Studium und Hund – Ist das überhaupt machbar?

Ich hatte lange vor Mortys Einzug den Wunsch nach einem eigenen Hund. Ich bin mit Hund aufgewachsen und mir hat einfach ein vierbeiniger Begleiter gefehlt. Ich habe mir immer wieder den Kopf über die Machbarkeit zerbrochen. Was ist wenn ich krank bin? Kann ich das finanziell stemmen? Ist überhaupt möglich einem Hund während des Studiums gerecht zu werden?

Klar war für mich allerdings definitiv, dass ich einen Hund haben möchte – zwei um ganz genau zu sein. „Ich möchte irgendwann zwei Hunde haben“ war quasi das Motto, unter dem Alex mich kennen gelernt hat & diesem bleibe ich treu. Die Frage war nicht ob, sondern wann!

Ich möchte euch dabei helfen eine Entscheidung für euch zu finden, falls ihr an dem gleichen Punkt seid und euch verraten wie meine Situation war und wann ich für mich entschieden habe, dass jetzt ein Hund einzieht.

Der erste Gedanke

Ich kann euch gar nicht genau sagen, wann ich zum ersten Mal darüber nachgedacht habe, dass ich gerne einen eigenen Hund hätte. Das erste Mal ernsthaft wurde dieser Gedanke ein knappes Jahr, nachdem unser Familienhund Bruno gestorben ist. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich gerade erst mein Studium begonnen und war im zweiten Semester. Ich habe ihn vermisst und alles was zum Hundehalten dazu gehört.

In der Hochschule habe ich mit einer Freundin vom eigenen Hund geträumt, süße Welpenanzeigen angeschaut und mir vorgestellt wie es wohl wäre, wenn ich jetzt einen Hund hätte. Ich hatte sogar schon eine Wunschrasse und den passenden Namen. Es sollte ein Beagle namens Norbert Bagel sein 😀

Zuhause habe ich recherchiert was ich alles besorgen und bedenken müsste. So gern hätte ich mein Herz über den Kopf entscheiden lassen, doch ich hatte zu diesem Zeitpunkt nicht das Gefühl, dass ein Hund es gut bei mir hätte. Zu laut waren die Zweifel. Und wenn ich heute auf diese Zeitpunkt zurück blicke bin ich froh, diese Entscheidung so getroffen zu haben. Ich glaube zu diesem Zeitpunkt hat es wirklich nicht gepasst und zusätzlich hätte ich keine Ahnung gehabt worauf ich mich einlasse.

Also was sollte man alles bedenken bei der Frage: „Passt ein Hund in mein Leben?“

Zeitfaktor

Eine der wichtigsten Fragen ist, ob man überhaupt die Zeit für einen Hund hat. Es gibt Studiengänge, die einfach sehr stramm getacktet sind, in denen viele Präsenzveranstaltungen stattfinden und Praktikas gefordert werden. Außerdem gibt es auch StudentInnen in deren persönlichen Zeitplan einfach kein Lebewesen wie ein Hund passt. Möchte ich jeden Tag von früh bis spät in der Bibliothek verbringen ist kein Platz für einen Hund in meinem Tagesablauf.

Ich hätte es nicht fair gefunden mir einen Hund anzuschaffen und gar nicht für diesen da zu sein. Ich hole mir kein Haustier, wenn es von früh bis spät alleine zuhause sitzt – Mal ist das sicherlich okay, aber nicht jeden Tag in der Woche. Natürlich gibt es auch da Möglichkeiten der Betreuung, diese möchte ich jedoch später nochmal beleuchten.

Zu Beginn meines Studiums hatte ich wirklich viele Vorgaben und war viel in der Hochschule. Da wäre ein Hund viel alleine gewesen und viel zu kurz gekommen. Doch zu einem späteren Zeitpunkt wurde mein Studium deutlich flexibler und entspannter. Ich durfte meine Kurse selbständig wählen und konnte meinen Stundenplan an das Leben mit einem Hund anpassen.

Die Entscheidung für Morty fiel in einem der späteren Semester. Genau genommen im 5 Semester und somit dem Semester vor meiner Master-Thesis. Diesen Zeitpunkt hatte ich ganz bewusst gewählt, denn in meinem Studium ist das so, dass man für diese Arbeit ein Semester Zeit hat und dabei meistens einzelne Termine mit seinen ProfessorInnen abstimmen muss. Zu Beginn des Semesters hätte ich also nur für wenige Stunden in die Uni gemusst, später dann hin und wieder zu Einzelkonsultationen. Beides fiel letzten Endes wegen Corona aus & wurde Online gemacht.

Es gibt einige Punkte, die man so um modellieren, kann, dass man einem Hund gerecht wird. Beispielsweise könnte man Zuhause oder draußen lernen, anstatt in die Bibliothek zu gehen, mit Professoren Online-Meetings vereinbaren etc.

Hundebetreuung

Was passiert mit dem Hund, wenn ich mal krank bin? Wenn ich lange weg bin oder mal in den Urlaub möchte? Es ist wichtig eine Option zu haben, wenn man selbst mal ausfällt.

Ich selber hatte keine Familie in meinem Studienort und hatte auch kein Auto, um den Hund dort hin zu bringen. Auch gab es keinen Gassiservice oder eine HuTa dort, deren Service ich hätte in Anspruch nehmen können – vom finanziellen mal abgesehen.

Das war einer der Hauptgründe gegen einen Hund. Ich wollte jemanden an meiner Seite haben, auf den ich mich verlassen kann, wenn mal etwas ist. Nachdem ich mit Alex zusammengekommen und gezogen bin, hatte ich einen Partner an meiner Seite, auf den ich mich verlassen kann, wenn es um den Hund geht.

Wohnen

Bevor ich Alex kennen gelernt habe und zu ihm gezogen bin, habe ich in meinem Studienort in einer kleinen Einzimmerwohnung im Dachgeschoss gewohnt. Ich habe mich gefragt, ob 26 Quadratmeter überhaupt für einen Hund ausreichen. Meiner Meinung nach spielt die genaue Quadratmeter- & Raumanzahl allerdings keine so wichtige Rolle, denn viel wichtiger ist die Auslastung, die man dem Hund draußen bieten kann. Drinnen wird auch heute geruht, dafür brauchen wir nicht viel Wohnfläche. Allerdings sollte der Vermieter mit der Hundehaltung einverstanden sein.

Finanzielle Sicherheit

Vor allem der finanzielle Aspekt war mir immer sehr wichtig. Wenn ich mir einen Hund hole & somit die Verantwortung für ihn übernehme, dann muss er auch in finanzieller Sicht rundum versorgt sein. Das heißt, dass ich mir Futter, Ausstattung, ggf. einen Hundetrainer, Hundesteuer aber vor allem die tierärztliche Versorgung leisten können muss. Hier möchte ich nochmal anmerken, dass eine gute Betreuung für den Hund auch etwas kosten kann, wenn man darauf angewiesen ist. Ich bekomme BAFöG, Halbwaisenrente und den Verdienst aus einem Nebenjob. Reicht das überhaupt?

Ich denke schon, dass es auf jeden Fall gereicht hätte. Nicht sicher war ich mir allerdings bei Thema Tierarztrechnungen, denn diese nehmen schnell mal größere Ausmaße an. Damals war mir nicht bewusst, dass es inzwischen auch wirklich sehr gute Tierkrankenschutzversicherungen gibt, die einen auffangen, wenn mal etwas ist. Natürlich sollte man dennoch etwas zur Seite legen, aber ich denke, dass die meisten besser so eine Versicherung (mindestens eine OP-Versicherung) abschließen sollten. Wenn es mal wirklich doof läuft kommt man schnell auf mehrere Tausend Euro, die die wenigstens mal eben so aus dem Stehgreif zahlen können.

Nebenjob

Viele StudentInnen arbeiten neben ihrem Studium. Auch ich habe mir immer etwas nebenbei dazu verdient. Zunächst habe ich im Einzelhandel gearbeitet und schließlich in der Gastronomie. Beides keine Jobs, die für das Leben mit Hund optimal sind. Je nach Häufigkeit und Schichtlänge, aber definitiv ein überwindbares Hindernis.

Ansonsten lohnt es sich auch, wenn man nicht auf den Nebenverdienst verzichten kann, nach einem Job, der mit Hund machbar ist Ausschau zu halten. Gibt es vielleicht eine Möglichkeit, wo der Hund mit zur Arbeit kommen kann? Bietet jemand Jobs im Homeoffice an?

Einschränkungen

Studentenpartys, Reisen, den ganzen Tag ungebunden sein… Ein Hund bringt Einschränkungen mit sich und diese sollte man sich vorher bewusst sein. Ich war z.B. eine Zeit lang ganz gern feiern und auf Festivals oder bin auch gerne Mal spontan verreist. Ich hatte einen Lebensstil in den kein Hund gepasst hat.

Zukunftsgedanken

Häufig hört man vor der Anschaffung eines Hundes die Frage, ob man sich das denn gut für die Zukunft überlegt hat und wie man das denn machen will, wenn man arbeitet. Das ist natürlich auch wichtig, denn ein Hund begleitet einen bestenfalls sein ganzes Leben & das können schon einige Jahre sein.

Fazit & Alternativen zum eigenen Hund

Ich bin der festen Überzeugung, dass Studium und Hundehaltung definitiv machbar sind. An manchen Punkten benötigt es natürlich die genaue Überlegung, aber ich denke, dass das in fast allen Lebenslagen der Fall sein wird. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass einige von euch gerne einen eigenen Hund hätten, aber es einfach nicht passt. Deswegen möchte ich euch gerne einmal ein paar Alternativen zum eigenen Hund vorstellen.

Während meines Studiums als Morty noch nicht bei uns war, bin ich regelmäßig mit Tierheimhunden Gassi gegangen. Das fand ich persönlich immer super cool. Die Anforderungen dazu variieren, deswegen mach dich doch einfach bei einem Tierheim in deiner Nähe schlau, ob und wie es möglich ist. In Hamburg muss man z.B. erstmal eine Art Einführung absolvieren, während man in meinem Studienort einfach nur hingehen musste. Der Spaziergang mit einem Tierheimhund unterscheidet sich meistens zwar deutlich von dem wie ich unsere Gassigänge jetzt gestalte & ein eigener Hund ist doch etwas anderes, aber die Erfahrung war cool & es hat Spaß gemacht die unterschiedlichen Hunde kennen zu lernen.

Falls du z.B. längere Phasen hast, in denen ein Hund es bei dir gut hätte, du dich aber noch nicht fest binden willst, wäre Pflegestelle etwas für dich. Das bedeutet, dass ein Hund für eine Weile bei dir einzieht und von die aus sein Für-Immer-Zuhause sucht. Ich habe dir hier in diesem Beitrag ein paar Informationen dazu zusammen gestellet:



Häufig suchen HundehalterInnen auch einen Gassiservice/Dogsitter. D.H. dass du mit einem Hund regelmäßig Gassi gehst oder ihn bei dir oder vor Ort betreust. Das coole ist, dass du dir damit auch etwas dazu verdienen kannst. Allerdings sind die Arbeitszeiten natürlich meistens tagsüber und passen nicht unbedingt in den eigenen Zeitplan.

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