Hunde richtig belohnen

Belohnungen spielen in der Hundeerziehung eine super wichtige Rolle. Sie spielen eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, dem Hund zu vermitteln, dass ein bestimmtes Verhalten gewünscht ist und öfter gezeigt werden soll. Die Belohnung ist die positive Verstärkung eines Verhaltens und hilft dabei dem Hund zu zeigen, dass sich ein bestimmtes Verhalten für ihn lohnt. Dabei gibt es eine lange Liste an unterschiedlichen Belohnungs-Methoden. Ich möchte euch hier einige vorstellen und verraten wieso die eine besser als ihr Ruf ist oder man auf die andere verzichten sollte.

Das eine Erfolgs-Rezept

… gibt es nicht. Denn Hunde-Erziehung ist super individuell und vom jeweiligen Mensch-Hunde-Team abhängig. Dabei kommt es zum einen darauf an womit der Mensch arbeiten möchte oder auch kann, wie die Situation ist, in der man gerade trainiert und welche Belohnung für den Hund die Richtigen sind. Denn verschiedene Hunde nehmen verschiedene Belohnungen an. Während sich der eine Hund für Spielzeug begeistern lässt, interessiert es den anderen gar nicht. Man muss zunächst erstmal heraus finden, welche Belohnungen der eigene Hund annimmt.

Morty ist da zum Beispiel sehr simpel. Er liebt eigentlich ALLE Belohnungsformen. Ob Futter, Spielzeig, Sozialkontakt oder sonst was. Aber auch er hat Dinge, die für ihn in manchen Situationen keine Belohnung sind. Z.B. empfindet er Streicheleinheiten je nach Situation als störend.

Außerdem muss man auch die Qualität der Belohnungen unterscheiden, denn das tun auch unsere Hunde. Bei Morty sähe das so aus:

  1. Schlecktube
  2. Normale Leckerlies
  3. Ball/Spielzeug
  4. Interaktion mit Mir

Belohnungs-Arten

Jetzt folgt eine kleine Auflistung verschiedener Belohnungen. Doch diese Liste ist nicht unbedingt vollständig und beliebig erweiterbar. Beim Belohnen kann man richtig kreativ werden und mit der Situation arbeiten und seine Umgebung mit einbeziehen.

  • Futterbelohnungen
  • Zuwendung
  • Spielzeug
  • Markerwort
  • Clicker
  • Spielen
  • Wälzen
  • Baden
  • Tragen
  • Laufen
  • Schnüffeln
  • Streicheln
  • Loben

Alles für den Keks!

Das Thema Futter als Belohnung ist gerne mal ein sehr umstrittenes. Manche belohnen gerne mit Futter, andere lehnen es komplett ab. Die Sorge ist, dass der Hund alles nur für das Leckerlie macht. Doch ob das der Fall ist oder nicht hängt einfach davon ab wie man das Leckerlie einsetzt. Ist es wirklich eine Belohnung oder versucht man seine Fellnase zu bestechen?

Oftmals ist letzteres das eigentliche Problem und nicht das Leckerlie an sich. Aber es gibt natürlich auch Situationen wo es besser ist auf einen Keks zu verzichten und z.B. körpersprachlich mit seinem Hund zu arbeiten.

An sich sind Futterbelohnungen ein wirklich einfaches, universelles und ortsunabhängiges Hilfsmittel. Eigentlich ein echter Jackpot, wenn der Hund gerne mit Futter arbeitet. Die Leckerlies passen super in die Tasche, können sowohl in actionreichen als auch ruhigen Umgebungen zum Einsatz kommen. Wenn man z.B. den Hund bestätigen möchte, der brav unterm Tisch liegt eignet sich dies besser, als ausgelassen mit seinem Vierbeiner zu Toben.

Ich persönlich arbeite ganz gerne mit Futter. Morty nimmt dieses auch sehr gut als Belohnung an.

Warum Streicheln keine gute Belohnung ist!

Eine intensive Streicheleinheit klingt doch erstmal wirklich gut. Für den Menschen fühlt es sich auch toll an, doch für viele Hunde ist es tatsächlich keine passende Belohnung. Nicht weil sie Streicheln an sich nicht mögen, da gibt es sicherlich auch Kandidaten, sondern weil es in vielen Situationen einfach unpassend ist. Der Hund ist beim Training oft im „Arbeitsmodus“ und das ruhige Streicheln passt einfach nicht in die Situation. Das der Hund die Streicheleinheit nicht mag, zeigt er übrigens ganz deutlich mit seiner Körpersprache. Angelegte Ohren, Lefzen über die Lecken, Kopf weg drehen und Übersprunghandlungen sind Signale, an denen man erkennen kann, dass der Hund es gerade nicht genießt gestreichelt zu werden.

Primäre & Sekundäre Verstärker

Die verschiedenen Belohnungsarten lassen sich nochmal in primäre und sekundäre Verstärker einteilen. Doch was genau ist das eigentlich?

Primäre VerstärkerSekundäre Verstärker
Das sind beispielsweise Futterbelohnungen oder Spielzeug. Auch Streicheln kann man den primären Verstärkern zuordnen, auch wenn dies je nach Situation keine gute Belohnung ist.
Primäre Verstärker kommen unmittelbar und direkt zum Einsatz und befriedigen dabei ein angeborenes Bedürfnis.

Leckerlie = Nahrung
Loben = Soziale Interaktion
Sekundäre Verstärker sind Belohnungen, die als diese zunächst erstmal konditioniert werden müssen. Der Clicker ist z.B. nicht direkt eine Belohnung, da er kein Bedürfnis erfüllt. Durch das Koditionieren des Geräusches mit Lob, kann es aber als Belohnung erlernt werden.

Markerworte lassen sich weder komplett dem einen, noch dem anderen zuordnen. Zum einen werden diese als Lob gelernt, zum anderen sind sie aber bereits als Interaktion zwischen Mensch und Hund eine Belohnung.

Wann kommt die Belohnung?

Bei der Belohnung spielt Timing eine sehr wichtige Rolle. Die Belohnung sollte unmittelbar nach dem gewünschten gezeigten Verhalten erfolgen, damit der Hund die Belohnung und das Verhalten miteinander verknüpft. Wartet man zu lang mit der Bestätigung verknüpft der Hund die Bestätigung evtl. mit einem ganz anderen Verhalten.

Gerade zum Beginn des Aufbaus eines neuen Kommandos, sollte man es erstmal aufbauen und direkt loben und sollte erst später die Belohnung heraus zögern. Wenn es dann sitzt, kann man auch nach und nach die Belohnungen abbauen und nur noch jeden zweite oder dritte Mal belohnen.

Es gibt jedoch Kommandos, bei denen man immer Belohnen sollte oder sogar zu Super-Leckerlies greifen sollte. Dazu gehört zum Beispiel der Rückruf. Der Hund soll lernen, dass egal wie interessant es dort vorne grade ist, es bei seinem Menschen noch viel toller ist.

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