückwärtsniesen kommt beim Hund häufiger vor als wir denken.

Was ist Rückwärtsniesen?

Rückwärtsniesen (engl. Reverse Sneezing) ist ein Reflex, bei dem das Tier schnell und ruckartig Luft aufsaugt. Ähnlich wie ein normales Niesen nur anders herum. Meist verkrampfen die Hunde dabei und können auch panisch werden.

So besorgniserregend diese Anfälle auch aussehen, sind sie in der Regel völlig harmlos. Auch wenn die Anfälle oft mit einer kurzzeitigen Atemnot verbunden sind, dauert diese meist nur wenige Sekunden, selten Minuten, an. Besonders junge und kleine kurzköpfige Hunderassen sind anfällig für das Rückwärtsniesen, wie z.B. der Mops oder die Bulldogge.

Wie passiert so etwas?

Die Ursache ist noch relativ ungeklärt. Man geht aber davon aus, dass Reizungen im Rachen, in der Kehle oder im Kehlkopf für das Rückwärtsniesen verantwortlich sind.

Als mögliche Reizauslöser kommen in Frage:

  • Pollen
  • Toben und Spielen
  • intensive Gerüche wie Zigarettenrauch, Parfüm oder Putzmittel
  • Entzündungen der Mandeln (Tonsillitis) oder des Rachens (Pharyngitis)
  • Aufregung
  • zu enges Halsband
  • Allergien
  • zu langes Gaumensegel
  • evtl. auch Milbenbefall

Wie kann ich meinem Hund helfen?

Das Wichtigste ist erstmal Ruhe zu bewahren! Meine Angst um Elli damals half ihr sicher nicht. Schlimmer! Dadurch begann sie panisch zu werden.

Nach dem Ratschlag von Tante Google ging ich ruhig zu ihr, streichelte 2x über ihren Brustkorb und klopfte danach 2x ganz leicht darauf. Dies widerholte ich und redete weiterhin ruhig auf sie ein.

Uns hat es schon viel gebracht. Sollte es mal nicht helfen, hier noch ein paar Tipps:

  • über den Hals streicheln
  • Trinken anbieten
  • Leckerli anbieten
  • Nase für 2 Sekunden zu halten

Sinn der Sache ist, dass eure Fellnase schluckt, wodurch der Reflex unterbrochen wird.

Wann muss ich zum Tierarzt?

Tritt das Rückwärtsniesen übermäßig häufig auf, treten weitere Symptome hinzu oder schlagen die Behandlungsmethoden nicht an, ist es notwendig einen Tierarzt aufzusuchen.

Wenige Hundebesitzer wissen über dieses Thema Bescheid. Solch Situationen machen Angst. Wir hoffen durch diesen Beitrag mehr Menschen und indirekt auch ihre Fellnasen beruhigen zu können.

Liebe Grüße

Elli & Lena

Morty und die Futtermittelunverträglichkeit

Wer uns auf Instagram fleißig folgt weiß, dass Morty eine Futtermittelunverträglichkeit hat. Huhn, Schwein und einige andere Dinge bekommt Morty inzwischen nicht mehr in seinen Napf und wir sind quasi immer noch auf der Suche nach dem richtigen Futter (Ich meine es aber mit dem jetzigen gefunden zu haben 😀 ). Ich wollte euch heute erzählen, was wir für Erfahrungen gemacht haben und wie wir auf das Thema Unverträglichkeit gekommen sind.

Morty hatte schon früh so seine Problemchen mit dem Futter. Er hatte quasi von Anfang an permanent Durchfall. Sein Kot war immer sehr breiig und ich bin mir nicht mal sicher, ob er überhaupt einmal ein festes Würstchen ausgeschieden hat. Dazu waren die Haufen einfach riesig! Wir haben uns natürlich Sorgen gemacht und es beim Tierarzt angesprochen. Das muss aber nicht unbedingt etwas ungewöhnliches sein. Laut unserer damaligen Tierärztin reagiert der Welpenmagen mitunter auch einfach etwas empfindlich auf alles Neue.

Zusätzlich verweigerte Morty auch hin und wieder sein Futter. Ob das damit zusammenhängt weiß ich ehrlich gesagt nicht, doch ich gehe stark davon aus. Das Futter, das wir gefüttert haben, war auch einfach nicht das Beste. Wir haben uns nicht genug informiert!

Mit ca. 5 Monaten entdeckten wir an Mortys Bauch schwarze Flecken. Diese waren von einem Tag auf den anderen ganz plötzlich da. Ihr könnt euch nicht vorstellen was ich für einen Schreck bekommen habe. Ich Helikopter-Hundemutti ging natürlich direkt vom Schlimmsten aus. Die Flecken ließen sich aber auch nicht einfach abwischen. Wir sind dann zum Tierarzt gefahren und bekamen die Diagnose Welpenpyodermie und eine Futtermittelunverträglichkeit stand erstmalig im Raum. Wir sollten Morty dann mit einem besonderen Shampoo den Bauch abspülen und beobachten, ob dieser Ausschlag zurück kehrt. Das tat er auch und zusätzlich bekam Morty dann noch eine Schuppenflechte an seinen winzigen Hoden.

Futterumstellung

Damit waren wir uns sicher, dass Morty sein Futter nicht verträgt. Wir gingen in einen Laden für Tierbedarf und wollten uns nach einem neuen Futter umschauen, uns die Deklaration durchlesen und beraten lassen. Ich weiß inzwischen wieso ich meistens lieber im Internet bestelle, denn die Auswahl war nicht so prickelnd. Schlechte Deklaration und irre lange Listen an Inhaltsstoffen machten uns die Suche nicht leicht. Wir ließen uns beraten und entschieden uns für ein Futter. Leider eine nicht so gute Wahl wie wir später herausfanden, denn die Proteinquelle Huhn ist genau eine der Sachen, auf die Morty stark reagiert. Sein Kot wurde nicht besser, sein Ausschlag ging nicht weg um mal die harmloseren Konsequenzen zu nennen.

Eine Horrornacht!

Nach wenigen Wochen hatte Morty eines Abends furchtbare Blähungen. Wir gingen nach der letzten Pipirunde ins Bett und irgendwann wurden wir wach, weil es wirklich unangenehm roch. Unser erster Gedanke: Der hat bestimmt nur gepupst. Der Geruch verzog sich jedoch nicht. Irgendwann schauten wir nach und Morty schien fiesen Durchfall bekommen zu haben. Er hatte das ganze Wohnzimmer vollgekackt. Das meiste landete jedoch (glücklicherweise) auf einer Decke auf der Couch.

Ich begann mitten in der Nacht das Wohnzimmer zu säubern, Alex duschte Morty zunächst ab, da er auch ganz viel Kot im Fell hatte und ging dann mit Morty vor die Tür. Draußen hatte Morty wieder ganz fiesen Durchfall. Als die beiden wieder in der Wohnung waren wollte ich kontrollieren, ob Mortys Popo wider verschmutzt ist und entdeckte ganz viel Blut in seinem Fell. Er hatte blutigen Durchfall.

Ich war natürlich voller Sorge. Alex beruhigte mich etwas und somit wartete ich bis der Tierarzt öffnete. Ich fühlte mich wirklich sehr schlecht und hab mir lauter Vorwürfe gemacht. Dann konnte ich endlich mit unsere Tierärztin telefonieren. Ich habe einige Kotproben gesammelt, die ich dann in die Praxis gebracht hab. Als Auslöser stand zwar die ganze Zeit das Futter im Raum, doch wir wollten einmal abklären, ob es nicht Giardien sein könnten. Wir hatten recht schnell das negative Ergebnis und bekamen etwas gegen den Durchfall mit.

Morty blieb dann erstmal einen Tag nüchtern, bekam nur das Durchfallmittel. Am nächsten Tag kochte ich im Morosuppe und diese bekam er dann erstmal. Ich glaube es gab ca. 1-2 Tage für ihn ausschließlich diese Suppe.

Ich begab mich sofort auf die Suche. Sein altes Futter sollte Morty nicht einen Tag länger bekommen. Ich informierte mich intensiv über etliche Futter und wurde fündig. Als Absicherung habe ich noch mit einer Ernährungsberaterin ausgetauscht, was sie von dem Futter hält und ich bekam das okay.

Ich hab Morty direkt von der Morosuppe auf das neue Futter umgestellt. Ihr könnt euch vorstellen wieso ich ihn nicht normal mit dem anderen Futter umstellen wollte! Und quasi vom ersten Tag an hatte Morty plötzlichh pefekte Haufen.

Als die erste feste Wurst aus meinem Hund kam bin ich vor Freude durchgedreht. Ich musste Alex erstmal ein Bild von der Wurst schicken und habe mich mega gefreut. Ja man kann sich sehr über kacke freuen. Das Futter war zwar noch nicht das perfekte für Morty, da er dennoch immer wieder leichte Ausschläge und Schuppenflechten hatte, aber schonmal ein deutlicher Schritt in die richtige Richtung.

Inzwischen weißt ich viel mehr über Futter und über Mortys Bedürfnisse. Futter ist so ein wichtiger Faktor in Punkto Gesundheit, man sollte nicht am falschen Ende sparen. Ich bin einfach froh, dass es Morty deutlich besser geht und er kaum noch Probleme mit seiner Verdauung hat. Dank eines Allergietests haben wir inzwischen auch eine Tendenz auf welche Inhaltsstoffe wir lieber mal ganz verzichten.

Von Anfängerhunden und keinen Anfängerhunden

Ich bin in einem Buch über die folgende Aussage gestolpert: „Der Aussie ist kein Anfängerhund“. Und ich muss ehrlich sagen, dass ich diese Aussage problematisch finde. Ich muss mich jetzt also einmal geistig auskotzen.

Ich verstehe ehrlich gesagt nicht so richtig, weshalb man Hunde in solche Gruppen einteilt. Offensichtlich bin absolut kein Fan dieser Kategorisierung, denn ich finde, dass sie zu falschen Entscheidungen, falschen Rassebeschreibungen u.v.m. führt.

Ich finde nicht, dass man sich einen Hund anschaffen sollte, weil er einfach oder nicht einfach ist. Man sollte sich immer mit Charakter und Merkmalen auseinander setzen und sich aufgrund dessen für eine Rasse entscheiden. Nur so setzt man sich wirklich damit auseinander, ob der Hund zu einem selbst passt. Es einfach und mit möglichst wenig Arbeitsaufwand haben zu wollen, sollte kein Entschiedenes Kriterium sein. Dein Hund sollte zu dir passen, sonst wirst du nicht glücklich oder vor allem er wird es nicht!

Zudem finde ich, dass so vermeintliche Anfängerhunde charakteristisch verharmlost werden. Auch ein Anfängerhund braucht konsequente Erziehung und eine passende Auslastung. Wie ich finde werden so einige Rassen stark unterschätzt. Nehme ich mal den Labrador als Beispiel. Der freundliche, einfache Hund, der für ein Leckerli alles tut und sich mit Futter in der Hand quasi selbst erzieht. Auch der Labrador kann einem ordentlich auf der Nase rumtanzen (damit hab ich Erfahrung :D) und auch diese Rasse neigt bei falscher Erziehung und Auslastung zu Verhaltensauffälligkeiten. Ein Hund ist kein Kuscheltier!

Ab wann ist man eigentlich kein Anfänger mehr? Nach dem zweiten, dritten, vierten, fünften Hund? Bedeutet das man schonmal einem Hund hatte, dass man wirklich Ahnung hat? Auf keinen Fall! Ich kann schon Jahre lang Hunde halten und dennoch keine Ahnung haben und mich so gut wie gar nicht damit befasst haben. Ich denke wir alle hatten bereits Begegnungen mit „Die regeln das unter sich“ und „Nur mal kurz Hallo sagen“-Menschen, die gerne mal schon jahrelange Hundeerfahrung haben und dennoch so gar keine Hundeerfahrung. Jemand, der sich nicht damit auseinandersetzen möchte, der wird auch trotz Erfahrung mit manch einem Hundecharakter nicht fertig.

Und selbst wenn man schonmal einen Hund hatte und sich damit auseinander gesetzt hat, ist das nur die halbe Miete. Denn der Fokus von Rasse zu Rasse kann so unterschiedlich ein. Wer schonmal einen Jagdhund erzogen hat, der steht mit einem Hütehund vor einer ganz anderen und neuen Erfahrung. Immerhin kennt man schonmal so grundlegendes, was natürlich helfen kann.

Aber ebenso kann man mit Fleiß und Arbeitswille eine Menge erreichen und sehr viel Wissen erlangen. Auch als Ersthundbesitzer, kann man mit einem „komplizierten“ sehr gut fertig werden, wenn man bereit ist dafür etwas zu tun. Und wenn du dich vorher genug schlau machst, dann bist du schonmal auf einem sehr guten Weg.

Zudem wächst man sehr schnell mit seinen Aufgaben und lernt schnell auch seinen Hund zu verstehen. Ich bin jetzt schon viel schlauer als zu Mortys Einzug und Morty war nicht mal mein erster Hund. Man istzudem nicht allein. Man kann sich von Anfang an von einem kompetenten Hundetrainer begleiten lassen, der einem bei Ratlosigkeit weiterhelfen kann. Eine Möglichkeit, die man als „Anfänger“ und „Fortgeschrittener“ immer gut in Betracht ziehen kann.

So das waren einfach mal ein paar Gedanken zu diesem Thema. Es ist dabei natürlich einfach meine persönliche Meinung. Du darfst natürlich gerne eine andere haben 🙂

Mein Leben mit einem Double-Merle

*Werbung wegen Accountnennung

Passend zu meiner Beitragsreihe zum Thema Merle-Gen habe ich die liebe Diana gefragt, ob sie nicht Lust hat einen Beitrag über ihr Leben und ihre Einschränkungen mit einem Double-Merle-Hund zu schreiben. Finden könnt ihr ihr Profil auf Instagram unter @elsasmuteworld Ich freue mich sehr, dass du nun auch etwas von einer betroffenen Person lesen kannst. Wie Dianas Leben mit Elsa ist erzählt sie euch selber:

Bild von @cassandragraphie

Hallo ihr Lieben. Das auf dem Bild sind wir — Elsa und Diana. Elsa ist die mit dem weißen Fell. Na ihr wisst schon, benannt nach der Eiskönigin natürlich! Um diese besonderen weißen Fellnasen geht es heute in unserem Gastbeitrag auf dem Blog von der lieben Joana. Wir wurden gefragt, wie es ist, mit einem Doppel-Merle Hund zu leben und möchten unsere Erfahrungen nun mit euch teilen.

Fangen wir einmal von vorne an. Elsa ist auch Anfang 2020 in unser Leben gekommen, wie Morty zu Joana. Sie war dreieinhalb Monate alt, als wir sie bei ihrer Pflegefamilie abholten. Für sie war das bereits die dritte Familie, weshalb sie letztendlich über Fellengel in Not ein Zuhause für’s Leben suchte. Die Tierschutzorganisation übernahm die Vermittlung, da den vorherigen Menschen wohl aufgefallen ist, dass sie nicht mit ihr klarkommen würden. Denn Elsa ist taub. Und das ist eine der Auswirkungen einer Doppel-Merle-Verpaarung. Wir haben davor zwar vom Merle-Gen gehört aber nicht, dass ein Gendefekt entsteht, wenn man zwei Merle-Hunde miteinander paart. Dabei haben wir schon über zehn Jahre Hundeerfahrung! Krass, wie wenig verbreitet dieses Wissen ist — deshalb bin ich froh, dass es sich auch Joana zu ihrer Aufgabe gemacht hat, darüber aufzuklären.

Doch kommen wir zurück zu Elsas Geschichte. Wir haben uns sofort in sie verliebt und die Tatsache, dass sie taub ist, stört uns nicht. Unsere zehnjährige Hündin Nici kennt alle Kommandos auch verbunden mit Handzeichen, weshalb wir fest davon überzeugt waren, dass ein hohes Level an Grundgehorsam auch mit einem tauben Hund möglich ist. Und so kam es auch. In der Hundeschule werden wir regelmäßig als „die Streber“ bezeichnet. Alles, was mit Handzeichen und Körpersprache verbunden wird, führt sie zuverlässig und schnell aus — auch den Rückruf.

Bild von @cassandragraphie

Das einzige Problem bei einem tauben Hund ist, dass man ihn nicht aus Entfernung zu sich rufen kann, wenn er nicht herschaut. Das ist eine Herausforderung, der man sich stets bewusst sein muss. Das bedeutet vor allem vorausschauend zu handeln und total aufmerksam zu sein, wenn der Hund frei läuft. Aber ja, es geht auch mit tauben Hunden: Freilauf! Gott sei Dank ist Elsa ein Hütehund, denn die sind ja dafür bekannt, sich viel nach ihren Besitzern umzuschauen und in der Nähe zu bleiben, denn sie wollen unbedingt beschäftigt werden und die verschiedensten Befehle ausführen. Schaut ein Hund jedoch nicht so zuverlässig nach seinem Besitzer, kann hier ein Vibrationshalsband hilfreich sein. Die Vibration könnte beispielsweise bedeuten: „Schau sofort nach mir und danach, was ich dir mitteilen möchte“. Außerdem achten wir immer darauf, dass sie eine Hundemarke am Halsband trägt. Bei Tasso ist sie als tauber Hund registriert und auf einer zweiten Marke steht meine Telefonnummer.

Eine andere Herausforderung ist es, den Hund wach zu bekommen. Denn wer nichts hör, schläft tief und fest. Doch um sie nicht zu erschrecken, hat es sich bewährt sie leicht im Gesicht anzupusten bis sie die Augen aufmacht. Der tiefe Schlaf kann auch von Vorteil sein, so hört sie beispielsweise nicht, wenn es an der Tür klingelt, weshalb Nici beispielsweise immer bellt. Auch Silvester sollte für Elsa stressfreier ablaufen. Im Alltag hat das manchmal schon Vorteile. Aber natürlich auch ein paar Nachteile. Sie reagiert dadurch natürlich viel anfälliger auf Bewegungen. So hat sie ganz lange Zeit Schatten gejagt, aber da muss man aufpassen, damit es nicht zu einem eingeprägten Zwangsverhalten kommt. Aber das größte und einzige Problem, das wir noch haben, ist ihr Versuch Autos zu jagen. Das ist natürlich super gefährlich und wir können sie deshalb auch nicht frei laufen lassen, wenn in der Entfernung eine Straße zu sehen ist.

Doch ansonsten sind wir total happy und ich bin mir sicher, dass wir mit einem Hundetrainer auch dieses Problem in den Griff bekommen werden. Elsa ist abgesehen von ihrem Gendefekt ein typischer Bordercollie: Sehr aufgeweckt, will viel beschäftigt werden und braucht genügend Auslauf. Das Schönste ist, zu sehen, wie lebensfroh und verspielt sie ist, denn für sie existiert kein Problem. Sie ist es von klein auf gewohnt, in einer stillen Welt zu leben.

Liebe Grüße

Diana

Mein Leben mit Youma

*Werbung wegen Accountnennung

Dies ist ein Beitrag von der lieben Romana, die ihr auf Instagram unter @elbinsel_pfoten findet. Ich habe sie gefragt, ob sie nicht Lust hätte einen ergänzenden Beitrag zu meinem Merle-Gen-Text zu schreiben, denn falsche Verpaarung hat nicht nur durch dieses Gen schwerwiegende Folgen! Auch ein zu hoher Weißanteil kann unschöne Konsequenzen haben. Wie diese aussehen und wie Romana damit umgeht erzählt sie euch selber:

Bild von @elbinsel_pfoten

Der Australian Shepherd mutiert gerade wieder zum Modehund. Besonders beliebt sind merlefarbene oder Hunde mit einer besonderen Zeichnung. Viele unseriöse Züchter verlangen für die beliebten Farben sogar mehr Geld. Was aber diese wunderschöne Zeichnung bewirkt, wissen nur wenige.

Das Merle-Gen ist ein Gendefekt, der für eine Aufhellung der Grundfarbe verantwortlich ist. In manchen Fällen kommt es vor, wenn Elterntiere Weißträger sind, dass ein Welpe, der nicht aus einer Doppelmerle Verpaarung stammt, mit einem zu hohem Weißanteil geboren wird, teilweise hat dieser zusätzlich blaue Augen. Elterntiere mit zu viel weiß sollten nicht in die Zucht gehen. Problem hierbei ist nicht das Merle-Gen, sondern die fehlende Pigmentierung. Bei zu viel weiß sind häufig die Ohren, Augen und Augenlider wenig bis gar nicht pigmentiert. Dies kann zu Taubheit und/ oder Blindheit führen. Weiß sollte am Kopf nicht dominieren, die Augen müssen vollständig mit Farbe und Pigment umgeben sein. Im Rassestandard ist die maximale Menge an weiß genau geregelt. Auch ein sonst gesund aussehender Welpe kann Einschränkungen durch eine schlecht gewählte Verpaarung davontragen. Wichtig ist also vor dem Verpaaren, die Genetik der Hunde zu kennen und sie komplett auswerten zu lassen. Vor allem der M- und S-Locus, spielen hier eine wichtige Rolle.

Bild von @elbinsel_pfoten

So auch bei unserer Youma. Ihre Mutter ist eine Red Tri Hündin und ihr Vater ein Blue Merle Rüde. Die Mutter ist Trägerin des Cryptic Merle Gens, was sich aber in der Verpaarung, wie non Merle verhält und normalerweise keine Einschränkungen mit sich bringt. Sie stammt aus einem Wurf mit 9 weiteren Geschwistern und ist die Einzige, die einen zu hohen Weißanteil hat. Obwohl Youma an Augen und Ohren gut pigmentiert ist, mussten wir später erfahren, dass sie von Geburt an taub ist.

Von der Taubheit bekamen wir im ersten Jahr nichts mit. Sie hatte ein Talent Menschen und Hunde zu lesen. Sie lernte unheimlich schnell und verknüpfte bestimmtes Verhalten mit Situationen teilweise innerhalb von Sekunden. Im Welpenalter merkte man ihr nichts an. Sie war teilweise sogar die erste am Futternapf. Sie schlief mehr als die anderen, war schon immer sehr Nähe bedürftig und hatte ihre Eigenarten. Zum Beispiel war ihr Lieblingsschlafplatz der Wohnzimmertisch. Bei uns angekommen, orientierte sie sich sehr stark an unserer souveränen Ersthündin Sky. Sie blieb Zuhause stets in meiner Nähe und suchte dauernd Körperkontakt. Sie konnte ihre Freude bei Besuch schon immer schwer im Zaum halten und das Anspringen haben wir bis heute nicht komplett abtrainiert bekommen. Sie war im Alltag immer dicht bei mir, im Freilauf entfernte sie sich nie weit, hatte also einen geringen Radius, was fleißig von mir bestätigt wurde. Wir trainierten sie von Anfang an komplett körpersprachlich und bestätigten die Orientierung zu uns und den Blickkontakt fleißig. Sie wuchs zu einem tollen Junghund heran.

Mit der Umstellung der Hormone wurde sie etwas wilder. Ruhe fiel ihr nun schwerer, Zuhause nahm ich sie oft an die Leine und setze mich gemeinsam mit ihr auf den Boden, damit sie mit mir gemeinsam zur Ruhe kam. Sie gab häufiger laute gurrende Geräusche von sich und bellte bei Frust in hohen Tönen. Im Spiel war sie oft zu wild, sie wusste nicht wann es genug ist und man musste häufig eingreifen, damit sie verstand wann es zu doll war. Draußen funktionierte selbst der Rückruf immer ohne Probleme. Wir nahmen sie in unterschiedliche Situationen mit und sie schaffte es überall einzuschlafen. Ob es ein Turnier voller Menschen war oder beim Essen im Restaurant.

Bild von @elbinsel_pfoten

Mit einem Jahr kam die Wende. 5 Tage nach ihrem ersten Geburtstag, Ende April 2019, hatte sie ihren ersten Krampfanfall. Mitten in der Nacht machte sie sich steif und kippte plötzlich zur Seite, ihr ganzer Körper fing an unkontrolliert zu zittern. Sie war nicht mehr ansprechbar und das Maul schäumte. Ich war völlig hilflos. Durch meine eigene Ausbildung als Kinderkrankenschwester waren mir Anfälle zum Glück nicht unbekannt, aber es bei seinem eigenen Hund zu sehen, war schrecklich. Ich wartete also ab. Nach 2 Minuten hörte sie von selbst auf zu krampfen. Sie war noch lange desorientiert und lief erstmal 1 Stunde unkontrolliert durch die Wohnung. Fiepte lange und schlief nach längerer Unruhe wieder ein. Die Tierklinik, bei der ich panisch anrief, sagte nur „ein Krampf ist ein Krampf, da können wir nichts machen.“ Die Angst, dass es nochmal passiert, blieb ab da unser ständiger Begleiter. Tatsächlich hatten wir erstmal Ruhe und dachten, es war eine einmalige Sache. 4 1/2 Monate später, Anfang September 2019, folgte dann der nächste Krampf. Auch dieser stagnierte zum Glück nach einigen Minuten von selbst. Dieses Mal machten wir direkt einen Termin bei einem Spezialisten aus. Im Oktober 2019 war es soweit. Nachdem alle Untersuchungen abgeschlossen wurden, bekamen wir die Diagnose von unserem Neurologen. Youma litt an einer Epilepsie, unbekannter Ursache. Wir bekamen ein Antiepileptikum und schlichen es langsam ein.

Ein paar Tage nach dem Termin beim Neurologen ging es in den Urlaub nach Sankt Peter Ording. Was Erholung werden sollte, entpuppte sich zum Alptraum. Youma war innerhalb weniger Tage komplett wesensverändert. Die Autofahrt war sie nur am Schreien, ich musste sie in den Fußraum nehmen, damit sie irgendwie zur Ruhe kam. Sie hatte enormen Hunger, trank Massen und war nur noch am Jaulen und Hecheln. Sie hatte dauerhaft Stress. Am Strand angekommen fing sie das erste mal an, Sky zu attackieren. Ich versuchte sie davon abzuhalten, aber sie war in ihrem Film und nahm nichts mehr um sich herum wahr. Sie attackierte auch mich. Ich stand also heulend und schockiert am Strand. Und rief meinen Mann zur Hilfe. Ich wusste nicht was los war. Ich war völlig überfordert mir der Situation. Im Urlaub war es uns nicht mehr möglich Dinge zu unternehmen, Youma bellte plötzlich alles an. Rastete an der Leine komplett aus. Also gingen wir nur noch an Orte, die ruhig waren und an denen wenig los war. Sie reagierte auf jede Art von Reiz. Immer wenn sie überfordert war, fing sie an mich anzugreifen. Nie mit wirklicher Beißabsicht, aber mit dauerhaftem Abschnappen, was einige blaue Flecken hervorbrachte. Ich dachte immer nur, ok es sind die Nebenwirkungen der Tabletten. Reiß dich zusammen. Aber es wurde täglich schlimmer.

Bild von @elbinsel_pfoten

Ich fing an sie genauer zu beobachten. Jede Art von zu viel Freiraum fiel ihr schwer, eine kürzere Leine und das Gewicht der Schleppleine halfen ihr minimal. Mir fiel auf, dass sie ihre Ohren nie bei Geräuschen bewegt, auf Geräusche nicht reagiert. Ich fing an zu lesen und reflektierte ihre Zeit, die sie bei uns war. Wir machten einige Tests, schlugen auf einen Topf, raschelten den Schlüssel direkt hinter ihr, riefen sie. Keine Reaktion. Da wurde mir klar, dass sie taub sein muss oder sehr schlecht hört. Im Nachhinein machten einige ihrer Verhaltensweisen Sinn. Dadurch, dass wir immer schon körpersprachlich mit ihr gearbeitet haben, fiel ihr Handicap nicht auf. Sie war immer sicher ab“ruf“bar. Reagierte auf alle Kommandos und nur durch die gegensätzliche Reaktion auf die Antiepileptika fiel es mir auf.

Ich telefonierte mit dem Neurologen und ihre Reaktionen machten plötzlich Sinn. Durch das Medikament war sie quasi dauerbenebelt. Sie sah verschwommen, als wäre sie betrunken, durch ihre Taubheit, die mir vorher nicht bekannt war, habe ich ihr also einen zweiten Sinn genommen. Sie war völlig überfordert und dadurch dauerhaft unter Stress und zeigte durch das Attackieren ihre Überforderung.

Die Medikamente waren laut Neurologen notwendig. Die Nebenwirkungen sollten maximal 8 Wochen andauern, also blieben wir stark und strukturierten unseren kompletten Alltag um. Nach dem Urlaub machten wir noch eine Audiometrie, um ganz sicher zu sein. Auch wenn ich mir das Ergebnis denken konnte, liefen mir bei der Bestätigung des Arztes, dass sie komplett taub ist, die Tränen. Meine Welt brach zusammen.

Zum Glück mussten wir im Training nicht allzu viel ändern. Man setzte die Körpersprache nur noch bewusster ein. Es folgten schwere Monate, die Nebenwirkungen der Medikamente ließen nicht nach ein paar Wochen nach. Es wurde alles noch schlimmer. Ich besorgte einen Maulkorb und trainierte den positiv, damit Sky und ich sicher vor ihren Attacken waren. Ich setze mich noch intensiver mit unserem Alltag auseinander. Bildete mich in Themen wie konditionierte Entspannung und Alltag entstressen weiter. Der Maulkorb gab ihr Sicherheit, wenn sie anfing auszurasten, erdete er sie irgendwie und sie fuhr damit schnell runter. Ihr half es außerdem sie ins Platz zu schicken und die Situation abzubrechen. Wir konnten wieder gemeinsam spazieren gehen. Sie blieb dauerhaft an der Schleppleine und auch das Gewicht der Leine machte sie ruhiger. Ohne Schleppleine lief sie unkontrolliert los, wenn sie die Schleppleine trug blieb sie ruhig und schnüffelte entspannt. Wir versuchten Reize zu minimieren, sorgten für einen geregelten Alltag. Es waren aber nur noch kurze Spaziergänge möglich, zu Zeiten, in denen wir keine anderen Leute trafen. Kleine Übungen zuhause oder auf unseren ruhigen Spaziergängen funktionierten ohne Probleme. Wenn wir zu lange draußen waren oder es zu viele Reize zu verarbeiten gab, kam sie zuhause nicht mehr zur Ruhe.

Wir fingen von vorne an und trainierten ihr eine Ruhedecke an. Die nahm sie gut an, auch wenn wir alles in Minischritten und ohne Ablenkung aufbauen mussten. Sie schaffte es zuhause nach einiger Zeit innerhalb von Sekunden auf ihrer Decke und ihrem Platz einzuschlafen. Es war mir aber nie möglich, diese Decke in eine reizvollere Umgebung einzubauen. Sobald ein Reiz dazu kam, sei es nur der Wechsel an einen anderen Ort, zeigte sie keinerlei Ruhezeichen mehr. Durch viel Training und Routinen ermöglichten wir ihr mehr Ruhe, aber alltagstauglich war sie auf keinen Fall mehr.

Wir mussten sie von allen Reizen abschotten und das war kein schönes Hundeleben mehr. Ich bat Ende Dezember 2019 meinen Neurologen um Rat. Schilderte ihm die Situation und machte deutlich, dass es so nicht weitergehen kann. Es gab laut ihm, drei Möglichkeiten:

1. Wir lassen sie einschläfern, wozu mir unzählige Menschen geraten haben, für mich war es aber keine Option.

2. Sie leidet an einem Hirntumor, der für die Verhaltensauffälligkeiten verantwortlich ist und müsste dann auch eingeschläfert werden.

3. Wir schleichen das alte Medikament Luminal aus und schleichen ein neues stärkeres Medikament Kaliumbromid ein. Bei dem Medikament können die Hunde teilweise über Monate ihre Hinterbeine nicht kontrollieren und können kaum laufen. Ebenso schlägt es oft auf die Organe und bei vielen Hunden führt es nach wenigen Jahren zum Tod.

Für mich war die Verbindung zum Luminal aber irgendwie klar, die Veränderungen traten kurz nach dem Einschleichen des Medikaments auf. Durch ihre Taubheit reagierte sie wohl komplett gegensätzlich. Normalerweise macht das Medikament einen angepasster, ruhiger, langsamer, fährt den Kreislauf runter. Sie wurde aber reaktiver. Unruhiger. Also saß ich da und grübelte. Einschläfern kam für mich nicht in Frage, erstmal wollte ich versuchen ihr anders zu helfen. Ich wandte mich an weitere Ärzte und Menschen die sich mit der Epilepsie auskannten.

Ich stieß dabei auf die Schilddrüsenunterfunktion. Ich ließ im Dezember 2019 ein komplettes Schilddrüsenprofil machen und hatte noch die Schilddrüsenwerte aus der Diagnostik des Neurologen. Damals hieß es die Werte seien in Ordnung, klar vertraut man den Spezialisten. Das Profil zeigte eine deutliche Schilddrüsenunterfunktion, was die Werte vom Oktober 2019 schon gezeigt hätten, wenn der Arzt sich damit ausgekannt hätte. Was zuerst kam, war nicht mehr nachvollziehbar. Kamen die Krämpfe durch die SDU oder durch die Epilepsie? Nach dem Profil wandte ich mich an eine Verhaltenstherapeutin, die spezialisiert auf Schilddrüsenunterfunktion und Epilepsie ist.

Ich hatte mir schon vorgenommen das Luminal auszuschleichen und die Schilddrüse erstmal ordentlich einzustellen. Sie bestärkte mich in meinem Vorhaben und verschrieb mir die Hormone für Youma. Das MRT bezüglich des Hirntumors schob ich erstmal beiseite und verbannte es aus meinem Kopf. Sollte sie wieder stärker und häufiger krampfen oder ihre Wesensveränderung, trotz Absetzen der Antiepileptika, schlimmer werden, kann ich immer noch auf die anderen Optionen zurückgreifen.

Der Neurologe unterstütze mich in meinem Weg nicht. Laut ihm gibt es keine SDU und nur ein neues Antiepileptikum oder das MRT können Youma helfen. Ich ging den Weg also ohne die Unterstützung der Mehrheit.

Aber mein Bauch und mein Herz sagten mir, dass es die richtige Entscheidung sein könnte. Der Weg war schwer, aber nach ein paar Wochen war Youma ansprechbarer, die Ausraster blieben aus. Den Maulkorb brauchten wir nicht mehr. Im Freilauf konnte sie wieder entspannter mit Sky spielen. Wir fanden heraus, dass es ihr leichter fiel mit einem Medium, wie einem Tau, mit Sky zu agieren. Körperlich fiel es ihr immer noch schwer, sich zurückzuhalten. Bei starkem Stress half ihr das Platz oder kurze Fußeinheiten um runterzukommen. Eine Futtersuche konnte sie aus dem Stress zurückholen. Ihr half es etwas im Maul zu tragen und die Umweltreize dadurch besser auszublenden.

Nach dem kompletten Absetzen der Antiepileptika im März 2020, konnte man sie langsam in den normalen Alltag integrieren. Das Einstellen der Schilddrüse war zwar noch nicht abgeschlossen, aber es ging stetig bergauf. Wir haben Strukturen und Routinen für sie geschaffen. Die Spaziergänge in Oneway-Strecken umgewandelt. Ihr Inseln auf ihren Strecken geschaffen, damit sie immer genau weiß was kommt. Noch heute fällt es ihr schwer mit Reizen umzugehen. Sie ist unsicher bei Hunden und sucht eher den Kontakt zum Menschen. Sie hat drei von ihr ausgewählte Hunde, die sie zum Spielen auffordert. Auch da muss man immer dabei sein, damit sie nicht pusht. Durch die Taubheit hört sie leises Knurren oderjaulen, wenn es zu doll ist, nicht. Sie reagiert aber super auf mich und stoppt das Spiel, wenn ich es abbreche. Sie schafft es danach für ihre Verhältnisse gut runterzufahren. Legt sich mittlerweile im Alltag auch mal selbstständig ab. Zuhause ruht und schläft sie dauerhaft. Veränderungen fallen ihr schwer.

Ich vergleiche sie gerne mal mit einem hochsensiblen Kind, das autistische Züge zeigt. Sie lebt in ihrer Welt, kann in bestimmten Situationen die Umweltreize ausblenden und sich komplett auf mich fokussieren. Sie benötigt jemanden, der ihr die Richtung weist. Besuch kann man nur noch selten einladen, da sie ihre Freude nicht kontrollieren kann. Sie verfällt dann in einen Stresszustand, in dem sie unkontrollierte Bewegungen und jaulen zeigt. Sie ist weiterhin enorm reizoffen und kann nur dosiert damit umgehen. Sie gerät schnell in Stress. Mit Hilfe von viel Training und Strategien, kann man ihr aber schnell aus diesen Situationen helfen. Sie hat wieder Lebensqualität und ist einfach ein besonderer Hund.

Sie wird nicht mehr die alte und niemals ein Hund, der einfach auf einem vollen Platze oder im Restaurant einschläft. Aber wir haben sie nicht aufgegeben und entwickeln uns ständig weiter. Sie krampft immer noch in unregelmäßigen Abständen alle paar Monate, ist aber den Rest der Zeit ein fröhlicher, freundlicher Hund, der das Leben genießt. Wir genießen die gemeinsame Zeit, auch wenn wir nicht wissen, was noch kommt. Ich werde sie bis zum Ende begleiten und weiter auf mich und mein Gefühl hören.

Ich würde mir von einigen seriösen Züchtern mehr Verantwortungsbewusstsein und die Auseinandersetzung mit der richtigen Verpaarung wünschen. Es ist nicht einfach damit getan, zwei Hunde zusammen zu bringen. Ich möchte auch an die Halter appellieren, sich bewusst zu sein, was ein Hund aus einer falschen Verpaarung bedeuten kann. Sucht euch die Hunde nicht nach dem Aussehen aus, sondern lasst euch von dem Züchter beraten, Charakter ist wichtiger als Aussehen. Nicht immer sind die Einschränkungen direkt erkennbar. Wenn sie sich später rausstellen, wie bei uns, gebt nicht auf. Holt euch lieber verschiedene Meinungen ein und hört auf euer Gefühl. Bei Youma hat als Welpe alles gestimmt, ihr Charakter hat perfekt zu uns gepasst und die Einschränkungen sind erst viel später aufgetreten. Wir haben sie aber so genommen, wie sie ist. Und gemeinsam einen Weg gefunden.

Bild von @elbinsel_pfoten

Erste Hilfe für den Hund

Ich muss in letzter Zeit öfter daran denken, dass ich im Ernstfall eines Unfalls nicht wüsste, wie ich reagieren sollte. Natürlich versuche ich für Sicherheit meines Hundes und meiner Umwelt im Voraus zu sorgen, aber komplett ausschließen lässt sich ein Unfall, Verletzungen oder Verschlucken leider nie. Was ist wenn doch einmal etwas passiert? Bist du im Notfall der deinen Hund betrifft vorbereitet? Ich möchte dir heute einige Tipps geben, die deinem Hund vielleicht mal das Leben retten können.

Zuerst möchte ich jedoch betonen, dass ich mich „nur“ umfassend mit dem Thema auseinandergesetzt und mich informiert habe. Ich möchte mit meinem Beitrag nur eine Hilfestellung zur Notfallsituation geben. Ich habe keine medizinische Ausbildung und dieser Text ersetzt keine professionelle Schulung. Deswegen möchte ich jedem ans Herz legen einen entsprechenden Erste-Hilfe-Kurs in seiner Umgebung mitzumachen.

Bleib ruhig!

Es ist eine furchtbare Situation für dich und deinen Vierbeiner, wenn es ihm nicht gut geht oder er sogar einen Unfall hatte. Du hilft keinem in dem du in einer solchen Situation durchdrehst. Die Situation ist für deinen Hund eh schon schlimm genug. Er hat eventuell Schmerzen und Angst. Deine Aufgabe ist das Beruhigen und Angst nehmen. Sprich ruhig mit deinem Hund, selbst wenn es so scheint, als ob er nicht bei Bewusstsein ist.

Leine deinen Hund an!

Das Anleinen verhindert, dass dein Hund vor Schreck wegläuft oder beißt. Du kannst nie genau wissen, wie dein Tier in dieser Situation reagiert und so kannst du verhindern, dass dein Hund für sich und andere eine Gefahr darstellt. Merkst du, dass dein Hund in dieser Situation zum Beißen neigt? Dann sollte auch ein Maulkorb benutzt werden. Falls du keinen dabei hast kannst du aus Verbandsmaterial, Schnürsenkel oder sonst etwas geeignetem ein Schnauzband binden, um das Beißen zu verhindern. Diese beiden Maßnahmen sind nicht notwendig, wenn dein Tier nicht bei Bewusstsein ist! In diesen Fällen verzichte auf beide Maßnahmen, um die Atmung deines Hundes nicht einzuschränken.

Ist dein Hund bei Bewusstsein, sollten sich fremde Personen nicht sofort zum Helfen annähern, wenn der Hund noch nicht entsprechend gesichert ist. Dein Hund hat wahrscheinlich einen Schock erlitten und ist unberechenbar. Selbst der liebste Hund könnte in dieser Situation beißen. Auch du solltest dich langsam nähern, falls dein Hund im Freilauf ist, damit er nicht vor dir wegrennt. Es kann sein, dass er dich im Schock nicht erkennt.

Wie kann ich ein Schnauzband binden?

Bilde mit einem Knoten eine Schlaufe, die du um den Fang des Hundes legst (mit dem Knoten oben) Führe die beiden Enden der Schlinge nochmal am Fang unten in einem Knoten zusammen. Beide Enden hinter den Ohren mit einer Schleife stramm zusammen binden. Das ganze muss so fest sitzen, dass der Hund natürlich nicht mehr Beißen kann oder sich die Schlinge abstreifen kann.

Informiere den Tierarzt!

Es ist immer gut für den Notfall schon einige Nummern parat und abgespeichert zu haben, damit du im Ernstfall nur kurz anrufen musst. In manchen Orten gibt es auch einen Tiernotruf. Melde dich vorher bei deinem Tierarzt an, damit dort bereits Vorbereitungen getroffen werden können.

Erste-Hilfe-Set

Ein solches Täschlein mit einer Grundausstattung für Wundversorgung sollte es in jedem Haushalt geben. Bei mehrtägigen Ausflügen hab ich es immer dabei. Doch was sollte dort drin sein?

  • sterile Wundauflagen
  • Mullbinden
  • etwas zum Fixieren des Verbands
  • Desinfektionsmittel
  • Tupfer für die Wundreinigung
  • Aktiv-Kohle
  • Elektrolyt-Tabletten
  • Silber Spray
  • Pinzette
  • Schere

Schritt 1: Stabile Seitenlage

Den Hund möglichst auf die unverwundete Seite legen, ansonsten vorzugsweise auf die rechte Seite, da diese die Ausgangslage für Beatmung und Herzdruckmassage ist. Der Kopf sollte niedriger als der Körper gelagert werden, daher sollte beispielsweise eine Jacke unter den Brustkorb gelegt werden. Es sollte zunächst geschaut werden, ob der Hund etwas im Maul hat, was die Atmung beeinträchtigen könnte. Wenn der Hund etwas im Maul hat sollte dies mit den Fingern entfernt werden. Die Zunge sollte weit aus dem Maul gezogen werden, damit der Hund daran nicht ersticken kann und Erbrochenes, Blut usw. ungehindert abfließen kann.

Schritt 2: Atmung kontrollieren

Zunächst muss du überprüfen, ob dein Tier am Atmen ist. Dies lässt sich am Heben und Senken des Brustkorbs erkennen oder an der Nase erfühlen. Halte einfach einen Spiegel oder dein Handy vor die Nase. Wenn die Fläche beschlägt ist eine Atmung vorhanden. Auch über die Schleimhäute im Maul lässt sich erkennen, ob das die genug Sauerstoff bekommt. Die Schleimhäute verfärben sich bei Unterversorgung blau oder lila, während sie im normalen Zustand rosa sind.

Normal sind bei kleinen Hunden 18-30 Atemzüge in der Minute. Bei großen Hunden liegt die Atemfrequenz bei 14-22 Atemzügen. In Stresssituationen ist eine schnellere Atmung normal.

Sonderfall: Verschlucken

Sollte dein Hund sich verschlucken, lass ihn zunächst versuchen den Fremdkörper über Husten und Würgen auszustoßen. Sollte dies nicht gelingen musst du sofort handeln und die Atemwege frei machen. Zunächst kannst du den Rachen nach dem Objekt untersuchen. Sichere am besten das Maul mit einem Stück Holz oder Ähnlichem, um Zubeißen zu verhindern.

Ist im Rachen nichts greifbares, dann schlage zunächst mit der flachen Hand zwischen die Schulterblättern. Hustet dein Hund schau, ob der den Fremdkörperausspuckt ansonsten nimm das Hinterteil deines Hundes hoch, indem du die Arme unter den Bauch nimmst und den Oberkörper vorsichtig nach unten schüttelst.

Sind die Atemwege immer noch blockiert und die Luftröhre komplett verstopft sollte der Heimlich-Griff angewendet werden, wie man im vom Menschen kennt. Bitte informiere dich zu der Anwendung beim Hund genauer. Dieser ist wirklich nur um Notfall und bei komplett verstopften Atemwegen anzuwenden!

Schritt 3: Puls

Den Puls kann man beim Hund am leichtesten an der Oberschenkelschlagader, an Vorderläufen oder am Herzen erfühlen. Die Oberschenkelschlagader befindet sich auf der Innenseite der Hinterläufe. Streiche mit deinem Mittel- und Zeigefinger leicht auf diese Stelle und suche nach der Ader. Diese fühlt sich wie ein kleines Kabel an. Hast du sie gefunden kannst du leicht drauf drücken und anfangen zu zählen. Zähle 15 Sekunden lang das Pulsieren, multipliziere es mit 4 und finde so die Schläge pro Minute heraus.

Normal sind bei Hunden ein Puls von 80 – 120 Schlägen pro Minute. Welpen können abweichen und haben einen schnelleren Puls.

Tipp: Übe dies doch einfach mal ohne Notfall, damit du im Ernstfall vorbereitet bist und weißt was du tun musst.

Sonderfall: Keine Atmung, kein Puls, kein Bewusstsein

Nur dann sollte Beatmung und Herzdruckmassage begonnen werden! Eine zweite Person ist in diesem Fall sehr hilfreich.

Bei Kombination beider Maßnahmen gilt die Faustregel bei kleinen Hunden: 5x Herzdruckmassage + 1x Beatmung. Bei großen Hunden 10x Herzdruckmassage + 1x Beatmung

Wie funktioniert die künstliche Beatmung?

Dieses Manöver sollte 20-30 in einer Minute widerholt werden. Zwischen den einzelnen Beatmungen sollten 3 Sekunden liegen.

  • den Hund auf seine rechte Seite legen und dich frontal vor ihm positionieren
  • kontrolliere, falls dies noch nicht geschehen, ob die Atemwege frei sind
  • Der Hals sollte überstreckt sein
  • mit beiden Händen das Maul verschließen und die Lefzen abdichten
  • mit dem Mund vorsichtig Luft in die Nasenlöcher des Hundes blasen
  • kontrolliere, ob sich der Brustkorb des Hundes hebt und senkt

Wie funktioniert die Herzdruckmassage?

  • zunächst musst du die Position des Herzensfeststellen. Winkel hierzu den linken Vorderlauf an. Das Herz liegt über der Ellenbogenspitze
  • je nach Größe des Hundes nur Finger, eine oder beide Hände auf die Stelle legen
  • über den Hund beugen und mit ausgestreckten Armen in kurzen Stößen drücken. Nach jedem Stoß den Brustkorb wieder komplett entlasten.
  • 1 Druck pro Sekunde

Schritt 4: Versorgung offener Wunden

Je nach tiefe der Verletzung reicht das einfache Verbinden mit einer Mullbinde, einem Taschentuch oder Stoffresten.

Tiefer gehende Verletzungen erkennt ihr anhand der Blutmenge. Tritt viel dunkles Blut aus der Wunde handelt es sich um eine Verletzung der Vene und bei hellem stoßweise austretendem Blut um eine Verletzung der Arterie. In diesen beiden Fällen sind Druckverbände anzufertigen, damit der Hund nicht zu viel Blut verliert. Zunächst sollte das Körperteil jedoch hoch gelagert werden, damit die Durchblutung reduziert wird.

Wie mache ich einen Druckverband?

Die erste Schicht ist aus einem saugfähigem Material. Lege Taschentücher, eine Mullbinde oder etwas geeignetes auf die Wunde. Dies muss mit einem Verband fest abgebunden werden. Es folgt eine zweite Schicht aus einer festen nicht.-saufähigen Polsterung z.B. eine Packung Taschentücher, die erneut fest abgebunden werden muss. Blutet der Verband sofort durch sollte ein zweiter Druckverband darüber gelegt werden. Lasse den ersten dran! Du kannst zusätzlich das Blutgefäß oberhalb der Wunde mit beiden Händen abdrücken, um die Blutung zustoppen.

Schritt 5: Versorgung von Brüchen

Einfache Brüche müssen am besten mit etwas hartem fixiert werden. Nimm einfach einen Stock, ein Lineal oder ähnliches. Polstere die Stelle um den Bruch gut ab und befestige mit einer Binde die Polsterung. Anschließend befestigst du die Schiene weit ober- und unterhalb des Bruchs und umwickelst sie.

Wenn es sich um einen offenen Bruch handelt darfst du den Bruch nicht mit einer Schiene fixieren!

Schritt 6: Transport zum Tierarzt

Ist das Tier erstmal versorgt sollte es unverzüglich zu einem Tierarzt gebracht werden. Dabei sollte die Sicherheit an erster Stelle stehen. Kleine Hunde lassen sich am besten und sichersten in einer Transportbox transportieren. Ansonsten kann eine Decke als Trage dienen oder der Hund auf dem Arm genommen werden. Dabei sollte die verletzte Seite vom eigenen Körper abgewandt sein und gebrochene Gliedmaßen am besten hängend transportiert werden. Vorsicht ist geboten bei Verletzungen der Wirbelsäule, der muss möglichst unbewegt transportiert werden, um weitere Verletzungen zu vermeiden.

Ist der Hund bewusstlos sollte der Kopf weiterhin tiefer gelagert werden als der Körper., sodass keine Erstickungsgefahr besteht.

Herdengebrauchshunde

Was haben deutscher Schäferhund, Austalian Shepherd, Border Collie usw. gemeinsam? Umgangssprachlich zählen sie alle zu den Hütehunden und sind ursprünglich für die Arbeit mit Nutztieren gezüchtet worden. Es sind Arbeitstiere, auch wenn sie nicht immer für die Arbeit am Tier gehalten werden. Als Halter einer dieser Rassen ist es dennoch interessant sich mit den unterschiedlichen Nutzungsbereichen und den damit zusammenhängenden Verhaltensweisen auseinander zu setzen. Ich konnte mir dadurch schon manch eine Eigenart meines Australian Shepherds Morty erklären.

Die vier Arbeitsgruppen

Häufig liest man die Kategoriesierung Hütehund für alle Rassen, die mit Nutztieren arbeiten. Dies ist jedoch nicht ganz richtig. Es beschreibt mehrere Arbeitsgruppen oder nur eine. Alle Hunde dieser Berufung gehören zu den Herdengebrauchshunden. Diese lassen sich in die folgenden Arbeitsgruppen einteilen: Koppelgebrauchshunde, Hütehunde, Treibhunde und Herdenschutzhunde

Koppelgebrauchshunde

Die Aufgabe der Koppelgebrauchshunde, wie beispielsweise der Border Collie, ist das Sammel und Treiben des Viehs, zudem helfen siebei der Pfercharbeit, damit beispielsweise die Schafe geschoren werden können. Die Hundearbeiten ohne viele Laute unter Anleitung des Halters.

Hüterhunde

Sie setzen durch ihre Bewegungen Grenzen für Schafherden fest. Eingesetzt werden sie dort, wo keine Zäune sind. Zu den Hütehunden zählt z.B. der deutsche Schäferhund oder der Berger des Pyrénées.

Treibhunde

Der Australian Shepherd zählt unter anderem zu den Treibhunden. Sie sind gezüchtet um eine größere Anzahl an Rindern zu bewegen. Die Wege sind meist vorgegeben, sodass nur für die Bewegung der Nutztiere gesorgt werden muss. Dies geschieht mitHilfe von Bewegung,lautem Gebell oder gezielten leichten Bissen. Dies erklärt auch, weshalb Morty gerne mal etwas lauter wird oder viele Aussies kleine hartnäckige Teufel sind, wenn es ums Lernen der Beißhemmung geht.

Herdenschutzhunde

Ich denke die Bezeichnung spricht für sich.

Das Merle-Gen

Ich bekomme regelmäßig viele Komplimente über Mortys wunderschöne Fellfarbe. Er sieht so schön, besonders und einzigartig aus. Natürlich freut mich das, aber ich finde es auch wichtig über die Ursachen und vor allem mögliche Risiken, die mit der Fellzeichnung zusammenhängen, aufzuklären!

Die Fellfarbe Merle wird durch eine Veränderung des Silver-Gens verursacht. Dieser Defekt hat die typische gescheckte Fellfärbung zur Folge. Die Genveränderung sorgt für eine Farbverdünnung der „normalen“ Farbe. Das heißt, dass Morty ohne dieses Gen ganz einfach braun wäre.

Diese Mutation gibt es nicht nur beim Australian Shepherd, sondern auch bei vielen weiteren Rassen z.B. Doggen, Collies, Border Collies, Pit Bulls, Chihuahuas u.v.m. und kann neben der Fellfarbe auch einen Einfluss auf die Augenfarbe haben.

Wie wird die Fellfarbe durch dieses Gen verändert?

Ich möchte hier nicht zu detailliert werden, da mein Beitrag für jeden einfach und verständlich sein soll. Kurz gesagt: Der Defekt des Silver-Gens beeinflusst das Vorkommen von Eumelanin, welches normalerweise für eine schwarze oder braune Fellfarbe und dunkle Augen sorgt. Der Gendefekt sorgt für eine Störung der Ausprägung des Eumelanins und als Resultat entsteht die gescheckte Färbung oder helle Augen. Phäomelanin kann durch den Gendefekt nicht verändert werden. Fell, dass durch dieses Stoff seine Farbe erhält bleibt rotbräunlich.

Wie wird dieses Gen vererbt?

Mit folgenden Abkürzungen werden das gesunde und das mutierte Gen beschrieben:

m = unverändertes Silver-Gen

M = verändertes Silver-Gen

Bei einem Wurf erben die Welpen geschlechtsunabhängig jeweils ein Gen von einem Elterntier. Folgende Kombinationen sind möglich:

  • Das Tier trägt den Gendefekt nicht in sich und hat keine veränderte Fellzeichnung (mm)
  • Das Tier trägt sowohl das veränderte als auch das normale Gen in sich. Dies nennt sich mischerbig/heterozygot. Seine Fellzeichnung ist Merle und es vererbt dies mit 50% Wahrscheinlichkeit (Mm)
  • Das Tier trägt ausschließlich das mutierte Gen in sich. Es ist somit reinerbig und vererbt diesen defekt mit 100% Wahrscheinlichkeit. Man bezeichnet diese Hunde als Double-Merle. (MM)

Und weil das nicht kompliziert genug ist kann dieser Gendefekt auch „unsichtbar“ bleiben. Das heißt, dass der Hund dieses Gen in sich tragen kann, obwohl man es ihm nicht ansieht oder er sieht wie ein heterozygoter Hund aus, obwohl er ein Double-Merle ist. Dies ist zwar selten, kann jedoch vorkommen!

Was bedeutet das für die Zucht?

Will man sichergehen, dass gesunde Welpen auf die Welt kommen, verpaart man nur zwei Hunde ohne diesen Gendefekt miteinander oder einen heterozygoten Merle mit einem Non-Merle.

Verpaart man zwei heterozygote miteinander ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass ein Teil der Welpen reinerbig sind, das das Gen mit 50% Wahrscheinlichkeit von beiden Elterntieren weiter gegeben wird. Diese Art der Verpaarung ist in Deutschland verboten und ist Tierquälerei. Leider halten sich einige Vermehrer nicht an dieses Verbot.

Würde man einen Double-Merle mit einem Non-Merle verpaaren wären alle Welpen heterozygot und hätten eine veränderte Fellfarbe. Einige Züchter machen sich dies zunutze, da so viele „besonders hübsche“ Welpen zur Welt kommen. Leider muss dafür eines der Elterntiere sehr leiden, denn dieses hat mit den Folgen falscher Verpaarung zu kämpfen..

Der Züchter sollte von beiden Elterntieren eine Genuntersuchung vorlegen können, damit dieser Zuchtfehler ausgeschlossen werden kann.

Welche Folgen kann die falsche Verpaarung oder der Gendefekt haben?

Double-Merle Hunde können mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit schwere Fehlbildungen des Innenohr haben und Schwerhörig oder sogar Taub sein. Es können Missbildungen am Auge auftreten, was Blindheit zur Folge haben kann, sowie Veränderungen des Skeletts und Herzen erscheinen.

Aber nicht nur Double-Merle Hunde können gesundheitliche Probleme haben. Auch bei mischerbigen Hunden besteht ein erhöhtes Risiko für gewisse Krankheiten. Einige heterozygote Hunde können Gleichgewichtsprobleme haben. Es besteht eine erhöhte Sterblichkeitsrate der jungen Hunde und ein Großteil der vermeintlich gesunden Hunde hat mit Hörproblemen zu kämpfen.

Was bedeutet dies für den Kauf der Hunde oder die Haltung?

Ein heterozygoter Hund kann meist ein ganz normales Hundeleben führen ohne gesundheitliche Probleme zu haben. Jedoch sollte sich jeder, der sich für einen Merle interessiert, informiert haben und ggf. auch mit den Konsequenzen umgehen können. Wer einen Merle-Hund hat sollte ihn immer noch artgerecht halten können, falls sich herausstellt, dass er gewisse Krankheiten, wie Taubheit, mit sich bringt.

Und vor allem sollte sich jeder bewusst sein, dass man diese Hunde nicht einfach auf gut Glück verpaaren kann. Bei den Rassen, bei denen dieses Gen vorkommt sollten immer entsprechende Gentest gemacht werden, um Qualzucht ausschließen zu können.

Tierquälerei?

§11b Absatz 1 des Tierschutzgesetzes

(1) Es ist verboten, Wirbeltiere zu züchten […] soweit im Falle der Züchtung züchterische Erkenntnisse […] erwarten lassen, dass als Folge der Zucht oder Veränderung

  1. bei der Nachzucht […] erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen oder untauglich oder umgestaltet sind und hierdurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten […]

Das Züchten von Double-Merle Welpen ist laut Tierschutzgesetzt verboten. Das Verpaaren von einem heterozygoten mit einem Non-Merle fällt jedoch nicht darunter.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft spricht sich jedoch komplett gegen die Züchtung mit Merle-Trägern aus