Mein Leben mit einem Double-Merle

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Passend zu meiner Beitragsreihe zum Thema Merle-Gen habe ich die liebe Diana gefragt, ob sie nicht Lust hat einen Beitrag über ihr Leben und ihre Einschränkungen mit einem Double-Merle-Hund zu schreiben. Finden könnt ihr ihr Profil auf Instagram unter @elsasmuteworld Ich freue mich sehr, dass du nun auch etwas von einer betroffenen Person lesen kannst. Wie Dianas Leben mit Elsa ist erzählt sie euch selber:

Bild von @cassandragraphie

Hallo ihr Lieben. Das auf dem Bild sind wir — Elsa und Diana. Elsa ist die mit dem weißen Fell. Na ihr wisst schon, benannt nach der Eiskönigin natürlich! Um diese besonderen weißen Fellnasen geht es heute in unserem Gastbeitrag auf dem Blog von der lieben Joana. Wir wurden gefragt, wie es ist, mit einem Doppel-Merle Hund zu leben und möchten unsere Erfahrungen nun mit euch teilen.

Fangen wir einmal von vorne an. Elsa ist auch Anfang 2020 in unser Leben gekommen, wie Morty zu Joana. Sie war dreieinhalb Monate alt, als wir sie bei ihrer Pflegefamilie abholten. Für sie war das bereits die dritte Familie, weshalb sie letztendlich über Fellengel in Not ein Zuhause für’s Leben suchte. Die Tierschutzorganisation übernahm die Vermittlung, da den vorherigen Menschen wohl aufgefallen ist, dass sie nicht mit ihr klarkommen würden. Denn Elsa ist taub. Und das ist eine der Auswirkungen einer Doppel-Merle-Verpaarung. Wir haben davor zwar vom Merle-Gen gehört aber nicht, dass ein Gendefekt entsteht, wenn man zwei Merle-Hunde miteinander paart. Dabei haben wir schon über zehn Jahre Hundeerfahrung! Krass, wie wenig verbreitet dieses Wissen ist — deshalb bin ich froh, dass es sich auch Joana zu ihrer Aufgabe gemacht hat, darüber aufzuklären.

Doch kommen wir zurück zu Elsas Geschichte. Wir haben uns sofort in sie verliebt und die Tatsache, dass sie taub ist, stört uns nicht. Unsere zehnjährige Hündin Nici kennt alle Kommandos auch verbunden mit Handzeichen, weshalb wir fest davon überzeugt waren, dass ein hohes Level an Grundgehorsam auch mit einem tauben Hund möglich ist. Und so kam es auch. In der Hundeschule werden wir regelmäßig als „die Streber“ bezeichnet. Alles, was mit Handzeichen und Körpersprache verbunden wird, führt sie zuverlässig und schnell aus — auch den Rückruf.

Bild von @cassandragraphie

Das einzige Problem bei einem tauben Hund ist, dass man ihn nicht aus Entfernung zu sich rufen kann, wenn er nicht herschaut. Das ist eine Herausforderung, der man sich stets bewusst sein muss. Das bedeutet vor allem vorausschauend zu handeln und total aufmerksam zu sein, wenn der Hund frei läuft. Aber ja, es geht auch mit tauben Hunden: Freilauf! Gott sei Dank ist Elsa ein Hütehund, denn die sind ja dafür bekannt, sich viel nach ihren Besitzern umzuschauen und in der Nähe zu bleiben, denn sie wollen unbedingt beschäftigt werden und die verschiedensten Befehle ausführen. Schaut ein Hund jedoch nicht so zuverlässig nach seinem Besitzer, kann hier ein Vibrationshalsband hilfreich sein. Die Vibration könnte beispielsweise bedeuten: „Schau sofort nach mir und danach, was ich dir mitteilen möchte“. Außerdem achten wir immer darauf, dass sie eine Hundemarke am Halsband trägt. Bei Tasso ist sie als tauber Hund registriert und auf einer zweiten Marke steht meine Telefonnummer.

Eine andere Herausforderung ist es, den Hund wach zu bekommen. Denn wer nichts hör, schläft tief und fest. Doch um sie nicht zu erschrecken, hat es sich bewährt sie leicht im Gesicht anzupusten bis sie die Augen aufmacht. Der tiefe Schlaf kann auch von Vorteil sein, so hört sie beispielsweise nicht, wenn es an der Tür klingelt, weshalb Nici beispielsweise immer bellt. Auch Silvester sollte für Elsa stressfreier ablaufen. Im Alltag hat das manchmal schon Vorteile. Aber natürlich auch ein paar Nachteile. Sie reagiert dadurch natürlich viel anfälliger auf Bewegungen. So hat sie ganz lange Zeit Schatten gejagt, aber da muss man aufpassen, damit es nicht zu einem eingeprägten Zwangsverhalten kommt. Aber das größte und einzige Problem, das wir noch haben, ist ihr Versuch Autos zu jagen. Das ist natürlich super gefährlich und wir können sie deshalb auch nicht frei laufen lassen, wenn in der Entfernung eine Straße zu sehen ist.

Doch ansonsten sind wir total happy und ich bin mir sicher, dass wir mit einem Hundetrainer auch dieses Problem in den Griff bekommen werden. Elsa ist abgesehen von ihrem Gendefekt ein typischer Bordercollie: Sehr aufgeweckt, will viel beschäftigt werden und braucht genügend Auslauf. Das Schönste ist, zu sehen, wie lebensfroh und verspielt sie ist, denn für sie existiert kein Problem. Sie ist es von klein auf gewohnt, in einer stillen Welt zu leben.

Liebe Grüße

Diana

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