Mein Hund – Mein Therapeut

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Foto von @bernsteinmonster

Haben Hunde eine Auswirkung auf die menschliche Psyche und wie können Hunde psychisch erkrankten Menschen helfen. Darum soll es heute hier gehen. Ich werde von meinen eigenen Erfahrungen berichten und euch aber auch einige Fakten nennen, damit ihr seht, dass es Hand und Fuß hat und nicht nur leeres Geschwätz von mir ist 😊

Es gibt bereits viele Studien, die belegen, dass Hunde eine sehr positive Wirkung auf die Stimmung von Menschen haben. Es wurde nachgewiesen, dass bereits ein einmaliger Kontakt mit einem Hund einen messbaren Effekt auf die Psyche hat.

So gibt es beispielsweise in den USA immer mehr Therapiehunde an den Unis, da diese eine positive Auswirkung auf gestresste Studenten haben. Laut einer Studie haben bereits 10 Minuten Kontakt mit einem Hund einen Einfluss auf den Oxytocin-Spiegel. Dieser wird durch Hunde erhöht. Es ist ein Hormon, welches soziale Bindungen stärkt und Gefühle der Geborgenheit hervorruft. Außerdem reduziert es Stress und hebt die Stimmung. Außerdem wurde in einer Studie festgestellt, dass ein Hund die Lebensdauer eines Menschen verlängern kann. Das lässt sich unter anderem darauf schließen, dass Hundemenschen aktiver sind und sich viel in der Natur aufhalten. Ebenfalls spielt es eine große Rolle, dass Hunde eine so positive Wirkung auf die Psyche und Stimmung des Menschen haben. Doch bei welchen Erkrankungen kann ein Hund eine Hilfe sein?!

Hunde können sowohl bei physischen als auch bei psychischen Erkrankungen eine Hilfe sein. Ich werde hier jedoch nur darauf eingehen, dass ein Hund auch ein guter Therapeut sein kann. Hunde können beispielsweise bei den folgenden psychischen Erkrankungen helfen:

  • Schizophrenie
  • Essstörung
  • Depressionen
  • bipolare Störung
  • Borderline
  • Angstzustände/Panikattacken

Speziell für diese Erkrankung ausgebildete Hunde sind dann in der Lage seinen Halter auf ein bestimmtes Verhalten oder Verhaltenswechsel aufmerksam machen. Außerdem sind die Halter durch ihren Hund gezwungen sich um ein Lebewesen zu kümmern. Ebenso sind sie gezwungen ihr Haus / Wohnung z.B. für Gassierunden verlassen zu müssen. Die Hunde sind immer da und nehmen dem Halter ein wenig das Gefühl der Einsamkeit und sie fühlen sich durch ihren Hund geliebt. In Fällen psychischer Erkrankungen sollen die Hunde das Selbstvertrauen des Halters fördern. Sie helfen dabei Ängste abzubauen und können in stressigen Situationen beruhigend auf den Halter einwirken.

Viele Assistenzhundehalter bilden ihre Hunde selbst aus und suchen sich ab und an Hilfe vom Hundetrainer. Eine staatliche Prüfung gibt es in Deutschland allerdings nicht. Alle in Deutschland angebotenen Prüfungen sind nichts rechtsrelevant und wertlos.

Du fragst dich wie ein Hund seinem Menschen konkret helfen kann, hier einige Beispiele:

  • Licht an- und ausschalten (z.B. nach Alpträumen)
  • aus Alpträumen wecken
  • Unterbrechen von Panikattacken, Selbstschädigung, Flashbacks etc.
  • Distanzen schaffen und nachvorne/hinten absichern
  • nach Hause oder zum Ausgang (in Geschäften) führen
  • an einen ruhigen/sicheren Ort odereiner Sitzgelegenheit führen
  • an den Rand einer Menschenmenge führen
  • auf Kommando bellen (zur Abschreckung)
  • an Medikamente erinnern
  • Räume nach Menschen absuchen und ggf. anzeigen
  • aus unangenehmen Situationen/Gesprächen herausziehen
  • sich über ängstliche Personen legen, um körperlichen Komfort bei Angstattacken zu bieten
  • stark depressive Personen werden daran erinnert ihr Bett zu verlassen
  • sie können ein Telefon bringen, um Hilfe zur rufen

Auch wenn nachweislich erkennbar ist, dass Hunde die Psyche und den Körper ihres Halters positiv stärken, wird eine Hundetherapie oder eine Ausbildung zu einem Assistenzhund nicht von der gesetzlichen Krankenkasse gezahlt. Doch wo sollte man einen Hund antreffen, der den Erkrankten helfen kann?!

Foto von @bernsteinmonster

Meiner Meinung nach gibt es viele Einrichtungen, in denen Hunde erlaubt sein sollten. Entweder die Hunde der Patienten oder auch ein Besuchshund, der dann beispielsweise einmal die Woche die Erkrankten besucht.

Ich finde Hunde sind in psychiatrischen Einrichtungen sehr sinnvoll, ob nun ambulant in einer Tagesklinik oder auch stationär. Auch in Alten- und Pflegeheimen sind Hunde eine großartige Aufmunterung und Abwechslung für die Bewohner. Ebenso in einem Hospiz oder in Krankenhäusern, auch wenn es da aufgrund der Hygienevorschriften bestimmt nicht ganz einfach ist. Auch in Rehakliniken sollten Hunde erlaubt sein. Denn in all diesen Bereichen geht es um Menschen, denen etwas fehlt oder Schlimmes widerfahren ist oder sie schlimm erkrankt sind.

Hunde können die Menschen dort beruhigen, etwas von Stress und Anspannung befreien und die Menschen einige Zeit abschalten lassen. Sie bekommen positive Gefühle und nehmen diese dann mit in ihren Alltag.

Auch in Schulen können Hunde sinnvoll sein, da sie beruhigend auf die Kinder einwirken können. Es gibt die Möglichkeit eine Ausbildung mit seinem Hund zum „Schulhund“ zu machen.

Ihr fragt euch sicherlich, warum ich mich so viel mit diesem Thema beschäftige. Das hat eine ganz einfache Erklärung, ich bin selbst psychisch erkrankt und möchte anderen helfen und von meinen eigenen Erfahrungen sprechen. Ich selbst bin seit vielen Jahren depressiv und hatte Anfang 2019 eine so schlimme Phase, dass ich nicht mehr arbeiten konnte und auch Panikattacken und Angstzustände dazu kamen. So war ich dann 2019 für sechs Wochen in einer Tagesklinik und auch danach noch nicht wieder in der Lage arbeiten gehen zu können. Somit entschied ich mich, dann diese Zeit zu nutzen und schaute mich nach einem Hund um. Ich wollte einen aus dem Tierschutz und habe dann im September 2019 Lizzy gefunden.

Seit Ende September 2019 lebt Lizzy nun bei mir und sie hat vieles in meinem Leben verbessert. Zum einen bin ich wirklich gezwungen wieder regelmäßig das Haus zu verlassen, damit Lizzy ausreichend Auslauf und Beschäftigung bekommt. Zudem traue ich mich auch wieder mehr unter Leute und größere Menschenmengen. Somit kann ich in Begleitung von Lizzy z.B. wieder einen Wildpark besuchen oder auch mal zu Fuß in die Stadt gehen. Dies alles war vorher kaum möglich, da ich weder das Haus verlassen habe noch den Mut hatte mich der „Gefahr“ von großen Menschenmengen auszusetzen.

Zudem hat Lizzy sehr schnell realisiert was mit mir los ist und sie merkt vor mir, dass eine Panikattacke im Anmarsch ist. Sie kommt dann zu mir und legt ihren Kopf auf meine Beine oder wenn wir spazieren sind, dann zieht sie mich an ruhigere Orte. Somit konzentriere ich mich dann auf sie und streichle sie, das verhindert teilweise die Panikattacke oder sie wird nicht so schlimm. Allein die Anwesenheit von Lizzy kann mich jederzeit beruhigen und mich aus einer Panikattacke zurückholen. Ich merke wie ich entspannen kann und runterfahren kann sobald Lizzy bei mir ist und ich sie streicheln kann.

Ebenso bin ich für sie auch eine große Hilfe, da auch Lizzy unter Ängsten leidet. Wir ergänzen uns total gut und stärken und stützen uns gegenseitig. Im Jahr 2020 war ich auch noch bei einer Reha und habe Lizzy nach 4 Wochen Aufenthalt noch zu mir in die Klinik geholt. Da es mir dort immer schlechter ging war es schließlich die Anordnung meiner Therapeutin, dass ich Lizzy für die letzten 2 Wochen der Reha zu mir holen soll. Und was soll ich sagen, es war eine riesen Hilfe. Ich konnte mich sofort besser auf alles einlassen und war viel entspannter und ausgeglichener. Natürlich ist ein Hund kein Allheilmittel und ersetzt auch keine ärztliche Behandlung oder Therapie. Aber ein Hund kann eine super Unterstützung und Ergänzung zur Behandlung darstellen.

Ich hoffe euch hat dieser Beitrag gefallen und wenn ihr Fragen habt oder ähnliche Probleme, dann dürft ihr mir gerne schreiben. Ihr findet mich bei Instagram unter dem Namen „bernsteinmonster“.

Foto von @bernsteinmonster

Vielen Dank für diesen tollen und ehrlichen Beitrag liebe Marit ♥

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