Wurmtest oder Wurmkur? – Alles rund ums Würmchen

Informiert man sich über die Anschaffung eines Hunde liest man natürlich auch alles was dazu gehört. In null komma nix stößt man dann auch auf das Thema Würmer. Eigentlich überall habe ich gelesen, dass man alle 3 Monate prophylaktisch Entwurmen soll. Dabei hilft die Wurmkur nur, wenn der Hund auch Würmer hat. Es stellt sich natürlich die Frage, ob es nicht sinnvoller wäre erstmal zu testen, ob der Hund ungewollte Mitbewohner hat oder ob man einfach die Kur gibt und damit auf der sicheren Seite ist. Wobei natürlich auch interessant ist, welche unschönen Konsequenzen eine Wurmkur mit sich bringen kann.

Wie kommt der Wurm in den Hund?

Es gibt ganz unterschiedliche Arten wie das Würmchen ins Hündchen kommt:

  • Dein Hund denkt sich öfter mal, dass Kacke ein echt leckerer Snack wäre? Eventuell denkt das die Kacke auch über deinen Hund. In dem Kot können Wurmeier stecken, die sich dann in deinem Hund häuslich einrichten.
  • Auch Böden und Pflanzen können mit Wurmeiern kontaminiert sein. Durch Schnüffeln oder Schlecken nimmt dein Hund diese dann auf.
  • Oh das tote Tier dort sieht sooo gut aus… da muss ich mich erstmal drin wälzen und vielleicht bekomme ich dann auch noch Würmer! Ja in Aas wälzen oder ihn essen ist keine gute Idee, wenn man als Hund wurmfrei bleiben möchte.

Tut dein Hund keine dieser Sachen hast du Glück und musst wohl niemals entwurmen. Da aber so gut wie jeder Hund Schüffelt, schleckt und uch mal was tut, was er nicht soll, sollte man immer Kontrollieren, ob es einen Befall gibt. Es braucht dir auch nicht peinlich sein. Würmer sind kein Zeichen schlechter Halttung ondern ganz normal.

Was passiert, wenn mein Hund Würmer hat?

Würmer können richtig gefährlich werden, da sie auch Organe des Hundes befallen können und zu Schäden führen können. Und nicht nur dein Hund kann Wurmeier aufnehmen. Auch Menschen können Würmer bekommen und ebenfalls Schäden erleiden. Dafür musst du nichtmal mit seinem Haufen in Kontakt kommen, sondern es reicht, wenn sich der Hund leckt, du ihn streichelst und danach etwas isst. HÄNDE WASCHEN!

Wieso Wurmtest oder Wurkur?

Wurmkur:

Entwurmst du in regelmäßigen Abständen von beispielsweise 3 Monaten können sich die Würmer gar nicht so weit entwickeln, dass sie Organe befallen. Entwurmst du regelmäßg bist du auf der sicheren Seite. Aber es birgt natülich auch Nachteile, auch wenn es einem gerne mal anders verkauft wird. Eine Wurmkur ist nach wie vor ein Medilkament und auch Medikamente haben Nebenwirkungen und können auf Dauer belastend für den (Hunde-)Körper sein. Hat dein Hund jedoch einen Befall, solltest du definitiv zu diesem Medikament mit seinen möglichen Folgen greifen, denn sie Folgen einer Nichtbehandlung sind fahrlässig.

Ich weiß wie dicht ich mit Morty zusammen lebe. Er ist hier mit uns in der Wohnung, wir kuscheln regelmäßig und der ein oder andere ungewollte Schmatzer ist auch dabei, weil der kleine Wollsack halt sehr gerne küsst und man es nicht immer verhindern kann. Dir geht es vermutlich sehr ähnlich. Ganz ehrlich… Ich hab keine Lust auf Würmer weder beim Hund noch bei mir. Es ist eklig. Dazu kommt, dass dein Hund die Parasiten vielleicht ganz einfach wegsteckt und keine weiteren Probleme davon hat, aber es gibt Hunde, denen es mit Wurmbefall nicht gut geht. Deswegen sollte neben dem fleißigen Häufchen sammeln auch die Wurmbehandlung nicht fehlen.

Wurmkurmythen

Wie bei allem gibt es auch bei diesem Thema einige Mythen, die sich hartnäckig halten. Das ein oder andere Missverständnis kann ich evtl. aus dem Weg räumen:

  • Nein die Wurmkur wirkt nicht vorbeugend. Sie hilft tatsächlich nur bei tatsächlichem Befall. Wenn du heute eine Wurmkur gibst, kann dein Hund morgen trotzdem Würmer bekommen. Natürlich schützt auch kein Wurmtest vor Wurmbefall. Ein Wundermittel dafür gibt es leider noch nicht.
  • „Seine Haufen sehen normal aus also hat der auch keine Würmer“ – FALSCH! Wenn du die Würmer schon sehen kannst ist das kein leichter Befall mehr…
  • So gerne ich auch Kokosöl für alles mögliche nutze. Es ersetzt eine Wurmkur leider nicht.

Hersteller von Wurmkuren versprechen einem natürlich, dass der Hund keinerlei Probleme von einer Wurmkur bekommt, aber es ist nach wie vor ein Medikament und besitzt eine Auflistung an Nebenwirkungen. Deswegen sehe ich es kritisch seinem Hund einfach auf gut Glück regelmäßig ein Medikament zu geben, welches er eventuell nicht mal braucht. Aber selektives Testen birgt natürlich auch Kosten, die nicht jeder tragen möchte, was ich durchaus verstehen kann.

Letzten Endes muss jeder die passende Lösung für sich selber finden und ich finde nicht, dass man individuelle Entscheidungen diesbezüglich kritisieren sollte. Wir haben aufgrund Mortys Unverträglichkeiten sowieso schon relativ häufig Probleme mit dem Magen-Darm-Trakt. Durch Testen verhindern wir eine weitere Belastung.

Hundetraining mittels App?

*Anzeige – Kooperation

Gefühlt gibt es inzwischen für alles Apps. Ich selber habe etliche, um Schritte zu zählen, Essen zu tracken, zu meditieren und vieles mehr! Wieso sollte man also nicht auch das Hundetraining digitalisieren? Ich habe jetzt fleißig die Pupy-App für euch getestet und wollte euch gerne mal von meinen Erfahrungen berichten.

Was ist Pupy?

Die Pupy-App ist eine App für IOS und Android, in der du alltagsgerechte und ortsunabhängige Trainingsinhalte findest. Es gibt über 200 verschiedenen Schritt-für-Schritt-Anleitungen aus 13 Kategorien, wie Welpenerziehung, Rückruftraining, Alleine bleiben und vieles mehr. Ergänzt werden diese Inhalte durch tägliche Tipps und interessante Blogbeiträge. Dabei basiert das Training auf den neusten Erkenntnissen aus Wissenschaft und Hundetraining. Die App ist quasi ein Hunderatgeber to-go und in der Hosentasche.

Ein, wie ich finde, besonderes Goodie ist der Trainer-Chat, mit dessen Hilfe man jederzeit einen Trainer für all seine Wehwehchen in der Hunderziehung konsultieren kann. Du kannst per Nachricht dein Problem schildern oder dem Trainer Fotos und/oder Videos zur Analyse zur Verfügung stellen.

Wie habe ich die App genutzt?

Ich habe die App und die dazugehörige Pro-Version nun vier Wochen lang getestet. Welpenerziehung ist für uns natürlich im Moment nicht so interessant, dennoch gibt es einige Trainingskategorien, die auch für einen hohen Stellenwert haben.

Top aktuell sind bei uns Leinenführigkeit (dank Pubertät mal mehr und mal weniger stark), Medical Training und Trickdogging. Vor allem mit dem Trickdogging und Medical Training habe ich mich in den letzten vier Wochen sehr beschäftigt.

Ein Trick, der auf unserem Plan stand, war das auf den Füßen laufen. Ich habe angefangen die ersten Schritte zu üben und mich von der App alle paar Tage ans Training erinnern lassen. Ich gehöre sonst nämlich zu den Menschen, die Pläne vergessen und aufschieben 😀 Ich bin ganz ehrlich, dass das auf den Füßen laufen bisher noch nicht so gut klappt. Die ersten Schritte hat Morty auf Anhieb verstanden. Nur seine Pfötchen auf meine Füße zu stellen klappt bisher noch nicht so gut. Das liegt aber nicht an der App, sondern daran, dass Morty einfach etwas mehr Zeit für diesen Trick benötigt. Wir bleiben also dran!

Um so besser klappt das Medical Training. Unser Fokus lag auf Fellpflege, Zähne putzen und in Ruhe Abtasten lassen. Diese drei Punkte klappen inzwischen deutlich besser. Während ich am Anfang beim Bürstens ständig eine Futtertube vor Mortys Nase halten musste, damit er ruhig liegen bleibt, schaffen wir es inzwischen auch entspannt und ohne. Es ist ziemlich praktisch beide Hände für die Fellpflege frei zu haben, vor allem da Morty aktuell im Fellwechsel steckt.

Zu guter Letzt habe ich mich vor allem gefreut den Trainer-Chat testen zu können. Ich habe mich mit der Trainerin über eine unserer Baustellen ausgetauscht und einige gute Tipps bekommen, die ich in der Zukunft in die Tat umsetzten werde. Unser Problem ist, dass Morty im Treppenhaus gerne mal unsere Nachbarn anbellt. Diese Problem werden wir zukünftig mit den Tipps, die wir bekommen haben, angehen.

Meine Bewertung

Die App ist meiner Meinung nach toll aufgebaut. Ich finde es gut, dass sie so übersichtlich und ordentlich sortiert ist. Die Videos haben eine super Bildqualität, sind leicht verständlich und werden zusätzlich mit einer schriftlichen Erklärung ergänzt.

Mein Lieblingsaspekt der App und was sie von anderen Apps abhebt ist jedoch der Trainer-Chat, der in der Pro-Version zur Verfügung steht. Die Pro-Version kostet monatlich nicht mehr als meine Lieblings-Streamingdienste und bietet mir einen hohen Mehrwert. Leider fühlt man sich, wenn man keine Hundeschule besuchen möchte, manchmal beim Training doch etwas alleine und vermisst es einen Trainer an seiner Seite zu haben, der einen schon bei kleineren Fragen für Rat und Tat zur Seite steht. Ich habe mir immer eine Person gewünscht, an die ich mich bei Fragen oder kleineren Problemen wenden kann und sie mit dieser App gefunden.

Natürlich ersetzt eine App nicht den persönlichen Besuch beim Hundetrainer bei größeren Baustellen. Das ist auch nicht Sinn und Zweck dieser App. Doch ich finde sie sehr praktisch und unterstützend für die generelle Hundeerziehung und zur Problembewältigung bei kleineren Baustellen.

Falls du Interesse an der App hast kannst du sie hier herunterladen: https://pupy.co/lp/c9n784

Buchvorstellung: ZOS – Zielobjektsuche von Thomas und Ina Baumann

*Werbung – selbstgekauft

Ein Hund möchte beschäftigt und ausgelastet werden. Dabei gibt es etliche verschiedene Hundesportarten, die man mit seiner Fellnase ausführen kann. Wir haben nun schon länger vor mit Morty die Zielobjektsuche zu beginnen. Eine passende Lektüre hierzu gibt es vom Kosmos-Verlag. Ich möchte euch das Buch vorstellen und verratet, ob es meiner Meinung nach was taugt.

Inhalt

Wie der Titel bereits verrät geht es um das Thema Zielobjektsuche. Die Zielobjektsuche ist eine Hundesportart, bei der der Hund einen kleinen Gegenstand mit seiner Nase suchen soll und anschließend anzeigt. Zunächst wird einmal erklärt was genau das eigentlich ist und welche Vorteile dieser Hundesport hat.

Ein wichtiger Aspekt der ZOS ist das Suchobjekt und aus welchem Material dieses ist. Hier wird bei der Auswahl geholfen und unterschiedliche Materialbeschaffenheiten und Eigenschaften aufgezeigt.

Man findet in diesem Buch genaue Erläuterungen wie man das Training aufbauen sollte, welche Fehler man vermeiden muss und findet Lösungsansätze, falls sich doch der ein oder andere Fehler ins Training eingeschlichen hat. Unterstützt werden schriftliche Erklärungen durch zahlreiche Bilder.

Zu guter Letzt gibt es noch eine größere Auswahl an Beschäftigungsideen an unterschiedlichen Orten, in Gruppen usw.

Bewertung

Es hält was es verspricht. Das Buch lässt sich sehr gut Lesen. Es ist einfach und leicht verständlich geschrieben. Kompliziertere Aspekte werden anhand von deutlichen Bildreihen ergänzend erläutert. Es startet direkt zu Beginn mit dem versprochenen Thema ohne auch nur ein einziges Mal davon abzuweichen. Es ist definitiv ein super Einstieg in diesen Hundesport und hält was es verspricht. Richtig hilfreich finde ich die Nennung unterschiedlicher Fehler und Lösungsansätze für Probleme im Training.

Meine einzige Kritik: An der ein oder anderen Stelle gibt es kleinere Wiederholungen. Beispielsweise wird an mehreren Stellen das Clickern und die unterschiedlichen Clicks erklärt, was man meiner Meinung nach auf weniger Stellen reduzieren könnte.

Für wen ist dieses Buch was?

Ich kann jedem, der auf der Suche nach einer Beschäftigungsmöglichkeit gemeinsam mit Hund dieses Buch ans Herz legen. Auch für Leute, deren Interesse an ZOS bereits geweckt ist, ist dieses Buch ein toller Einstieg. Dabei bereitet einen das Buch auf Heimtraining aber auch möglicher Wettbewerbe vor.

Ich habe dein Interesse an diesem Buch geweckt? Hier kannst du es kaufen: https://amzn.to/37Rulut

Arbeits- und Showlinie beim Australian Shepherd

*Werbung wegen Accountnennung

Wie bei vielen anderen Hunderassen gibt es auch beim Aussie die Unterteilung in Showlinie und Arbeitslinie. Doch welche Merkmale haben die jeweiligen Linien und worin unterscheiden sich beide? Welche Gemeinsamkeiten gibt es? Welchen Einfluss hat die Linie auf den Charakter und Verhalten?

Übrigens: Nur weil ein Hund aus einer Linie stammt, bedeutet es nicht, dass er garantiert Wesen oder Optik dieser Linie hat. Ein Hund der Showlinie kann auch gut mal ein wahres Arbeitstier sein, während einer aus der Arbeitslinie eine Schlafmütze ist. Wie ein Hund letzten Endes ist, kann man nie voraus sagen, sondern nur eine Tendenz geben. Wer sich einen Rassehund holt, sollte sich also bestmöglich vorbereiten.

Die Show-Linie

Foto von @burningstar.aussies

Die Züchtung dieser Linie erfolgt überwiegend auf optischen Aspekten. Sie sollen auf Ausstellungen möglichst hohe Bewertungen erreichen und dies schaffen sie, indem ihr Aussehen am besten dem Rassestandard entspricht. Bei diesen Ausstellungen wird auf Schönheit und korrekten Körperbau geachtet. Charaktereigenschaften und Wesen etc. dieser Hunde spielen eher eine untergeordnete Rolle.

Aussehen:

Vom Aussehen her sind die Aussies der Showlinie eher kurz, breit und kräftig. Zudem haben sie meist eine höhere Stirn. Außerdem sind sie plüschiger, da sie mehr Fell bzw. Unterwolle haben. Das Fell hat oftmals einen höheren Weißanteil als bei den Arbeiterhunden. Allerdings wird auch viel Wert auf Hunde mit ausgeprägteren Farben geachtet.

Charakter:

Aussies der Showlinie haben weniger Arbeitstrieb als die andere Linie. Sie sollen etwas weniger aktiv, allerdings können sie auch wahre Sturköpfe sein. Auch wenn diese Hunde weniger starke Arbeitstiere sind, als ihre schmalen Kollegen, wollen auch sie beschäftigt und ausgelastet werden.

Foto von @burningstar.aussies
Foto von @burningstar.aussies

Natürlich züchtet nicht jeder Züchter nur für den Wettbewerb und ohne sich Gedanken über Charakter zu machen. Gute Züchter achten auch darauf charakterstabile Hunde zu züchten!

Die Arbeitslinie

Bild von @falbenpfoetchen

Aussehen:

Sie sind leichter, schlanker und oftmals auch kleiner als die Hunde der Show-Linie. Bei ihrer Zucht wird vor allem auf Arbeitsleistung und weniger auf Optik geachtet. Sie haben meist eine nicht so hohe Stirn und weniger Fell bzw. Unterwolle, welches außerdem pflegeleichter ist (Macht Sinn 😀 ).

Charakter:

Diese Linie entspricht eher dem Ursprung des Australian Shepherds. Bei der Arbeitslinie handelt es sich um Arbeitstiere, die für Leistung gezüchtet werden. Er ist gut zu trainieren, hat einen ausgeprägten Will-to-Please. Diese Hunde möchten Arbeiten. Aber nur weil sie Arbeitstiere sind müssen sie nicht 24/7 beschäftigt werden.

Bilder von @falbenpfoetchen

Der Linienmix

Natürlich gibt es nicht nur reine Arbeits- und Showlinie, sondern auch eine Mischung aus beidem. Je nach Anteilen der Linie in einem Hund können optische Merkmale und Charakter eher der einen oder der anderen Linie ausgeprägter sein. Garantiert ist das so wie bei den reinen Linien allerdings auch nicht.

Morty ist beispielsweise auch ein Mix aus Show- und Arbeitslinie und ich würde mal behaupten, seinen Arbeitstrieb hat er eher von Papa (Showlinie). Obwohl ich auch, vor allem in der Optik, Merkmale beider Linien erkennen kann. Doch dazu gibt es einen separaten Beitrag.

Welche Linie für welchen Halter?

Man könnte meinen der Aussie der Showlinie ist entspannter und einfacher im Handling und der Aussie der Arbeitslinie ist ein Workaholic. So einfach ist das aber nicht. Nur weil ein Hund einer Linie entspricht ist das keine Garantie für bestimmtes Verhalten. Das Wesen lässt sich nicht voraussagen. Wer sich einen Aussie anschafft, sollte immer ein gewisses Maß an Arbeitswillen mitbringen. Natürlich kann die Linie eine Tendenz geben wie stark man mit dem Hund arbeiten muss, aber ich finde nicht, dass man sich drauf verlassen sollte, dass der Showlinienhund eine Couchpotato ist. Meiner Meinung nach sollte ein Hund der Arbeitslinie definitiv zu Menschen, die auch arbeiten mit ihm Arbeiten wollen und die sich der Aufgabe bewusst sind. Gleiches gilt für mich allerdings auch für Hunde der Showlinie. Eventuell sind gewisse Triebe und Charakterzüge weniger stark ausgeprägt, der Aussie bleibt aber dennoch eine intelligente Rasse, die ausgelastet werden muss.

Eure Bilder

Mir wurden noch mehr Bilder zugesendet, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Ihr könnt ja mal raten aus welcher Linie die Hunde stammen oder ob sie wie Morty nicht nur eine Linie haben.

Ich möchte mich nochmal herzlichst bei allen bedanken, die mir ihre Bilder zur Verfügung gestellt haben ♥ Ihre Accounts findet ihr bei Instagram unter @falbenpfoetchen @burningstar.aussies @benita_wohl und @hayley_on_tour

Hier findet ihr noch einige ergänzende Beiträge. Wie ist mein Leben mit einem Linienmix? Wie ist es mit einem Hund aus der Arbeitslinie?

Mein Leben mit einem Hund aus der Arbeitslinie

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In meinem Beitrag über die Show- und Arbeitslinie beim Australian Shepherd habe ich euch beide Linien vorgestellt und etwas allgemeiner die Eigenschaften und Unterschiede erläutert. Morty ist, wie ich bereits sagte, eine Mischung aus beiden Linien und ich kann definitiv Züge beider Linien erkennen, sowohl in Aussehen als auch Charakter. Natürlich interessiert mich aber auch, wie es mit einem Hund der einen oder der anderen Linie wäre und wie ausgeprägt sich manches Verhalten zeigen würde.

Die liebe Lena, die ihr auf Instagram unter @falbenpfoetchen findet hat einen Aussie aus der Arbeitslinie und hat sich angeboten einen Gastbeitrag darüber zu schreiben. Darf ich vorstellen: Cooper

Bild von @falbenpfoetchen

Cooper ist ein reinrassiger Aussie aus der Arbeitslinie und stellt uns damit so manchmal vor ganz große Herausforderungen im Alltag. Fast jeder Mensch, der das erste Mal auf uns trifft fragt unweigerlich, aus welcher Rasse unser Aussie-Mix denn stammt. Die Verwunderung ist jedes Mal groß, denn Cooper ist ja kein Mix. Dass die Menschen ihn aber irrtümlich für einen Mix halten hat aber auch einen ganz einfachen Grund. Als Arbeitslinie ist Cooper zwar an einige Rassestandards gebunden, jedoch beziehen diese nicht so sehr auf die Optik des Hundes, sondern eher auf die Arbeitseigenschaften. Denn genau hierfür wurde er gezüchtet, zum Arbeiten. Cooper hat weder dicke Unterwolle, eine kräftige Figur noch die typischen Ohren. Cooper ist zwar ein Blue Merle, aber bei weitem nicht so kontraststark wie in den Rassestandards vorgesehen. Die meisten halten ihn für einen Aussie-Border-Mix. 

Bild von @falbenpfoetchen

Neben der Optik wird die Arbeitslinie aber auch besonders deutlich in den Charaktereigenschaften von Cooper. Er hat einen extrem stark ausgeprägten Hüte- und Schutztrieb, ist dominant, sehr schlau und vertritt seine eigenen Ideen zunächst sehr standhaft. 

Der Hütetrieb wird so ziemlich in jeder Situation sichtbar. Bei schnellen Bewegungen von anderen Tieren oder Menschen werden diese versucht einzufangen und in den vorgesehenen Radius zurückgedrängt. Dieses Verhalten muss von uns stets im Auge behalten werden und früh unterbunden werden, wenn nicht erwünscht. Zum Hütetrieb gehört auch ganz klar das Zwicken des zu hütenden Objekts. Auch hier muss man aufpassen, einen Blick auf den Hund haben und das Verhalten unterbinden, wenn nicht gewünscht. Im Spiel mit anderen Hunden handelt es sich in 90% der Fälle nicht um ein richtiges Spiel, eher um den Hütetrieb. Cooper jagt anderen Hunden hinterher, umkreist diese und zwickt in die Hinterbeine. Er ist dabei sehr körperlich unterwegs und nimmt keine Rücksicht auf die Befindlichkeiten des anderen Hundes. Auch hier sind wir als Halter gefragt dieses im Blick zu haben. 

Seinen Hütetrieb darf Cooper bei uns im Stall bei den Pferden ausleben und das genießt er total. Die Arbeit am Pferd bereitet ihm viel Freude und gibt ihm eine sinnvolle Aufgabe. 

Cooper wendet seinen Schutztrieb nur in Bezug auf seine “Herde” an. Diese besteht aus uns Menschen und unserem Pferd. Deutlich wird der Schutztrieb, wenn in Cooper’s Augen ungewöhnliche Dinge passieren. In Wäldern, besonders bei Ausritten mit dem Pferd, zeigt er Wild und Menschen konsequent mit einer stillen Anzeige an. Das Wild ergreift meistens die Flucht. Andere Menschen werden toleriert, wenn sie sich nicht “komisch” verhalten. Verhalten sich Menschen aber ungewöhnlich, dann ändert sich Cooper’s Verhalten sehr schnell. Der einst freudige Hund beäugt und beobachtet den Menschen ganz genau. Kommt dieser uns zu nah und verhält sich weiterhin komisch, kommt meist keine Androhung mehr von Cooper, sondern er geht direkt nach vorne. Auch hier ist man als Halter gefragt genau zu beobachten und entsprechend zu reagieren. 

Ich korrigiere nicht immer jeden Trieb von Cooper, da an manchen Stellen genau dieser Trieb von mir gewünscht ist. Sowohl der Hüte- als auch der Schutztrieb. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass gerade die Arbeitslinie dazu gezüchtet wurde selbstständig Entscheidungen treffen zu können und genau dieses passiert sehr häufig bei einem Aussie aus der Arbeitslinie. Da werden dann auch mal Entscheidungen des Halters hinterfragt, umgangen oder ausgepöbelt. 

Einen zeitlichen Mehraufwand hat die Arbeitslinie gegenüber einer Showlinie meiner Meinung nach nicht. Cooper hat sein tägliches Programm. Mal besteht dieses aus geistiger und mal aus körperlicher Auslastung. Die Arbeitslinie fordert viel Verantwortung durch den Hundehalter ab, aber ansonsten ist die Arbeitslinie eben auch einfach nur ein Aussie. 

Bild von @falbenpfoetchen

Fazit von Joana

Ich liebe es die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Aussehen, Charakter und Verhalten zu sehen. Das ist einfach total interessant. Vergleiche ich Morty und Cooper kann ich ganz eindeutig Unterschiede und Gemeinsamkeiten erkennen.

Beispielsweise finde ich Morty und Cooper von der Schnauze her sehr ähnlich. Beide haben keine so hohe Stirn und eine etwas längere Schnauze. Auch Morty ist nicht so kompakt und kräftig gebaut, wie es bei der Showlinie vorgesehen ist. Einen deutlichen optischen Unterschied gibt es jedoch: Morty hat eindeutig flauschigeres Fell und mehr Unterwolle. Da kommt wohl der Papa durch.

Auch charakterlich kann ich einige Gemeinsamkeiten erkennen, nur dass diese Verhaltensweisen bei Morty weniger stark ausgeprägt sind. Beispielsweise hat mein Hund zwar einen Hütetrieb, der ist jedoch weniger ausgeprägt. Er kann gut mit anderen Hunden spielen, nur manchmal muss ich ihn etwas zügeln, da er hütet. Menschen lässt er eigentlich immer ihren Weg gehen.

Nochmal vielen Dank für deinen Beitrag Lena ♥

Arbeits- und Showlinie beim Australian Shepherd

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Rasseportrait: Labradoodle

*Werbung wegen Accountnennung

Ich habe in meiner Instagram-Story gefragt, ob es vielleicht den ein oder anderen gibt, der Lust hätte einen Gastbeitrag für meinen Bog zu schreiben. Die liebe Katharina, die ihr bei Instagram unter @cooperofdoodleroodle findet hat sich gemeldet und möchte euch heute einmal den Labradoodle vorstellen.

Bild von @cooperofdoodleroodle


Heute würde ich euch sehr gerne meine Rasse vorstellen! Vorher möchte ich mich aber erst bei euch vorstellen:

Ich bin der Cooper und wohne in Rheinland-Pfalz. Geboren bin ich am 13.09.2020 bei DoodleRoodle in Römild und lebe seit dem 14.11.2020 bei meiner Familie wo ich mich auch sehr wohl fühle! Jetzt erzähle ich euch mal etwas von meiner Rasse. Nämlich dem Labradoodle!

Geschichte vom Labradoodle

Der Labradoodle wurde 1989 von einem Mann Namens „Wally Conron“ gezüchtet! Wally Conron wollte einen Blindenhund erschaffen, der aber auch gleichzeitig für Menschen mit einer Hundehaar-Allergie geeignet ist.
Daher kreuzte er einen bekannten Blindenhund nämlich den „Labrador Retriever“ mit dem Großpudel, der kein Unterfell hat. Die dabei entstandenen Hunde wurden „Labradoodle“ genannt.

Was für ein Fell haben Labradoodle?

Labradoodles können das Fell vom Labrador oder auch das Fell vom Pudel erben. Aber meistens ist es ziemlich sicher das ein ausgewachsener Labradoodle ein etwas lockigeres Fell hat!

Charakter

Labradoodles sehen nicht nur freundlich aus, sie sind es auch! Meistens lässt sich das Verhalten aber nicht so genau sagen, da zwei verschiedene Rassen im Spiel sind! Oft sind die Doodles verschmust, sozial und sind super als Familien und Blindenhund geeignet!

Versteht sich ein Labradoodle mit anderen Hunderassen?

Eigentlich verträgt sich ein Labradoodle mit jeder Hunderasse. Je früher der Hundebesitzer mit der Sozialisierung seines Hundes anfängt, desto früher wird der Hund mit anderen Hunden besser klar kommen. Aber das gilt ja sowieso für alle Hunderassen und nicht nur für den Labradoodle!

Ernährung eines Labradoodles


Da der Labrador ziemlich Verfressen ist und leicht zum Übergewicht neigen kann, sollte man sich bewusst sein, dass einen Labradoodle das meistens dann auch ist.

Das war meine kurze Vorstellung von meiner Rasse, dem Labradoodle!
C O O P E R

Bild von @cooperofdoodleroodle

Rückwärtsniesen

*Werbung wegen Acountnennung

Ich hatte auf Instagram gefragt, ob der ein oder andere Lust hätte einen Blogbeitrag für mich zu schreiben und die liebe Lena, die ihr dort unter @_shorty.elli_ findet, hat sich bei mir gemeldet. Sie wollte gerne einen Beitrag über das Rückwärtsniesen schreiben. Ein Verhalten, dass die meisten sicherlich bereits bei ihren Hunden beobachten konnten:

Bild von @_shorty.elli_

Mein Name ist Lena (28) und zu uns gehört die Liebe Elli. Elli ist seit Ende Dezember nun ein Jahr alt, ist aus Rumänien und unser erster Hund.

Vor einiger Zeit als der erste richtige Frost kam, hat Elli das erste Mal so röchelnde Geräusche gemacht. Ich schob es auf den Frost von der Wiese, wo sie mit der Nase klebte. Ich hatte Angst keine Frage und keiner aus der Community konnte mir etwas zu ihrem Verhalten sagen. Es kam nicht wieder vor…

Bis plötzlich nach dem Spielen auf dem Sofa das Geräusch wieder kam. Ich googelte gefühlt um mein Leben, bevor ich den Tierarzt anrufen wollte. Elli sah aus, als ob sie erstickte. Ich fand die Lösung und Elli beruhigte sich wieder. Nun möchten wir euch aufklären.

Deine Fellnase macht röchelnde oder schnarchähnliche Geräusche? Keine Panik! Das Rückwärtsniesen kommt beim Hund häufiger vor als wir denken.

Was ist Rückwärtsniesen?

Rückwärtsniesen (engl. Reverse Sneezing) ist ein Reflex, bei dem das Tier schnell und ruckartig Luft aufsaugt. Ähnlich wie ein normales Niesen nur anders herum. Meist verkrampfen die Hunde dabei und können auch panisch werden.

So besorgniserregend diese Anfälle auch aussehen, sind sie in der Regel völlig harmlos. Auch wenn die Anfälle oft mit einer kurzzeitigen Atemnot verbunden sind, dauert diese meist nur wenige Sekunden, selten Minuten, an. Besonders junge und kleine kurzköpfige Hunderassen sind anfällig für das Rückwärtsniesen, wie z.B. der Mops oder die Bulldogge.

Wie passiert so etwas?

Die Ursache ist noch relativ ungeklärt. Man geht aber davon aus, dass Reizungen im Rachen, in der Kehle oder im Kehlkopf für das Rückwärtsniesen verantwortlich sind.

Als mögliche Reizauslöser kommen in Frage:

  • Pollen
  • Toben und Spielen
  • intensive Gerüche wie Zigarettenrauch, Parfüm oder Putzmittel
  • Entzündungen der Mandeln (Tonsillitis) oder des Rachens (Pharyngitis)
  • Aufregung
  • zu enges Halsband
  • Allergien
  • zu langes Gaumensegel
  • evtl. auch Milbenbefall

Wie kann ich meinem Hund helfen?

Das Wichtigste ist erstmal Ruhe zu bewahren! Meine Angst um Elli damals half ihr sicher nicht. Schlimmer! Dadurch begann sie panisch zu werden.

Nach dem Ratschlag von Tante Google ging ich ruhig zu ihr, streichelte 2x über ihren Brustkorb und klopfte danach 2x ganz leicht darauf. Dies widerholte ich und redete weiterhin ruhig auf sie ein.

Uns hat es schon viel gebracht. Sollte es mal nicht helfen, hier noch ein paar Tipps:

  • über den Hals streicheln
  • Trinken anbieten
  • Leckerli anbieten
  • Nase für 2 Sekunden zu halten

Sinn der Sache ist, dass eure Fellnase schluckt, wodurch der Reflex unterbrochen wird.

Wann muss ich zum Tierarzt?

Tritt das Rückwärtsniesen übermäßig häufig auf, treten weitere Symptome hinzu oder schlagen die Behandlungsmethoden nicht an, ist es notwendig einen Tierarzt aufzusuchen.

Wenige Hundebesitzer wissen über dieses Thema Bescheid. Solch Situationen machen Angst. Wir hoffen durch diesen Beitrag mehr Menschen und indirekt auch ihre Fellnasen beruhigen zu können.

Liebe Grüße

Elli & Lena

Von Anfängerhunden und keinen Anfängerhunden

Ich bin in einem Buch über die folgende Aussage gestolpert: „Der Aussie ist kein Anfängerhund“. Und ich muss ehrlich sagen, dass ich diese Aussage problematisch finde. Ich muss mich jetzt also einmal geistig auskotzen.

Ich verstehe ehrlich gesagt nicht so richtig, weshalb man Hunde in solche Gruppen einteilt. Offensichtlich bin absolut kein Fan dieser Kategorisierung, denn ich finde, dass sie zu falschen Entscheidungen, falschen Rassebeschreibungen u.v.m. führt.

Ich finde nicht, dass man sich einen Hund anschaffen sollte, weil er einfach oder nicht einfach ist. Man sollte sich immer mit Charakter und Merkmalen auseinander setzen und sich aufgrund dessen für eine Rasse entscheiden. Nur so setzt man sich wirklich damit auseinander, ob der Hund zu einem selbst passt. Es einfach und mit möglichst wenig Arbeitsaufwand haben zu wollen, sollte kein Entschiedenes Kriterium sein. Dein Hund sollte zu dir passen, sonst wirst du nicht glücklich oder vor allem er wird es nicht!

Zudem finde ich, dass so vermeintliche Anfängerhunde charakteristisch verharmlost werden. Auch ein Anfängerhund braucht konsequente Erziehung und eine passende Auslastung. Wie ich finde werden so einige Rassen stark unterschätzt. Nehme ich mal den Labrador als Beispiel. Der freundliche, einfache Hund, der für ein Leckerli alles tut und sich mit Futter in der Hand quasi selbst erzieht. Auch der Labrador kann einem ordentlich auf der Nase rumtanzen (damit hab ich Erfahrung :D) und auch diese Rasse neigt bei falscher Erziehung und Auslastung zu Verhaltensauffälligkeiten. Ein Hund ist kein Kuscheltier!

Ab wann ist man eigentlich kein Anfänger mehr? Nach dem zweiten, dritten, vierten, fünften Hund? Bedeutet das man schonmal einem Hund hatte, dass man wirklich Ahnung hat? Auf keinen Fall! Ich kann schon Jahre lang Hunde halten und dennoch keine Ahnung haben und mich so gut wie gar nicht damit befasst haben. Ich denke wir alle hatten bereits Begegnungen mit „Die regeln das unter sich“ und „Nur mal kurz Hallo sagen“-Menschen, die gerne mal schon jahrelange Hundeerfahrung haben und dennoch so gar keine Hundeerfahrung. Jemand, der sich nicht damit auseinandersetzen möchte, der wird auch trotz Erfahrung mit manch einem Hundecharakter nicht fertig.

Und selbst wenn man schonmal einen Hund hatte und sich damit auseinander gesetzt hat, ist das nur die halbe Miete. Denn der Fokus von Rasse zu Rasse kann so unterschiedlich ein. Wer schonmal einen Jagdhund erzogen hat, der steht mit einem Hütehund vor einer ganz anderen und neuen Erfahrung. Immerhin kennt man schonmal so grundlegendes, was natürlich helfen kann.

Aber ebenso kann man mit Fleiß und Arbeitswille eine Menge erreichen und sehr viel Wissen erlangen. Auch als Ersthundbesitzer, kann man mit einem „komplizierten“ sehr gut fertig werden, wenn man bereit ist dafür etwas zu tun. Und wenn du dich vorher genug schlau machst, dann bist du schonmal auf einem sehr guten Weg.

Zudem wächst man sehr schnell mit seinen Aufgaben und lernt schnell auch seinen Hund zu verstehen. Ich bin jetzt schon viel schlauer als zu Mortys Einzug und Morty war nicht mal mein erster Hund. Man istzudem nicht allein. Man kann sich von Anfang an von einem kompetenten Hundetrainer begleiten lassen, der einem bei Ratlosigkeit weiterhelfen kann. Eine Möglichkeit, die man als „Anfänger“ und „Fortgeschrittener“ immer gut in Betracht ziehen kann.

So das waren einfach mal ein paar Gedanken zu diesem Thema. Es ist dabei natürlich einfach meine persönliche Meinung. Du darfst natürlich gerne eine andere haben 🙂

Mein Leben mit einem Double-Merle

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Passend zu meiner Beitragsreihe zum Thema Merle-Gen habe ich die liebe Diana gefragt, ob sie nicht Lust hat einen Beitrag über ihr Leben und ihre Einschränkungen mit einem Double-Merle-Hund zu schreiben. Finden könnt ihr ihr Profil auf Instagram unter @elsasmuteworld Ich freue mich sehr, dass du nun auch etwas von einer betroffenen Person lesen kannst. Wie Dianas Leben mit Elsa ist erzählt sie euch selber:

Bild von @cassandragraphie

Hallo ihr Lieben. Das auf dem Bild sind wir — Elsa und Diana. Elsa ist die mit dem weißen Fell. Na ihr wisst schon, benannt nach der Eiskönigin natürlich! Um diese besonderen weißen Fellnasen geht es heute in unserem Gastbeitrag auf dem Blog von der lieben Joana. Wir wurden gefragt, wie es ist, mit einem Doppel-Merle Hund zu leben und möchten unsere Erfahrungen nun mit euch teilen.

Fangen wir einmal von vorne an. Elsa ist auch Anfang 2020 in unser Leben gekommen, wie Morty zu Joana. Sie war dreieinhalb Monate alt, als wir sie bei ihrer Pflegefamilie abholten. Für sie war das bereits die dritte Familie, weshalb sie letztendlich über Fellengel in Not ein Zuhause für’s Leben suchte. Die Tierschutzorganisation übernahm die Vermittlung, da den vorherigen Menschen wohl aufgefallen ist, dass sie nicht mit ihr klarkommen würden. Denn Elsa ist taub. Und das ist eine der Auswirkungen einer Doppel-Merle-Verpaarung. Wir haben davor zwar vom Merle-Gen gehört aber nicht, dass ein Gendefekt entsteht, wenn man zwei Merle-Hunde miteinander paart. Dabei haben wir schon über zehn Jahre Hundeerfahrung! Krass, wie wenig verbreitet dieses Wissen ist — deshalb bin ich froh, dass es sich auch Joana zu ihrer Aufgabe gemacht hat, darüber aufzuklären.

Doch kommen wir zurück zu Elsas Geschichte. Wir haben uns sofort in sie verliebt und die Tatsache, dass sie taub ist, stört uns nicht. Unsere zehnjährige Hündin Nici kennt alle Kommandos auch verbunden mit Handzeichen, weshalb wir fest davon überzeugt waren, dass ein hohes Level an Grundgehorsam auch mit einem tauben Hund möglich ist. Und so kam es auch. In der Hundeschule werden wir regelmäßig als „die Streber“ bezeichnet. Alles, was mit Handzeichen und Körpersprache verbunden wird, führt sie zuverlässig und schnell aus — auch den Rückruf.

Bild von @cassandragraphie

Das einzige Problem bei einem tauben Hund ist, dass man ihn nicht aus Entfernung zu sich rufen kann, wenn er nicht herschaut. Das ist eine Herausforderung, der man sich stets bewusst sein muss. Das bedeutet vor allem vorausschauend zu handeln und total aufmerksam zu sein, wenn der Hund frei läuft. Aber ja, es geht auch mit tauben Hunden: Freilauf! Gott sei Dank ist Elsa ein Hütehund, denn die sind ja dafür bekannt, sich viel nach ihren Besitzern umzuschauen und in der Nähe zu bleiben, denn sie wollen unbedingt beschäftigt werden und die verschiedensten Befehle ausführen. Schaut ein Hund jedoch nicht so zuverlässig nach seinem Besitzer, kann hier ein Vibrationshalsband hilfreich sein. Die Vibration könnte beispielsweise bedeuten: „Schau sofort nach mir und danach, was ich dir mitteilen möchte“. Außerdem achten wir immer darauf, dass sie eine Hundemarke am Halsband trägt. Bei Tasso ist sie als tauber Hund registriert und auf einer zweiten Marke steht meine Telefonnummer.

Eine andere Herausforderung ist es, den Hund wach zu bekommen. Denn wer nichts hör, schläft tief und fest. Doch um sie nicht zu erschrecken, hat es sich bewährt sie leicht im Gesicht anzupusten bis sie die Augen aufmacht. Der tiefe Schlaf kann auch von Vorteil sein, so hört sie beispielsweise nicht, wenn es an der Tür klingelt, weshalb Nici beispielsweise immer bellt. Auch Silvester sollte für Elsa stressfreier ablaufen. Im Alltag hat das manchmal schon Vorteile. Aber natürlich auch ein paar Nachteile. Sie reagiert dadurch natürlich viel anfälliger auf Bewegungen. So hat sie ganz lange Zeit Schatten gejagt, aber da muss man aufpassen, damit es nicht zu einem eingeprägten Zwangsverhalten kommt. Aber das größte und einzige Problem, das wir noch haben, ist ihr Versuch Autos zu jagen. Das ist natürlich super gefährlich und wir können sie deshalb auch nicht frei laufen lassen, wenn in der Entfernung eine Straße zu sehen ist.

Doch ansonsten sind wir total happy und ich bin mir sicher, dass wir mit einem Hundetrainer auch dieses Problem in den Griff bekommen werden. Elsa ist abgesehen von ihrem Gendefekt ein typischer Bordercollie: Sehr aufgeweckt, will viel beschäftigt werden und braucht genügend Auslauf. Das Schönste ist, zu sehen, wie lebensfroh und verspielt sie ist, denn für sie existiert kein Problem. Sie ist es von klein auf gewohnt, in einer stillen Welt zu leben.

Liebe Grüße

Diana

Mein Leben mit Youma

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Dies ist ein Beitrag von der lieben Romana, die ihr auf Instagram unter @elbinsel_pfoten findet. Ich habe sie gefragt, ob sie nicht Lust hätte einen ergänzenden Beitrag zu meinem Merle-Gen-Text zu schreiben, denn falsche Verpaarung hat nicht nur durch dieses Gen schwerwiegende Folgen! Auch ein zu hoher Weißanteil kann unschöne Konsequenzen haben. Wie diese aussehen und wie Romana damit umgeht erzählt sie euch selber:

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Der Australian Shepherd mutiert gerade wieder zum Modehund. Besonders beliebt sind merlefarbene oder Hunde mit einer besonderen Zeichnung. Viele unseriöse Züchter verlangen für die beliebten Farben sogar mehr Geld. Was aber diese wunderschöne Zeichnung bewirkt, wissen nur wenige.

Das Merle-Gen ist ein Gendefekt, der für eine Aufhellung der Grundfarbe verantwortlich ist. In manchen Fällen kommt es vor, wenn Elterntiere Weißträger sind, dass ein Welpe, der nicht aus einer Doppelmerle Verpaarung stammt, mit einem zu hohem Weißanteil geboren wird, teilweise hat dieser zusätzlich blaue Augen. Elterntiere mit zu viel weiß sollten nicht in die Zucht gehen. Problem hierbei ist nicht das Merle-Gen, sondern die fehlende Pigmentierung. Bei zu viel weiß sind häufig die Ohren, Augen und Augenlider wenig bis gar nicht pigmentiert. Dies kann zu Taubheit und/ oder Blindheit führen. Weiß sollte am Kopf nicht dominieren, die Augen müssen vollständig mit Farbe und Pigment umgeben sein. Im Rassestandard ist die maximale Menge an weiß genau geregelt. Auch ein sonst gesund aussehender Welpe kann Einschränkungen durch eine schlecht gewählte Verpaarung davontragen. Wichtig ist also vor dem Verpaaren, die Genetik der Hunde zu kennen und sie komplett auswerten zu lassen. Vor allem der M- und S-Locus, spielen hier eine wichtige Rolle.

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So auch bei unserer Youma. Ihre Mutter ist eine Red Tri Hündin und ihr Vater ein Blue Merle Rüde. Die Mutter ist Trägerin des Cryptic Merle Gens, was sich aber in der Verpaarung, wie non Merle verhält und normalerweise keine Einschränkungen mit sich bringt. Sie stammt aus einem Wurf mit 9 weiteren Geschwistern und ist die Einzige, die einen zu hohen Weißanteil hat. Obwohl Youma an Augen und Ohren gut pigmentiert ist, mussten wir später erfahren, dass sie von Geburt an taub ist.

Von der Taubheit bekamen wir im ersten Jahr nichts mit. Sie hatte ein Talent Menschen und Hunde zu lesen. Sie lernte unheimlich schnell und verknüpfte bestimmtes Verhalten mit Situationen teilweise innerhalb von Sekunden. Im Welpenalter merkte man ihr nichts an. Sie war teilweise sogar die erste am Futternapf. Sie schlief mehr als die anderen, war schon immer sehr Nähe bedürftig und hatte ihre Eigenarten. Zum Beispiel war ihr Lieblingsschlafplatz der Wohnzimmertisch. Bei uns angekommen, orientierte sie sich sehr stark an unserer souveränen Ersthündin Sky. Sie blieb Zuhause stets in meiner Nähe und suchte dauernd Körperkontakt. Sie konnte ihre Freude bei Besuch schon immer schwer im Zaum halten und das Anspringen haben wir bis heute nicht komplett abtrainiert bekommen. Sie war im Alltag immer dicht bei mir, im Freilauf entfernte sie sich nie weit, hatte also einen geringen Radius, was fleißig von mir bestätigt wurde. Wir trainierten sie von Anfang an komplett körpersprachlich und bestätigten die Orientierung zu uns und den Blickkontakt fleißig. Sie wuchs zu einem tollen Junghund heran.

Mit der Umstellung der Hormone wurde sie etwas wilder. Ruhe fiel ihr nun schwerer, Zuhause nahm ich sie oft an die Leine und setze mich gemeinsam mit ihr auf den Boden, damit sie mit mir gemeinsam zur Ruhe kam. Sie gab häufiger laute gurrende Geräusche von sich und bellte bei Frust in hohen Tönen. Im Spiel war sie oft zu wild, sie wusste nicht wann es genug ist und man musste häufig eingreifen, damit sie verstand wann es zu doll war. Draußen funktionierte selbst der Rückruf immer ohne Probleme. Wir nahmen sie in unterschiedliche Situationen mit und sie schaffte es überall einzuschlafen. Ob es ein Turnier voller Menschen war oder beim Essen im Restaurant.

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Mit einem Jahr kam die Wende. 5 Tage nach ihrem ersten Geburtstag, Ende April 2019, hatte sie ihren ersten Krampfanfall. Mitten in der Nacht machte sie sich steif und kippte plötzlich zur Seite, ihr ganzer Körper fing an unkontrolliert zu zittern. Sie war nicht mehr ansprechbar und das Maul schäumte. Ich war völlig hilflos. Durch meine eigene Ausbildung als Kinderkrankenschwester waren mir Anfälle zum Glück nicht unbekannt, aber es bei seinem eigenen Hund zu sehen, war schrecklich. Ich wartete also ab. Nach 2 Minuten hörte sie von selbst auf zu krampfen. Sie war noch lange desorientiert und lief erstmal 1 Stunde unkontrolliert durch die Wohnung. Fiepte lange und schlief nach längerer Unruhe wieder ein. Die Tierklinik, bei der ich panisch anrief, sagte nur „ein Krampf ist ein Krampf, da können wir nichts machen.“ Die Angst, dass es nochmal passiert, blieb ab da unser ständiger Begleiter. Tatsächlich hatten wir erstmal Ruhe und dachten, es war eine einmalige Sache. 4 1/2 Monate später, Anfang September 2019, folgte dann der nächste Krampf. Auch dieser stagnierte zum Glück nach einigen Minuten von selbst. Dieses Mal machten wir direkt einen Termin bei einem Spezialisten aus. Im Oktober 2019 war es soweit. Nachdem alle Untersuchungen abgeschlossen wurden, bekamen wir die Diagnose von unserem Neurologen. Youma litt an einer Epilepsie, unbekannter Ursache. Wir bekamen ein Antiepileptikum und schlichen es langsam ein.

Ein paar Tage nach dem Termin beim Neurologen ging es in den Urlaub nach Sankt Peter Ording. Was Erholung werden sollte, entpuppte sich zum Alptraum. Youma war innerhalb weniger Tage komplett wesensverändert. Die Autofahrt war sie nur am Schreien, ich musste sie in den Fußraum nehmen, damit sie irgendwie zur Ruhe kam. Sie hatte enormen Hunger, trank Massen und war nur noch am Jaulen und Hecheln. Sie hatte dauerhaft Stress. Am Strand angekommen fing sie das erste mal an, Sky zu attackieren. Ich versuchte sie davon abzuhalten, aber sie war in ihrem Film und nahm nichts mehr um sich herum wahr. Sie attackierte auch mich. Ich stand also heulend und schockiert am Strand. Und rief meinen Mann zur Hilfe. Ich wusste nicht was los war. Ich war völlig überfordert mir der Situation. Im Urlaub war es uns nicht mehr möglich Dinge zu unternehmen, Youma bellte plötzlich alles an. Rastete an der Leine komplett aus. Also gingen wir nur noch an Orte, die ruhig waren und an denen wenig los war. Sie reagierte auf jede Art von Reiz. Immer wenn sie überfordert war, fing sie an mich anzugreifen. Nie mit wirklicher Beißabsicht, aber mit dauerhaftem Abschnappen, was einige blaue Flecken hervorbrachte. Ich dachte immer nur, ok es sind die Nebenwirkungen der Tabletten. Reiß dich zusammen. Aber es wurde täglich schlimmer.

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Ich fing an sie genauer zu beobachten. Jede Art von zu viel Freiraum fiel ihr schwer, eine kürzere Leine und das Gewicht der Schleppleine halfen ihr minimal. Mir fiel auf, dass sie ihre Ohren nie bei Geräuschen bewegt, auf Geräusche nicht reagiert. Ich fing an zu lesen und reflektierte ihre Zeit, die sie bei uns war. Wir machten einige Tests, schlugen auf einen Topf, raschelten den Schlüssel direkt hinter ihr, riefen sie. Keine Reaktion. Da wurde mir klar, dass sie taub sein muss oder sehr schlecht hört. Im Nachhinein machten einige ihrer Verhaltensweisen Sinn. Dadurch, dass wir immer schon körpersprachlich mit ihr gearbeitet haben, fiel ihr Handicap nicht auf. Sie war immer sicher ab“ruf“bar. Reagierte auf alle Kommandos und nur durch die gegensätzliche Reaktion auf die Antiepileptika fiel es mir auf.

Ich telefonierte mit dem Neurologen und ihre Reaktionen machten plötzlich Sinn. Durch das Medikament war sie quasi dauerbenebelt. Sie sah verschwommen, als wäre sie betrunken, durch ihre Taubheit, die mir vorher nicht bekannt war, habe ich ihr also einen zweiten Sinn genommen. Sie war völlig überfordert und dadurch dauerhaft unter Stress und zeigte durch das Attackieren ihre Überforderung.

Die Medikamente waren laut Neurologen notwendig. Die Nebenwirkungen sollten maximal 8 Wochen andauern, also blieben wir stark und strukturierten unseren kompletten Alltag um. Nach dem Urlaub machten wir noch eine Audiometrie, um ganz sicher zu sein. Auch wenn ich mir das Ergebnis denken konnte, liefen mir bei der Bestätigung des Arztes, dass sie komplett taub ist, die Tränen. Meine Welt brach zusammen.

Zum Glück mussten wir im Training nicht allzu viel ändern. Man setzte die Körpersprache nur noch bewusster ein. Es folgten schwere Monate, die Nebenwirkungen der Medikamente ließen nicht nach ein paar Wochen nach. Es wurde alles noch schlimmer. Ich besorgte einen Maulkorb und trainierte den positiv, damit Sky und ich sicher vor ihren Attacken waren. Ich setze mich noch intensiver mit unserem Alltag auseinander. Bildete mich in Themen wie konditionierte Entspannung und Alltag entstressen weiter. Der Maulkorb gab ihr Sicherheit, wenn sie anfing auszurasten, erdete er sie irgendwie und sie fuhr damit schnell runter. Ihr half es außerdem sie ins Platz zu schicken und die Situation abzubrechen. Wir konnten wieder gemeinsam spazieren gehen. Sie blieb dauerhaft an der Schleppleine und auch das Gewicht der Leine machte sie ruhiger. Ohne Schleppleine lief sie unkontrolliert los, wenn sie die Schleppleine trug blieb sie ruhig und schnüffelte entspannt. Wir versuchten Reize zu minimieren, sorgten für einen geregelten Alltag. Es waren aber nur noch kurze Spaziergänge möglich, zu Zeiten, in denen wir keine anderen Leute trafen. Kleine Übungen zuhause oder auf unseren ruhigen Spaziergängen funktionierten ohne Probleme. Wenn wir zu lange draußen waren oder es zu viele Reize zu verarbeiten gab, kam sie zuhause nicht mehr zur Ruhe.

Wir fingen von vorne an und trainierten ihr eine Ruhedecke an. Die nahm sie gut an, auch wenn wir alles in Minischritten und ohne Ablenkung aufbauen mussten. Sie schaffte es zuhause nach einiger Zeit innerhalb von Sekunden auf ihrer Decke und ihrem Platz einzuschlafen. Es war mir aber nie möglich, diese Decke in eine reizvollere Umgebung einzubauen. Sobald ein Reiz dazu kam, sei es nur der Wechsel an einen anderen Ort, zeigte sie keinerlei Ruhezeichen mehr. Durch viel Training und Routinen ermöglichten wir ihr mehr Ruhe, aber alltagstauglich war sie auf keinen Fall mehr.

Wir mussten sie von allen Reizen abschotten und das war kein schönes Hundeleben mehr. Ich bat Ende Dezember 2019 meinen Neurologen um Rat. Schilderte ihm die Situation und machte deutlich, dass es so nicht weitergehen kann. Es gab laut ihm, drei Möglichkeiten:

1. Wir lassen sie einschläfern, wozu mir unzählige Menschen geraten haben, für mich war es aber keine Option.

2. Sie leidet an einem Hirntumor, der für die Verhaltensauffälligkeiten verantwortlich ist und müsste dann auch eingeschläfert werden.

3. Wir schleichen das alte Medikament Luminal aus und schleichen ein neues stärkeres Medikament Kaliumbromid ein. Bei dem Medikament können die Hunde teilweise über Monate ihre Hinterbeine nicht kontrollieren und können kaum laufen. Ebenso schlägt es oft auf die Organe und bei vielen Hunden führt es nach wenigen Jahren zum Tod.

Für mich war die Verbindung zum Luminal aber irgendwie klar, die Veränderungen traten kurz nach dem Einschleichen des Medikaments auf. Durch ihre Taubheit reagierte sie wohl komplett gegensätzlich. Normalerweise macht das Medikament einen angepasster, ruhiger, langsamer, fährt den Kreislauf runter. Sie wurde aber reaktiver. Unruhiger. Also saß ich da und grübelte. Einschläfern kam für mich nicht in Frage, erstmal wollte ich versuchen ihr anders zu helfen. Ich wandte mich an weitere Ärzte und Menschen die sich mit der Epilepsie auskannten.

Ich stieß dabei auf die Schilddrüsenunterfunktion. Ich ließ im Dezember 2019 ein komplettes Schilddrüsenprofil machen und hatte noch die Schilddrüsenwerte aus der Diagnostik des Neurologen. Damals hieß es die Werte seien in Ordnung, klar vertraut man den Spezialisten. Das Profil zeigte eine deutliche Schilddrüsenunterfunktion, was die Werte vom Oktober 2019 schon gezeigt hätten, wenn der Arzt sich damit ausgekannt hätte. Was zuerst kam, war nicht mehr nachvollziehbar. Kamen die Krämpfe durch die SDU oder durch die Epilepsie? Nach dem Profil wandte ich mich an eine Verhaltenstherapeutin, die spezialisiert auf Schilddrüsenunterfunktion und Epilepsie ist.

Ich hatte mir schon vorgenommen das Luminal auszuschleichen und die Schilddrüse erstmal ordentlich einzustellen. Sie bestärkte mich in meinem Vorhaben und verschrieb mir die Hormone für Youma. Das MRT bezüglich des Hirntumors schob ich erstmal beiseite und verbannte es aus meinem Kopf. Sollte sie wieder stärker und häufiger krampfen oder ihre Wesensveränderung, trotz Absetzen der Antiepileptika, schlimmer werden, kann ich immer noch auf die anderen Optionen zurückgreifen.

Der Neurologe unterstütze mich in meinem Weg nicht. Laut ihm gibt es keine SDU und nur ein neues Antiepileptikum oder das MRT können Youma helfen. Ich ging den Weg also ohne die Unterstützung der Mehrheit.

Aber mein Bauch und mein Herz sagten mir, dass es die richtige Entscheidung sein könnte. Der Weg war schwer, aber nach ein paar Wochen war Youma ansprechbarer, die Ausraster blieben aus. Den Maulkorb brauchten wir nicht mehr. Im Freilauf konnte sie wieder entspannter mit Sky spielen. Wir fanden heraus, dass es ihr leichter fiel mit einem Medium, wie einem Tau, mit Sky zu agieren. Körperlich fiel es ihr immer noch schwer, sich zurückzuhalten. Bei starkem Stress half ihr das Platz oder kurze Fußeinheiten um runterzukommen. Eine Futtersuche konnte sie aus dem Stress zurückholen. Ihr half es etwas im Maul zu tragen und die Umweltreize dadurch besser auszublenden.

Nach dem kompletten Absetzen der Antiepileptika im März 2020, konnte man sie langsam in den normalen Alltag integrieren. Das Einstellen der Schilddrüse war zwar noch nicht abgeschlossen, aber es ging stetig bergauf. Wir haben Strukturen und Routinen für sie geschaffen. Die Spaziergänge in Oneway-Strecken umgewandelt. Ihr Inseln auf ihren Strecken geschaffen, damit sie immer genau weiß was kommt. Noch heute fällt es ihr schwer mit Reizen umzugehen. Sie ist unsicher bei Hunden und sucht eher den Kontakt zum Menschen. Sie hat drei von ihr ausgewählte Hunde, die sie zum Spielen auffordert. Auch da muss man immer dabei sein, damit sie nicht pusht. Durch die Taubheit hört sie leises Knurren oderjaulen, wenn es zu doll ist, nicht. Sie reagiert aber super auf mich und stoppt das Spiel, wenn ich es abbreche. Sie schafft es danach für ihre Verhältnisse gut runterzufahren. Legt sich mittlerweile im Alltag auch mal selbstständig ab. Zuhause ruht und schläft sie dauerhaft. Veränderungen fallen ihr schwer.

Ich vergleiche sie gerne mal mit einem hochsensiblen Kind, das autistische Züge zeigt. Sie lebt in ihrer Welt, kann in bestimmten Situationen die Umweltreize ausblenden und sich komplett auf mich fokussieren. Sie benötigt jemanden, der ihr die Richtung weist. Besuch kann man nur noch selten einladen, da sie ihre Freude nicht kontrollieren kann. Sie verfällt dann in einen Stresszustand, in dem sie unkontrollierte Bewegungen und jaulen zeigt. Sie ist weiterhin enorm reizoffen und kann nur dosiert damit umgehen. Sie gerät schnell in Stress. Mit Hilfe von viel Training und Strategien, kann man ihr aber schnell aus diesen Situationen helfen. Sie hat wieder Lebensqualität und ist einfach ein besonderer Hund.

Sie wird nicht mehr die alte und niemals ein Hund, der einfach auf einem vollen Platze oder im Restaurant einschläft. Aber wir haben sie nicht aufgegeben und entwickeln uns ständig weiter. Sie krampft immer noch in unregelmäßigen Abständen alle paar Monate, ist aber den Rest der Zeit ein fröhlicher, freundlicher Hund, der das Leben genießt. Wir genießen die gemeinsame Zeit, auch wenn wir nicht wissen, was noch kommt. Ich werde sie bis zum Ende begleiten und weiter auf mich und mein Gefühl hören.

Ich würde mir von einigen seriösen Züchtern mehr Verantwortungsbewusstsein und die Auseinandersetzung mit der richtigen Verpaarung wünschen. Es ist nicht einfach damit getan, zwei Hunde zusammen zu bringen. Ich möchte auch an die Halter appellieren, sich bewusst zu sein, was ein Hund aus einer falschen Verpaarung bedeuten kann. Sucht euch die Hunde nicht nach dem Aussehen aus, sondern lasst euch von dem Züchter beraten, Charakter ist wichtiger als Aussehen. Nicht immer sind die Einschränkungen direkt erkennbar. Wenn sie sich später rausstellen, wie bei uns, gebt nicht auf. Holt euch lieber verschiedene Meinungen ein und hört auf euer Gefühl. Bei Youma hat als Welpe alles gestimmt, ihr Charakter hat perfekt zu uns gepasst und die Einschränkungen sind erst viel später aufgetreten. Wir haben sie aber so genommen, wie sie ist. Und gemeinsam einen Weg gefunden.

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