Wir sind Pflegestelle

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Ich hatte schon längere Zeit vor Pflegestelle zu werden. Das einzige was mich davon abgehalten hat ist eine Wohnung mit einer ansprechenden Größe für zwei Hunde & meine eigene pubertäre Fellnase. Mit unserem Umzug hat sich der eine Faktor komplett erledigt und Mortys Erziehung ist vielleicht noch nicht fertig, aber immerhin recht souverän. Er hat eigentlich ganz gut gehört und sein Kopf war nicht voller Flausen. Wieso sollte ich meine langen Semesterferien also nicht sinnvoll nutzen & einem Notfellchen eine Unterkunft geben?

Seit einer Woche ist Peter, unser Pflegehund aus Spanien, nun bei uns und ich möchte euch etwas zum Thema Pflegestelle erzählen. Vielen ist vielleicht gar nicht bewusst was das ist, wie man das werden kann und weshalb Pflegestellen für den Tierschutz so eine wichtige Rollen spielen. Und vielleicht helfe ich so dein Interesse, Pflegestelle zu werden, zu wecken. Aber ich möchte euch auch verraten welche Herausforderungen es hat und dass nicht immer alles einfach und schön ist.

Pflegestelle – Was ist das?

Eine Pflegestelle ist eine Familie, die einen Hund vorübergehend für einen gewissen Zeitraum bei sich aufnimmt, bis dieser an seine feste Familie vermittelt wird. Eine Pflegestelle ist ein Zuhause auf Zeit. Dabei ist sie die Möglichkeit für einen Hund (oder auch andere Tiere) aus dem Auslandstierschutz nach Deutschland zu reisen. Das Tier wohnt bei diesen Menschen, lernt unsere Gesellschaft & Umgebung kennen und kann von dort aus an seine hoffentlich Endstelle vermittelt werden. Auch für deutsche Tierheime gibt es Pflegestellen, die man allerdings nochmal etwas unterscheiden muss. In diesem Beitrag wird es um Auslandstierschutz gehen.

Warum sind Pflegestellen so wichtig?

Die Tierheime im Ausland sind völlig überfüllt. Meistens beherbergen diese Einrichtungen mehrere hundert Hunde unter nicht so schönen Bedingungen. Individuell betreut werden kann dort kaum ein Hund. Dennoch ist diese Situation besser als die Straße oder die Haltung unter den schlimmsten Bedingungen.

Pflegestellen bilden den Knotenhund zwischen den Tieren und möglichen Endstellen. Das Problem an Hunden aus dem Ausland ist, dass es schwierig ist einzuschätzen, wie die Hunde sind. Man bekommt ein Überraschungspaket auf vier Pfoten und kann nur schwer einschätzen wie es sein wird. Wie sind deren Charaktere? Welche Baustellen haben sie? Bestehen Probleme gegenüber anderen Hunden, Tieren, Menschen oder Kindern? Welche Baustellen gibt es so?

Die meisten Fragen können Pflegestellen für die Menschen, die einen Hund adoptieren wollen, heraus finden. Sie lernen die Hunde kennen und bereiten sie etwas für ihre Endstelle vor. Den Hund nicht richtig einschätzen zu können, ist ein Punkt, der viele Menschen von einer Adoption abhält. Ein Hund auf einer Pflegestelle kann besser eingeschätzt werden. Und das Wichtigste: Pflegestellen machen es möglich, dass Interessenten die Hunde vorher auch kennen lernen und schauen können, ob es wirklich passt!

Wie kann man Pflegestelle werden?

Die Kriterien für eine Pflegestelle können von Verein zu Verein variieren. Man meldet sich bei einem Verein, der mit Pflegestellen arbeitet. Ein paar Vereine füge ich euch am Ende des Beitrages an!

Man kann Wünsche äußern, welcher der potenzielle Pflegehund werden kann. Geschlecht, Größe und Alter sind z.B. Punkte, die man gut beeinflussen kann. Man kann auch charakterliche Präferenzen äußern, doch da würde ich Aussagen etwas mit Vorsicht genießen. Die Hunde können sich hier doch anders benehmen, als man vielleicht erwartet, auch wenn sich Tendenzen natürlich erkennen lassen. Als Pflegestelle ist man aber auch dafür da genauere Aussagen über den Charakter zu treffen und evtl. Aussagen des Vereins zu korrigieren.

Wir haben z.B. gesagt, dass wir erstmal eher kleinere Hunde aufnehmen wollen, da wir uns erstmal an die Aufgabe heran tasten wollten. Mir wurde dann Peter geschickt und ich hab gleich „Ja“ zu ihm gesagt.

Bei unserem Verein mussten wir zunächst eine Selbstauskunft ausfüllen, hatten ein Telefonat mit einer Mitarbeiterin und hatten auch eine Vorkontrolle. Hört sich schlimmer an als es sich anhört. Das ganze ging recht fix und unkompliziert. Das kann aber sicherlich von Verein zu Verein variieren.

Was macht man dann als Pflegestelle?

Sobald der Hund eingereist ist lebt er bei einem, als wäre er der eigene Hund. Man füttert ihn, geht Gassi, beginnt mit der Erziehung. Manchmal gibt es Baustellen, die man angehen muss. Stubenreinheit, Alleine bleiben oder auch Probleme, die mit einer traurigen Vergangenheit des Hundes zusammen hängen, müssen in Angriff genommen werden. Währenddessen wird der Hund vermittelt und man muss sich mit möglichen Interessenten treffen, damit diese den Hund kennen lernen können.

Dabei bleibt der Hund Eigentum des Vereins und dieser kommt somit auch für alle Kosten auf, kümmert sich um Vermittlung etc. Natürlich kann man den Verein unterstützen, indem man beispielsweise Futterkosten übernimmt. Aber der Verein hat auch Mitspracherecht bei Themen, die den Pflegehund betreffen. Er darf z.B. nicht einfach vermittelt werden und bei Tierarztbesuchen muss man sich mit dem Verein absprechen.

Eine Aufgabe mit Höhen und Tiefen

Es ist natürlich wundervoll ein Tier bei sich aufzunehmen und ihm neue Chancen zu bieten, doch mit der Aufnahme eines Pflegehundes kommen auch gewissen Probleme und Verantwortung mit.

Man weiß nicht was für ein Tier man bei sich aufnimmt und wie es ist, wenn es erstmal aufgetaut ist. Welche Baustellen hat der Hund? Man sollte sich drauf einstellen, dass der Hund mit Baustellen zu einem kommt. In unserem Fall konnte Peter nichts und wir haben mit allem bei 0 gestartet. Er ist ein bisschen wie ein einjähriger Welpe. Er musste alles noch lernen und dennoch hatten wir Glück. Bis auf Unsicherheit gegenüber fremder Hunde, die er mit Bellen zeigt, ist Peter ein toller Hund. Aber nicht jeder hat so viel Glück. Entweder der Hund ist so einfach oder noch einfacher als Peter oder man hat Pech und er hat vielleicht schlimme Erfahrungen gemacht und ist super ängstlich oder so. Man kann es vorher nie genau wissen.

Außerdem geht mit jedem Hund, der einzieht, eine menge Arbeit einher. Gassi, Pflege, Erziehung… jeder Hund macht Arbeit und diese darf man nicht unterschätzen. Auch ein Pflegi als Zweithund handelt man nicht mal so nebenbei ab. Manche Aufgaben lassen sich einfach nicht parallel abarbeiten. So ist es bei uns. Wir haben jetzt ein Pubertier und einen großen Welpen zuhause. Peter ist nicht stubenrein und man muss immer ein Auge auf ihn haben. Sitz, Platz und Grundkommandos müssen wir ihm alles beibringen. Das kann er nicht plötzlich von selber und hat es nie gelernt.

Welche Vereine suchen Pflegestellen?

Es gibt eine menge Vereine mit Hunden von den unterschiedlichsten Stellen. Ich nenne euch jetzt ein paar Adressen, die ich von mir oder aus meinem Umfeld her kenne & evtl. ist für euch das Passende dabei.

SALVA-Hundehilfe e.V.

Ist der Verein, über den Peter zu uns gekommen ist. Der Kontakt stammt von einer Followerin, der ich schon länger folge und mit der ich bereits vor einiger Zeit mich zum Thema Pflegestelle ausgetauscht habe. SALVA holt Hunde aus Parnter-Tierhiemen, Tötungsstationen oder privaten Tierschützern im europäischen Ausland. SALVA arbeitet in ganz Deutschland.

Tierschutzgruppe Herzensmenschen e.V.

Das ist ein Verein, den ich durch Profile kennen gelernt habe, denen ich folge und die Pflegestelle für diese Verein sein durften. Hauptsächlich konzentriert sich dieser Verein auf Hunde aus Rumänien.

Ihr dürft mich natürlich bei Fragen jederzeit per Mail oder per Instagram DM kontaktieren ♥

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