Wilkommen Curly

Anfang Mai wurden wir zum zweiten Mal Pflegestelle für einen Tierschutzhund aus Spanien. Fast ein Jahr nach Peter haben wir einem Welpen ermöglicht zu uns zu kommen und hier ihr hoffentlich Für-Immer-Zuhause zu finden. Insgesamt war die kleine Maus Curly nur kurz bei uns. Nach knapp 2 Wochen ist sie bereits wieder ausgezogen. In dieser Zeit ging es vor allem darum sie ankommen zu lassen und an das Leben mit Menschen zu gewöhnen. In diesem Beitrag möchte ich euch etwas mehr erklären wie unsere Zeit mit Curly war.

PS: Eigentlich hätte ich schon früher wieder Pflegestelle werden wollen, doch ich muss mich ja auch nach meinem Partner richten 😀

Wie wir zu Curly gekommen sind.

Nach Peters Aufenthalt bei uns wusste ich, dass ich irgendwann wieder Pflegestelle werden möchte. Immer wieder sind die wundervollen Notnasen der Salva Hundehilfe e.V. auf meinem Bildschirm erschienen & immer wieder hätte ich am liebsten alle aufgenommen. Ich musste meinem Partner allerdings ausreichend Zeit geben, bis auch er wieder bereit dazu war eine weitere Fellnase aufzunehmen.

Eines Tages ist ein süßer kleiner Dackel-Mix ca. 4-5 Monate alt auf meiner Startseite erschienen und ich war sofort begeistert. Der passt hier rein, habe ich mir gedacht. Dann musste nur noch Alex überzeugt werden, was nicht schwer war. Der kleine Rüde hat allerdings schon sein Zuhause gefunden. Ich habe mich dann mit dessen Ansprechpartnerin beim Verein ausgetauscht & diese hat uns Curly vorgeschlagen.

Hatten wir Bedenken?

Uns war von Anfang an bekannt, dass es sich bei Curly um einen Welpen handelt. Einerseits haben wir uns sehr darauf gefreut, andererseits wissen wir durch Morty auch ganz genau wie anstrengend Welpen sein können. Die Sorge, dass man überfordert sein könnte, ist immer da.

Außerdem war uns auch bekannt, dass sie unsicher sein soll. Da fragt man sich immer wie sich das zeigt und ob wir überhaupt die Richtigen sind, ihr dabei zu helfen diese Unsicherheit zu überwinden.

Und natürlich fragt man sich wie der eigene Hund mit der Situation umgehen wird, denn für Morty war es natürlich auch eine sehr große Umstellung.

Tag der Ankunft

Ca. 2 Wochen nach dem ersten Kontakt konnte Curly einreisen. Die Hunde wurden an einem Freitag Vormittag in einen Transporter geladen und machten sich dann auf ihre lange Fahrt aus dem spanischen Tierheim in LaLinea in den Norden Deutschlands. Wir hatten eine WhatsApp-Gruppe in der wir über den Transporter informiert wurden. Ist er pünktlich? Hat er Verspätung? Da der Transporter eigentlich nur nach Berlin fahren sollte, aber einige Hunde hier in den Norden sollten, wurde ein Felltaxi vom Verein organsiert, das die Hunde an ihren Zielort in der Nähe von Hamburg brachte. Durch einige Staus verspätete sich dieses um eine knappe Stunde.

Curly durfte als Zweite aus dem Taxi aussteigen. Da sie sehr ängstlich war, wurde als erstes die Fahrerin angepinkelt und wollte das mit dem Einstellen des Sicherheitsgeschirrs nicht so richtig klappen, also haben wir sie kurzerhand in unsere Transportbox gebracht, um sie sicher nach Hause zu bringen.

Eigentlich wollten wir die beiden Hunde auf neutralem Boden zusammen führen, doch da Curly so unsicher war, haben wir uns dagegen entschieden uns es langsam mit der Box zuhuse gemacht. Diese haben wir zunächst geschlossen ins Wohnzimmer gestellt und schließlich irgendwann geöffnet. Morty hat das kleine ängstliche Wesen in Ruhe gelassen, sodass sie langsam ankommen konnte.

Wie haben sich die beiden Hunde verstanden?

Morty hat das gut gemacht. Er hat die kleine Maus nicht bedrängt. Allerdings brauchte er etwas Zeit um Nähe mit ihr zuzulassen. Curly war nämlich auf Anhieb an Morty orientiert und hat seine Nähe gesucht. Immer wieder ist sie zu ihm gegangen, um sich neben ihn zu legen und anzukuscheln. Er ist dann immer aufgestanden, um sich woanders hin zu legen. Wichtig für uns war dann Morty den Raum zu schaffen, den er benötigt.

Aber nach einigen Tagen lies Morty mehr und mehr nähe zu und Curly verstand, dass sie ihm ab und zu auch mal Raum lassen muss. Aber sie haben sich angenähert und irgendwann miteinander gespielt, gekuschelt und Unfug gemacht.

Was konnte Curly?

Mir Curly mussten wir an einigem arbeiten. Zu Beginn war sie vor allem in Bezug auf Menschen sehr unsicher, ließ sich nicht anfassen und nur ungern hochheben. Aber auch draußen war zunächst alles etwas gruselig, während ihre Orientierung an uns gleich Null war. Nur Morty war für sie ein Orientierungspunkt.

Unser Fokus lag zunächst darauf sie an den Umgang mit Menschen zu gewöhnen, an ihrer Orientierung mit uns zu arbeiten und natürlich die Grunddinge zu üben. Damit meine ich vor allem Stubenreinheit, denn diese stellte für uns ein großes Problem dar. Nicht in der Hinsicht, wie man jetzt denken könnte, sondern, weil sie nicht machen wollte/konnte.

Zwei Tage hat es gedauert bis sie hier zum ersten Mal überhaupt einen Haufen gemacht hat. Gepinkelt wurde nur, wenn sie wirklich nicht mehr anhalten konnte. Beides in der Wohnung. Trotz regelmäßiger Besuche auf einer ruhigen Wiese gingen die ersten „Unfälle “ in den Flur, das Bad und ihre Box. Draußen machen war Fehlanzeige. Aber nach knapp zwei Wochen kam der Durchbruch. Sie hat sich getraut auch draußen ihr Geschäft zu verrichten.

Auch bei Spaziergängen ist sie regelrecht aufgeblüht. Sie hat geschnuppert, geflitzt mit Morty gespielt und irgendwann auch die Zeit mit Mortys Kumpelinen Reva und Laska genossen.

In all den genannten Punkten machte Curly schnell Fortschritte. Wurde täglich immer orientierter an uns, ließ Körperkontakt zu, kuschelte richtig mit uns und wurde immer neugieriger und weniger unsicher.

Wie lief die Vermittlung ab?

Eigentlich kümmert sich der Verein um die Vermittlung. Die Hunde werden inseriert, potenzielle Familien können den Hund besuchen. Dadurch, dass ich auf Instagram sehr aktiv bin sind auch Menschen von dort auf uns zu gekommen. Wenige Tage nach ihrer Ankunft hat sich jemand bei mir gemeldet und hat Curly besucht. Diese übertraf all meine Erwartungen. Sie war super zutraulich, hat sich Kraulen lassen und mit Morty gespielt. Leider hat es mit den ersten Interessenten nicht gepasst und so haben wir weiter gesucht.

Ich habe dem Verein ein Update zu Curly und ihrem Verhalten gesendet und dieses mit Bildern und Videos ergänzt. Auch auf Instagram habe ich ein Update geteilt. Nach kurzer Zeit meldete sich ihr perfect Match über den Verein. Spontan ein erstes Treffen ausgemacht & sie hat das Pärchen im handumdrehen verzaubert.

Wo Curly jetzt ist fragt ihr euch jetzt sicherlich, doch ich finde es ist nicht meine Entscheidung Details dazu heraus zu geben. Ich denke, dass sie ein tolles Zuhause gefunden hat.

In Hamburg sagt man Tschüss…

So heißt es für uns heute Abend, denn Curly zieht in ihr Für-Immer-Zuhause. Einerseits spüre ich Erleichterung, denn sie ist dort sehr gut aufgehoben und ich habe wieder mehr Zeit für mich und Morty. Zwei Hunde ist nochmal ganz anders als ein Hund und manchmal auch sehr anstrengend, vor allem, wenn der zweite noch so viel Lernen muss. Dennoch wächst einem so ein Tier wahnsinnig schnell ans Herz und es tut auch immer etwas weh sie gehen zu lassen! Also lasse ich sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge gehen.

Ich wünsche Curly alles Gute für die Zukunft und dass sie ein ganz zauberhaftes Leben hier führen wird. Ich hoffe, dass ich sie nicht aus den Augen verlieren werde und weiter mit erleben kann wie sie sich entwickelt, auch wenn sie längst ihr Zuhause gefunden hat.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s