Das Jacobson-Organ

Es gibt kein perfekteres Thema für einen Blogbeitrag mit Bezug auf Morty als dieses. Denn kein Hund klappert so gut mit den Zähnchen, wie Morty es tut. Vor allem kannte ich dieses Verhalten noch von keinem Hund. Beispielsweise hat das unser Familienhund Bruno nicht einmal in seinem Leben gemacht. Beim ersten Mal habe ich mich gefragt, ob Morty Tollwut oder an einer Kröte geleckt hat. Da stand er bereits als Welpe vor mir, hat mit den Zähnen geklappert und gesabbert. Nach wenigen Minuten hat dieses Verhalten aufgehört und er benahm sich wieder normal. Doch ich konnte es immer wieder beobachten, habe sogar ganz besorgt bei unserer Tierärztin nachgefragt, ob mit meinem Hund etwas nicht stimmt. Doch die Antwort ist so einfach.

Tatsächlich kommt dieses Verhalten sehr häufig bei Rüden, aber auch selten bei Hündinnen vor. Findet der Hund eine Stelle, die markiert worden ist, leckt er den dortigen Urin auf. Er beginnt das Jacobson-Organ zu benutzen, klappert mit den Zähnen bzw. Schmatzt und sabbert. Mit diesem Organ kann der Hund (aber auch weitere Tiere) den Urin genausten analysieren und beispielsweise heraus finden in welcher Zyklusphase der Hund sich befindet. Doch schauen wir uns das Thema mal genauer an.

Das Jacobson-Organ wird auch Jacobsonsche Organ oder vomeronasales Organ genannt. Es ist ein Geruchsorgan, welches man bei vielen Wirbeltieren finden kann z.B. auch bei Katzen oder Pferden. Beim Menschen bildet es sich noch vor der Geburt zurück.

Wo sitzt das Jacobson-Organ?

Keine Sorge, hier wird´s jetzt nicht allzu medizinisch. Es liegt quasi direkt hinter den oberen Schneidezähnchen direkt unter der Nase und ist zur vorderen Maulhöhle geöffnet.

Was genau nimmt dieses Organ wahr?

Während die restliche Riechschleimhaut des Hundes tatsächliche Gerüche wahrnimmt, kann das vomeronasale Organ Pheromone wahrnehmen, mit denen sie innerartlich Signale senden können. Die Pheromone werden in den Schweißdrüsen produziert und im Jacobson-Organ quasi entschlüsselt. Vereinfacht gesagt. Der Hund riecht dadurch nicht besser, sondern kann mehr Informationen wahrnehmen. So kann er beispielsweise Geschlecht, Alter und mögliche Krankheiten seines „Gegenübers“ erschnüffeln.

Welche Pheromone gibt es?

Es gibt acht verschiedene Klassen, in die die Pheromone unterteilt werden:

  • Sexuallockstoffe
  • Aggregationspheromone (geschlechtsunspezifische Anziehung von Individuen der selben Art)
  • Markierungspheromone (Dispersionspheromone)
  • territoriale Markierungspheromone
  • Alarmpheromone
  • Spurpheromone
  • Brunftstimulierende Pheromone
  • Kasternerkennungsstoffe

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